Trauer

„Er war vernetzt, scharfsinnig, hartnäckig und geduldig“

| Lesedauer: 2 Minuten
Jürgen Vollbrandt ist nach langer Krankheit am 21. Oktober 2021 gestorben.

Jürgen Vollbrandt ist nach langer Krankheit am 21. Oktober 2021 gestorben.

Foto: Privat

Geesthacht trauert: Der langjährige Ratsherr und Umweltschützer Jürgen Vollbrandt ist nach langer Krankheit gestorben.

Geesthacht. So lange es irgendwie ging, blieb Jürgen Vollbrandt für seine Wahlheimat Geesthacht aktiv. Genauso wie er es seit seinem Umzug in die Elbestadt im Jahr 1970 immer getan hatte.

Am 30. September und schon gezeichnet von einer langen Krankheit trat Vollbrandt als zweiter Vorsitzender der Ortsgruppe des Naturschutzbunds Deutschland (Nabu) zurück. Zuvor hatte er seinen Nachfolger Jens Gutzmann noch selbst für das Amt vorgeschlagen.

Stadt Geesthacht verliert einen ihrer verdientesten Bürger

Nur kurze Zeit später, am 21. Oktober, ist Jürgen Vollbrandt sechs Tage vor der Vollendung seines 79. Lebensjahres gestorben. Unser Mitgefühl gehört seiner Frau Edeltraut und den beiden Töchtern. Die Stadt Geesthacht verliert einen ihrer verdientesten Bürger.

Mehr als 30 Jahre lang engagierte sich der studierte Schiffbauingenieur in der Kommunalpolitik, beim Nabu, im Verein „Partnerschaft Afrika“ und der Verschwisterungsarbeit. Noch länger, seit November 1971, gehörte er der SPD an. Die Partei, deren Fraktionsvorsitzender er von 1986 bis 1996 war, wollte ihn bald für 50-jährige Zugehörigkeit ehren.

Sein Herz gehörte der Lokalpolitik und dem Umweltschutz

Jürgen Vollbrandt wurde in Freiburg geboren und kam nach dem Studium in Berlin an die GKSS (heute Helmholtz-Zentrum). Forschung und Bau atomarer Schiffsantriebe gehörten zu seinen Tätigkeitsfeldern. Sein Herz gehörte immer der Lokalpolitik und noch mehr dem Umweltschutz. Von 1974 bis 1978 saß Vollbrandt im Kreistag, von 1978 bis 2008 war er Mitglied der Geesthachter Ratsversammlung. Von 1986 bis zu seinem Ausscheiden aus der Lokalpolitik 2008 leitete er den Ausschuss für Umweltschutz.

Den Posten des Umweltbeauftragten der Stadt hat er ins Leben gerufen. Heute ist daraus der Fachdienst Umwelt entstanden. Vollbrandt setzte sich für den Erhalt von Knicks und Feuchtgebieten sowie die neue Baumschutzsatzung ein. Er sorgte für ein Radwegekonzept und dessen Umsetzung.

„Arbeiter“ für schwierige und wichtige Themen

Die SPD würdigte ihn als einen sachkundigen, über die Maßen engagierten und beharrlichen „Arbeiter“ für schwierige und wichtige Themen. „Einfühlungsvermögen und persönliche Anteilnahme waren ihm wichtig, als viele das Wort Empathie noch gar nicht kannten“, sagten Julian Peemöller und Petra Burmeister stellvertretend für den Ortsverein.

Nach dem Ende der politischen Arbeit stieg Vollbrandt aktiv beim Nabu ein, dessen zweiter Vorsitzender er seit 2015 war. „Jürgen Vollbrandt war vernetzt, scharfsinnig, hartnäckig und geduldig – gepaart mit Organisationstalent. Seine Ruhe, Kompetenz und Verbindlichkeit sowie sein großer Einsatz werden uns sehr fehlen“, erklärte die Vorsitzende Heike Kramer.

( dsc )

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Geesthacht