Tourismus

Geesthacht wirbt wieder selbst um Urlauber

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Die Tourist-Information ist wie das Heimatmuseum im Krügerschen Haus an der Bergedorfer Straße 28 angesiedelt.

Die Tourist-Information ist wie das Heimatmuseum im Krügerschen Haus an der Bergedorfer Straße 28 angesiedelt.

Foto: HLMS_Anne Hartlich

Geesthacht kündigt der Lauenburger Marketing- und Servicegesellschaft und will künftig Tourismus und Stadtarchiv gemeinsam managen.

Geesthacht. Das Museum an der Bergedorfer Straße mit der Tourist-Information soll personell wieder fest in Geesthachter Hand kommen. Die Verwaltung strebt an, den Personalgestellungsvertrag mit der Herzogtum Lauenburg Marketing- und Servicegesellschaft (HLMS) zum 30. September fristgerecht zum Jahresende 2021 zu kündigen. Der Bildungsausschuss gab dafür nun mehrheitlich grünes Licht. Nur die CDU stimmte dagegen.

„Es ist ja nur eine Umschichtung“, erläuterte Bürgermeister Olaf Schulze das Vorhaben. Die beiden Frauen, die die Stellen in der Tourist-Information derzeit innehaben, sollen dabei von der HLMS zur Stadt Geesthacht wechseln. „Es ist nicht so, dass wir für die beiden Stellen neue Personen suchen“, so Schulze. Genau diese Mitarbeiterinnen sollen ihren Arbeitsplatz künftig bei der Stadt haben.

Die Kündigung muss bis zum 30. September ausgesprochen werden

„Zusammen mit dem Archiv ist dann das ganze Paket wieder bei der Stadt angesiedelt. Kulturmanagerin Julia Dombrowksi wird alles koordinieren. Das ist vom Organisatorischen her besser“, ist der Bürgermeister überzeugt. Hintergrund: Nach dem Ausstieg aus der Archivgemeinschaft 2018 war neben der neuen Kulturmanagerin mit Christoph Raneberg im Dezember auch ein neuer Stadtarchivar vorgestellt worden.

Da die Stadt gegenüber dem Personal der HLMS keine direkte Weisungsbefugnis hat, wird hier eine Verbesserung der inhaltlichen Zusammenarbeit mit allen im Museum tätigen Personen angestrebt. „Ein Wir-Gefühl im Sinne der umfassenden Kulturarbeit kann nicht gelebt und aufgebaut werden, solange die unterschiedlichen Zuständigkeiten Bestand haben“, so die Argumentation der Verwaltung.

Eine 20-Stunden-Stelle soll hinzukommen

So sollen nun die Stellen des Tourismusbereiches ab dem 1. Januar 2022 in die städtische Struktur des Stadt- und Kulturmanagements eingebunden werden. Durch die Kündigung des Personalgestellungsvertrages werden zwar 85.000 Euro an Personalkostenerstattungen nicht mehr gezahlt werden, aber: „Wir werden dann 9000 Euro mehr bezahlen müssen, es ist keine 1:1-Umsetzung“, berichtete Olaf Schulze.

Für die Tourismussachbearbeitung fallen bisher 25 Stunden und 30 Stunden an, eine 20-Stunden-Stelle soll zudem neu ausgeschrieben werden, Engpässe mit Aushilfskräften oder einem Minijob aufgefangen werden. Die genaue Kostenaufstellung wird noch ermittelt und soll zu den Stellenplanberatungen vorliegen.

Stadt will an Beteiligung an der HLMS aber festhalten

2004 wurde ein umfangreiches Tourismuskonzept durch eine Beratungsgesellschaft für Geesthacht erstellt. Die Aufgabe sollte demnach von der Herzogtum Lauenburg Marketing- und Servicegesellschaft über einen Personalgestellungsvertrag wahrgenommen werden.

Seit dem 1. Januar 2005 ist Geesthacht an der HLMS mit neun Prozent beteiligt und hat einen Sitz im Aufsichtsrat. An dieser Beteiligung soll auch künftig festhalten werden.

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