Helmholtz-Zentrum

Wasserstoffspeicher für Europa made in Geesthacht

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Die Firma Stühff hat Wasserstoffspeicher für italienisches Forschungsschiff gebaut: Konstrukteur Thorbjörn Stühff und Geschäftsführer Holger H. Stühff.

Die Firma Stühff hat Wasserstoffspeicher für italienisches Forschungsschiff gebaut: Konstrukteur Thorbjörn Stühff und Geschäftsführer Holger H. Stühff.

Foto: Dirk Palapies

In Geesthacht soll ein Hafen für den Wasserstoffumschlag gebaut werden. Wasserstoffspeicher-Systeme gibt es schon jetzt.

Geesthacht. Die Stadt Geesthacht will auf Höhe des Asphaltmischwerkes am Schleusenkanal einen Hafen für den Wasserstoffumschlag bauen. Hier bekommt die Ludwig Prantl II ihren Liegeplatz. Das Forschungsschiff des Geesthachter Helmholtz-Zentrums Hereon wird 2024 vom Stapel laufen und mit Wasserstoff betrieben.

Geesthacht will einen Hafen für Wasserstoffumschlag bauen

Als Partner für das Hafenprojekt wird auch das Unternehmen Stühff Maschinen- und Anlagenbau GmbH von den Planern aufgeführt. Was für die Stadt noch Zukunftsmusik ist – angedacht für den Betrieb des Hafens ist frühestens 2025 –, ist für die Firma von der Mercatorstraße schon Alltag. Fertiggebaut in der Fabrikationshalle stehen hier zwei Wasserstoffspeicher-Systeme, die für den Aufbau auf einem italienischen Forschungsschiff konstruiert wurden – gut 1,80 Meter hoch, 2,30 Meter lang, jeweils drei Tonnen schwer.

„Ein sehr innovativer Auftrag“, freut sich Geschäftsführer Holger H. Stühff (im Foto rechts, zusammen mit Konstrukteur Thorbjørn Stühff). Gefüllt werden können pro Gestell zirka 20 Kilo Wasserstoff bei moderatem Druck und Temperatur. „Das Schiff wird in den Küstengewässern vor Italien fahren, um Betriebserfahrungen zu sammeln“, erläutert Holger H. Stühff.

Immer wieder Speicher für die Wasserstoffforschung gebaut

Angewendet wird die Technik der Metallhydridspeicherung. Welche genau, darf der Geschäftsführer nicht verraten. Hierbei geht der erzeugte Wasserstoff eine Verbindung mit einem Metall ein. Am Freitagvormittag werden die Speicher von einem Lkw abholt.

Es ist nicht der erste Auftrag dieser Art für die Experten in Sachen Anlagen-, Apparate- und Behälterbau. Seit 2009 wurden immer wieder Speicher für die Wasserstoffforschung am Helmholtz-Zentrum gebaut. Und das nächste, von der EU geförderte Projekt, ist bereits in Arbeit.

Stationärer Speicher kann rund 50 Kilo Wasserstoff aufnehmen

Wieder geht es um Wasserstoffspeicherung im Zusammenhang mit der Stromerzeugung mittels erneuerbarer Energien. Dieser stationäre Speicher kann etwa 50 Kilo Wasserstoff aufnehmen und soll nach Paris gehen.

„Wir planen eine ganze Menge in der Zukunft“, berichtet Holger H. Stühff. Dafür soll das Personal um fünf Mitarbeiter auf dann 21 aufgestockt werden. Gesucht werden Anlagenbauer, Mechaniker und Schweißer.

( pal )

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