Geesthacht

Kreis-Gesundheitsamt zieht jetzt ins Impfzentrum

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Dirk Schulz
Impfzentrum Süd, das war einmal: In der ehemaligen Außenstelle des Berufsbildungszentrums sollen bald 57 Mitarbeiter des Kreises arbeiten.

Impfzentrum Süd, das war einmal: In der ehemaligen Außenstelle des Berufsbildungszentrums sollen bald 57 Mitarbeiter des Kreises arbeiten.

Foto: Dirk Schulz

Das frühere Berufsbildungszentrum in Geesthacht wird umgebaut und soll Mitte 2023 bezugsfertig sein. Welche Fachdienste ziehen um?

Geesthacht. Die letzten Überbleibsel des Geesthachter Impfzentrums werden am heutigen Mittwoch am Dialogweg abgeholt. Alle baulichen Veränderungen haben Mitarbeiter der Kreisverwaltung schon rückgängig gemacht. „Das Impfzentrum ist komplett abgerüstet“, meldet Leiter Karsten Steffen. Lange wird die Einrichtung, in der sich bis zum vergangenen Jahr die Außenstelle des Berufsbildungszentrums(BBZ) befand, aber nicht leer stehen. Das Kreis-Gesundheitsamt soll innerorts von der Otto-Brügmann-Straße hierher umziehen.

Für Planung und Gutachten wurden bereits rund eine Million Euro ausgegeben, insgesamt wurde ein Gesamtvolumen von fünf Millionen Euro veranschlagt. Die Ausschreibung der Baumaßnahmen ist für den November vorgesehen. Der Baubeginn könnte im März erfolgen. Mit einer Fertigstellung wird dann Mitte 2023 gerechnet.

Mehrere Einheiten der Kreisverwaltung ziehen am Dialogweg ein

Ins neue Verwaltungszentrum Süd ziehen neben dem Gesundheitsamt auch die Fachdienste für Soziale Dienste, Erziehungsberatung, Eingliederung/Gesundheitshilfe sowie Amtsvormundschaft/Kinderschutz ein. Insgesamt werden 57 Personen dort arbeiten.

„Dafür wird der Schulgrundriss mit Klassenräumen grundlegend an die Bedürfnisse an Büroarbeitsplätze angepasst, also vor allem Grundrissveränderungen vorgenommen. Darüber hinaus sind Maßnahmen bei der technischen Ausstattung und der Energieversorgung umzusetzen“, sagt Kreissprecher Tobias Frohnert.

Der Weihnachtsmann wurde schon im Mai geimpft

Bis zum vergangenen Sonntag war für Ärzte, Medizinische Fachangestellte, Mitarbeiter der Kreisverwaltung und abgestellte Bundeswehrsoldaten noch Pandemie-Bekämpfung angesagt. Am letzten Tag standen noch einmal 145 Impfungtermine auf dem Programm.

Insgesamt wurden 52.834 Impfdosen an 36.877 Personen gespritzt. Darunter waren 26.347 Erst-, 24.499 Zweit- und 433 Drittimpfungen. Das Einmal-Vakzin von Johnson & Johnson wurde 1555 Mal verabreicht. Am häufigsten verlangten die Bürger den Impfstoff von Biontech (37.450), abgeschlagen bei der Beliebtheit waren Moderna (8.002) und Astrazeneca (5.737).

Impflinge brachten Kuchen und Süßigkeiten mit

„Die meisten waren froh, dass sie einen Termin ergattert haben. Manche haben sogar Kuchen und Süßigkeiten mitgebracht“, sagte der stellvertretende Leiter des Impfzentrum Dirk Benett. Der älteste Impfling war eine 104-jährige Frau, der kurioseste der Weihnachtsmann. Erklärung: Im Mai erlaubte sich ein Mann einen Scherz und erschien kostümiert zur Impfung.

Nach den Sommerferien stieg der Anteil an Menschen mit Migrationshintergrund. „Ein Lob auch an Nadine Cinar von der Volkshochschule Geesthacht, die mobile Impfteams für ihre Sprachkurse besorgt hat“, betont Steffen.

Einige Hausärzte überlegen, mit dem Impfen aufzuhören

Einer der letzten, der sich im Impfzentrum seine erste Dosis Biontech abholte, war der Geesthachter Hussam El Karout, der zur Unterstützung seinen geimpften Freund Heiko Lodemann mitbrachte. „Meine Frau hat schon die dritte Impfung. Ich war da skeptischer, aber inzwischen sind viele in der Familie und im Freundeskreis geimpft. Ich habe auch einen Sohn, mit dem ich wieder mehr machen will“, sagte El Karout.

Für die zweite Impfung muss sich der Geesthachter einen Termin beim Hausarzt besorgen. Dort gibt es mitunter lange Wartelisten. „Einige Ärzte überlegen aufzuhören, weil sie den Impfling namentlich erfassen müssen und dieser 15 Minuten in der Praxis warten soll. Da kommen manche an ihre Kapazitätsgrenze“, weiß Steffen.

Mobile Impfteams werden in die Landkreise kommen

Als zusätzliches Angebot schickt Schleswig-Holstein daher weiter mobile Impfteams zu offenen Aktionen ohne Termin in die Kreise. Wann und wo die Teams im Herzogtum Lauenburg sein werden, steht noch nicht fest. „Ich danke aber schon mal allen Mitarbeitenden in den Impfzentren, dass die Impfungen im Kreis so erfolgreich waren“, sagte Landrat Christoph Mager.

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