Neue Ausstellung

Als die Industrialisierung nach Geesthacht kam

| Lesedauer: 2 Minuten
Julia Dombrowski (l.) und Kirsten Rusche bauen die vergrößerte Reproduktion eines historischen Fotos auf. Davor liegen Transportsäcke aus Leinen aus der 1940er-Jahren.

Julia Dombrowski (l.) und Kirsten Rusche bauen die vergrößerte Reproduktion eines historischen Fotos auf. Davor liegen Transportsäcke aus Leinen aus der 1940er-Jahren.

Foto: Dirk Palapies

Die Industrialisierung Geesthachts wird für die Bereiche Sprengstoff, Glas und Steine mit einer neuen Ausstellung dargestellt.

Geesthacht. „Mit Sand gebaut: Ein Blick in Geesthachter Kulturgeschichten” ist die neue Ausstellung im Geesthacht-Museum im Krügerschen Haus (Bergedorfer Straße 28) überschrieben, die am Mittwoch eröffnet wird. Die Schau über die ehemaligen bedeutenden Produktionsstätten Geesthachts für Sprengstoff, Glas und Steine ist bis Sonnabend, 9. Oktober, zu sehen.

Die Ausstellung haben Stadtarchiv und Museum in Kooperation mit dem Förderkreis Industriemuseum Geesthacht realisiert. Von dem Förderkreis stammen viele Leihgaben, wie Fotos, Pläne und Objekte aus dem Arbeitsalltag sowie Glasobjekte.

Neue Ausstellung dokumentiert die frühe Industriegeschichte von Geesthacht

„Wir freuen uns über das Zustandekommen dieser ersten gemeinsamen Ausstellung über Geesthachts Industriegeschichte sehr. Ich halte diese einmalige Industriegeschichte für einen ungeschliffenen Diamanten, der enormen Facettenreichtum ahnen lässt“, sagt Ulrike Neidhöfer vom Förderkreis Industriemuseum.

Die Industrialisierung begann gegen Mitte des 19. Jahrhunderts mit einer großen Glasfabrik, die Transportflaschen, genannt Demijohns, herstellte. Mit Alfred Nobels Sprengstoffentwicklung entstanden in den Ortsteilen Krümmel und Düneberg erste Großfabriken, die im Zuge der Weltkriege zu industriellen Rüstungskomplexen anwuchsen. Nach Kriegsende 1945 wurden sie demontiert.

Installation stellt das Leben in einer Beamtenwohnung dar

Gleichzeitig produzierte das Familienunternehmen Holert fast während des gesamten 20. Jahrhunderts Hartsandsteine für den Hoch- und Tiefbau. Die Ausstellung skizziert die Anfänge und zeigt Teilaspekte Industrialisierung in Geesthacht. Eine Installation präsentiert filmisch die Details eines Bauplans, der zur Errichtung eines Beamtenwohnhauses in Geesthacht erstellt wurde.

„Zugleich kann der Originalplan aus dem Stadtarchiv begutachtet werden”, kündigt Geesthachts Stadtarchivar Christoph Raneberg an. Er stammt wohl von 1915. „Dieses Haus im Heuweg steht immer noch“, ergänzt Kulturmanagerin Julia Dombrowski. Die Skizzen verraten ihr viel über soziale Strukturen.

Stadtarchiv präsentiert ein paar seiner historischen Schätze

So lässt sich im Untergeschoss ablesen, dass zwei Räume als Kartoffelkeller vorgesehen waren. Einen Raum für Kohlen gab es nicht, was bedeutet, dass dieses Haus bereits über ein anderes, fortschrittlicheres Heizsystem verfügte. Julia Dombrowski ist überzeugt, „dass das Archiv hier ein Schatz ist.“

Corona-bedingt wird auf eine Eröffnung verzichtet. Besucher können spontan hereintreten, der Besuch ist kostenfrei. Geöffnet ist Montag bis Freitag von 10 bis 18 Uhr sowie am Wochenende von 10 bis 16 Uhr.

( pal )

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Geesthacht