Polizei Geesthacht

Trächtige Kühe von Weide gestohlen – Zeugen gesucht

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Dirk Schulz
Polizei Geesthacht sucht Zeugen: In Escheburg sind vier Kühe von einer Weide am Speckensweg gestohlen worden (Symbolfoto).

Polizei Geesthacht sucht Zeugen: In Escheburg sind vier Kühe von einer Weide am Speckensweg gestohlen worden (Symbolfoto).

Foto: Martin Möller / FUNKE Foto Services

Unbekannte haben die Tiere mit einem Anhänger abtransportiert. Eine Kuh hatte erst kurz zuvor ein Kalb auf die Welt gebracht.

Escheburg. Die Tat ist dreist: In der Nacht von Sonntag auf Montag, irgendwann zwischen 22 und 8.30 Uhr, haben vermutlich mehrere Unbekannte drei trächtige Kühe und eine Kuh, die gerade erst gekalbt hatte, von einer direkt an der Autobahn 25 gelegenen Weide am Speckenweg in Escheburg gestohlen. Das gerade mal einen Tag alte Kalb ließen sie zurück. Es muss nun von Hand aufgezogen werden.

Der Kuh-Coup lief wahrscheinlich so: Die Täter fuhren in der Dunkelheit mit einem Anhänger durch das Gatter auf die Weide am Ende der A 25, die über einen Wirtschaftsweg zu erreichen ist. Dort trieben sie Kühe – wahrscheinlich mittels eines Pferchs – in den Hänger. „Das schafft man nicht alleine und nicht im Dunkeln“, weiß Besitzerin Britta Pfeiffer vom gleichnamigen Pferdehof. „Das waren Profis, die genau wussten, wo und wie sie vorgehen müssen.“

Unbekannte stehlen Kühe – Polizei sucht Zeugen

Neben 150 Pferden halten die Pfeiffers auch 120 Kühe, vorwiegend Muttertiere und deren Nachwuchs. Aktuell sind viele Kühe trächtig. Heinz-Martin Pfeiffer schaut daher mehrmals täglich nach dem Rechten. Am Montagmorgen vermisste er zunächst die Mutter des neugeborenen Kalbs. Doch als er nachzählte, stellte er fest, dass nur noch 17 anstatt 21 Tiere auf der Weide waren und alarmierte die Polizei.

„Das ist mein erster Kuh-Diebstahl in über 40 Jahren Dienstzeit“, wunderte sich auch Polizeihauptmeister Jens Naundorf über den ungewöhnlichen Fall. Allerdings hat es in den vergangenen Wochen mehrere ähnliche Fälle im norddeutschen Raum gegeben. Naundorf, zuständiger „Dorfsheriff“ im Amt Hohe Elbgeest, will nun Kontakt zu den anderen Dienststellen aufnehmen.

Peter Koll, Geschäftsführer des Kreisbauernverbands: „Das war eine organisierte Tat. Man darf nicht vergessen: Vier Kühe sind rund drei Tonnen Lebendmasse. Die kriegt man nicht mit einem normalen Pkw abtransportiert.“ Koll ist in Schleswig-Holstein zuletzt ein Fall aus dem Kreis Steinburg im Jahr 2019 bekannt. 2009 verschwanden sogar neun Rinder von einer Weide bei Lauenburg.

Gestohlene Kühe haben Wert von 7000 Euro

Die Frage bleibt, was die Diebe mit den allesamt sandfarbenen Tieren anfangen, die zusammen einen Wert von rund 6900 Euro haben und für die Fleischproduktion bestimmt sind. Die trächtigen Kühe kalben erst im November oder Dezember und dürfen derzeit nicht geschlachtet werden. Die Tiere tragen zudem jeweils zwei individuelle Ohrmarken mit Landeskennung und sind in einem Zentralregister erfasst. „Eine Kuh ist besser registriert als jedes andere Lebewesen. Kein seriöser Schlachthof nimmt sie an“, wundert sich Britta Pfeiffer, die vor 15 Jahre schon einmal einen Jungbullen verloren hatte, der auf der Weide geschlachtet wurde.

„Damals wie heute ist zu der Zeit die Autobahn gemacht worden. Ich habe auch schon von zwei unserer Kunden den Hinweis erhalten, denen ein silberfarbenes, gebrauchtes Zugfahrzeug im Wohnmobilstil aufgefallen war“, sagte Pfeiffer. Sie hofft, dass die Täter nicht davongekommen. Hinweise nimmt die Polizei unter 04152/800 30 entgegen.

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