Geesthacht

Historischer Lok soll der Dampf nicht mehr ausgehen

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Die historische Dampflokomotive „Karoline“ bei einer Probefahrt im Mai 2021.

Die historische Dampflokomotive „Karoline“ bei einer Probefahrt im Mai 2021.

Foto: Dirk Schulz

Auf freier Strecke stehenbleiben – Das soll mit der alten Dampfok „Karoline“ nicht noch einmal passieren. Also wurde Kohle gebrochen.

Geesthacht. Der Berg Arbeit, der am Donnerstag vor den Mitgliedern der Arbeitsgemeinschaft Geesthachter Eisenbahn lag, wog genau genommen 35 Tonnen. So viel Kohle hatte der Verein geschenkt bekommen, der hinter den Fahrten der Museums-Eisenbahn „Karoline“ steht. Das Pro­blem: Die Brocken waren teilweise viel zu groß, um damit den Kessel der Dampflok zu befeuern. Sie wogen bis zu fünf Kilogramm. „Die brennen nicht an“, sagt der Sprecher der Hobby-Eisenbahner Gerhard Rösler.

Das wurde der „Karoline“ bei ihren ersten Fahrten nach über zweijähriger Unterbrechung wegen einer langwierigen Reparatur und der Corona-Pause am zweiten September-Wochenende zum Verhängnis. Nachdem am Sonnabend noch alles glatt gelaufen war, blieb die Lok (Baujahr 1945) am Sonntag bei der zweiten Tour zwischen Geesthacht und Bergedorf auf der Strecke liegen. Im Kessel war zu wenig Dampf.

In Geesthacht musst die Kohle zerkleinert werden

Damit nicht erneut die Diesel-Lok des Vereins einspringen muss, schuftete und schaufelte eine Handvoll Vereinsmitglieder den ganzen Donnerstag über, um die Kohle mittels eines sogenannten Betonbrechers auf geeignete Größe zu bekommen – eine Sisyphos-Arbeit. „Wir haben nur ein Drittel geschafft, aber das reicht für unsere nächsten beiden Fahrttermine“, so Rösler.

Die erste Fahrt ist bereits an dem Wochenende 2. und 3. Oktober. Der Ablauf bleibt genauso wie im September. Um die Kontaktnachverfolgung gewährleisten zu können, gibt es unterwegs auf der Strecke weiterhin keinen Halt in Escheburg und Börnsen. Auch die Abstecher nach Krümmel entfallen. Das heißt vom Alten Bahnhof in Geesthacht geht es in 35 Minuten nonstop nach Bergedorf und wieder zurück.

Nächste Fahrten am 2. und 3. Oktober

Die Abfahrtszeiten in Geesthacht sind an beiden Tagen um 12.30 Uhr, 15.15 Uhr und 17.55 Uhr. Nach einem viertelstündigen Aufenthalt geht es am Bahnhof Bergedorf-Süd um 13.20 Uhr, 16.05 Uhr und 18.45 Uhr los. Am Sonntag gibt es eine zusätzliche Fahrt um 10.15 Uhr ab Geesthacht und um 11.05 Uhr ab Bergedorf. Karten gibt es an den beiden Bahnhöfen.

Für Fahrgäste gilt die 3G-Regel. Ein Corona-Schnelltest darf nicht älter als 24 Stunden sein, ein PCR-Test nicht älter als 48 Stunden. Schulkinder müssen die Testbescheinigung der Schule vorweisen. Ausgenommen sind Kinder unter sieben Jahren. Während der Fahrt, im Bahnhof Geesthacht und am Bahnsteig Bergedorf herrschen Maskenpflicht.

Eingeschränkter Service während der Fahrt

Obendrein gibt es keinen Verkauf von Snacks und Getränken. Auch Fahrräder können nicht befördert werden. „Mit dem Zuspruch im September waren wir sehr zufrieden. Die Fahrgastzahlen lagen über dem Durchschnitt“, bilanziert der Vorsitzende Knut Wiese. Das letzte Mal in diesem Jahr fährt die „Karoline“ voraussichtlich am 18. und 19. Dezember.

( dsc )

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