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Neue Ausstellung: Kunst kommt auch von Künstlerinnen

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VHS-Leiterin Nadine Cinar (v.l.), Künstlerin Kerstin Sander-Reichensperger und Gleichstellungsbeauftragte Anja Nowatzky hängen Bilder auf.

VHS-Leiterin Nadine Cinar (v.l.), Künstlerin Kerstin Sander-Reichensperger und Gleichstellungsbeauftragte Anja Nowatzky hängen Bilder auf.

Foto: Wiebke Jürgensen / Stadt Geesthacht

Die Volkshochschule Geesthacht gibt mit einer Kunstausstellung ausdrücklich Frauen eine Plattform. Zu sehen sind 80 Werke.

Geesthacht. Da Vinci, van Gogh, Hundertwasser, Dalí, Dürer und Picasso – wer die Namen dieser „großen Meister“ hört, denkt sofort an Kunst. Doch welche „großen Meisterinnen“ haben es gleichermaßen in unser kollektives Gedächtnis geschafft? „Nicht viele“, sagt Geesthachts Gleichstellungsbeauftragte Anja Nowatzky.

„Männliche Künstler sind auch heute noch bekannter als weibliche. Die Kunst von Männern ist höher dotiert als die von weiblichen Künstlerinnen, wird in den Schulen häufiger thematisiert. Und wer Museen besucht, sieht eher Kunst männlicher Künstler. Das ist ungerecht, denn es gibt sehr viele kreative und begabte Frauen.“

VHS: Neue Ausstellung rückt Künstlerinnen in den Fokus

In Geesthacht bietet sie nun gemeinsam mit Nadine Cinar, der Leiterin der Geesthachter Volkshochschule, ausdrücklich Künstlerinnen eine Plattform. Unter dem Titel „Frauen in der Kunst“ stellen noch bis zum 4. Oktober in der VHS (Buntenskamp 22) 30 Frauen aus Geesthacht und Umgebung ihre Werke aus – viele das erste Mal öffentlich.

„Ich hätte meine Bilder eigentlich nie jemandem gezeigt“

Kerstin Sander-Reichensperger ist eine von ihnen. „Die Malerei ist für mich da, um meine Seele wieder zu spüren – ein Ausbruch aus dem beruflichen und privaten Stress. Ölmalerei braucht viel Geduld und Zeit. Hier habe ich die erforderliche Entspannung gefunden. Ohne den Aufruf, dass Frauen gesucht werden, die ihre Arbeiten ausstellen möchten, hätte ich aber niemals die Initiative ergriffen. Ich hätte meine Bilder eigentlich nie jemandem gezeigt“, sagt sie. Und schildert so eine Herangehensweise, die viele Frauen in unterschiedlichsten Themenfeldern zeigen. Viele nehmen sich eher zurück, überlassen die große Bühne Männern.

„Das ist ein typisch weibliches Verhalten – auch in der Kunst. Darum ist die Idee und Umsetzung einer solchen Ausstellung auch ein Thema, dem ich mich als Gleichstellungsbeauftragte annehme“, erklärt Anja Nowatzky.

Die Arbeiten sind während der Öffnungszeiten der VHS zu sehen

Zu sehen in der VHS sind mehr als 80 Werke, Porträts in Acryl, abstrakte Kreidezeichnungen, Fotografien oder moderne Mischungen unterschiedlichster Materialien. Interessierte können sie zu den Öffnungszeiten der VHS von Montag bis Freitag von 9 bis 11.30 Uhr sowie Montag und Donnerstag von 15 bis 18 Uhr betrachten.

( pal )

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