KTS in Geesthacht

Ein Kinopreis fürs lange Durchhalten

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Dirk Schulz
Vorhang auf: Geschäftsführerin Meike Peemöller (l.) und Assistentin Kim Schröder vom Kleinen Theater Schillerstraße.

Vorhang auf: Geschäftsführerin Meike Peemöller (l.) und Assistentin Kim Schröder vom Kleinen Theater Schillerstraße.

Foto: Dirk Schulz

Harte Zeiten haben die Kinobetreiber hinter sich. Dafür gab es jetzt einen symbolische Preis für das KTS in Geesthacht.

Geesthacht. Noch bis zum heutigen Donnerstag weilt Meike Peemöller, die Geschäftsführerin des Veranstaltungszentrum Kleines Theater Schillerstraße (KTS), in Köln auf einer Filmmesse. Es ist das erste Treffen der Branche in Präsenz und ein erster Schritt in Richtung Normalität. Doch was ist in Zeiten von Corona schon normal? „Kino machen ist deutlich schwieriger als vor der Pandemie“, sagt Peemöllers Assistentin Kim Schröder.

Immerhin: Das KTS in Geesthacht ist vergleichsweise glimpflich davon gekommen. Und zwar so gut, dass es seit 2018 zum dritten Mal in Folge den Kinopreis des Landes Schleswig-Holstein erhalten hat. 2020 gab es keinen Preis. Es handele sich um eine symbolische Auszeichnung fürs Durchhalten, sagte Bildungsministerin Karin Prien bei der Preisverleihung, bei der alle Filmtheater, die sich beworben hatten, geehrt wurden.

KTS in Geesthacht zeigte sich sehr kreativ

Bei der Bewerbung mussten Maßnahmen zur Krisenbewältigung dargelegt werden. Im ersten Lockdown war das in Geesthacht der Verkauf von Tickets für „Geister-Vorstellungen“, die nie stattfanden. Im zweiten Lockdown dann eine verstärkte Präsenz in den sozialen Netzwerken, um im Bewusstsein der Kinofans zu bleiben.

Bei den von Azubi Robin Meyer zusammengestellten „Friday Facts“ erfuhren die Leser etwa, dass die berühmte Szene aus „Pulp Fiction“, in der John Travolta eine Nadel in die Brust von Uma Thurman sticht, um sie vor einer Überdosis Drogen zu retten, verkehrt herum gedreht wurde. Oder, dass in allen Pixar-Filmen die Zahl „A113“, in Erinnerung an eine Klassenzimmer an einer Kunsthochschule steht.

Hoffnung auf mehr Zuschauer dank neuer Corona-Verordnung

Dazu kam die Aktion „Kino leuchtet“, der Abverkauf der Ware außer Haus, aber auch Einsparmaßnahmen aller Art. „Selbst nach der ersten Öffnung haben Kim und ich die Kinosäle selbst geputzt“, sagt die Geschäftsführerin. Inzwischen kommt der Putzdienst wieder. Denn seit dem 1. Juli bewegen sich die Besucherzahlen in Geesthacht auf dem Niveau des Jahres 2019 – auch wegen des Schmuddelwetters.

Und bald können es sogar noch mehr werden: Wenn ab Montag mit der neuen Corona-Verordnung in Schleswig-Holstein bei Veranstaltungen mit 3G-Regeln die Abstandsregeln und die Pflicht zur Erfassung der Kontaktdaten fallen.

Kinofans können sich auf reichlich Neustarts freuen

„Wir werden unsere drei Säle aber nicht bis zum Anschlag voll machen“, sagt Meike Peemöller. Es werden zwar wieder alle Reihen freigegeben, aber es bleibt weiterhin der jeweils linke und rechts Platz neben dem Kinogänger frei.

Für den Herbst dürfen sich alle Kinofreunde auf viele Neustarts und Blockbusters freuen. Vor der Pandemie gab es circa 600 Neustarts täglich, diesen Filmstau holen die Verleiher jetzt auf. Derzeit läuft der Vorverkauf für den neuen James-Bond-Film (ab 30. September), der erstmals in 3D gezeigt wird, gut an.

Ein klassischer Frauenfilm zu Weihnachten

Besonders freut sie sich dabei aber auf den Film „Wunderschön“, der vor Weihnachten in die Kino kommt. „Der wird toll werden. Ein klassischer Frauenfilm“, sagt Meike Peemöller, die den Film schon auf der Messe gesehen hat.

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