Rendsburger Frauenmorde

Prostituierte getötet – Ankläger fordern Höchststrafe

Lebenslänglich und anschließende Sicherungsverwahrung droht dem 41 Jahre alten Mann aus Rendsburg, dem Mord an zwei Frauen vorgeworfen wird.

Lebenslänglich und anschließende Sicherungsverwahrung droht dem 41 Jahre alten Mann aus Rendsburg, dem Mord an zwei Frauen vorgeworfen wird.

Foto: dpa

Ein Mann aus Rendsburg soll zwei Frauen bestialisch ermordet haben. Wird bei ihm eine besondere Schwere der Schuld festgestellt?

Rendsburg/Geesthacht. Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft hat ein heute 41-jähriger Mann aus Rendsburg zwei Frauen bestialisch ermordet, eine von ihnen eine 26-jährige Geesthachterin. Im Prozess gegen den Mann hat die Anklagevertretung vor dem Landgericht Kiel am Montag die Höchststrafe gefordert, lebenslange Haft sowie die Feststellung der besonderen Schwere der Schuld.

Folgt das Gericht dem Plädoyer der Staatsanwaltschaft, könnte der Verurteilte nicht nach 15 Jahren vorzeitig auf freien Fuß gesetzt werden. Geht es nach der Anklagevertreterin, soll dies im Grundsatz ausgeschlossen werden: Wegen der besonderen Gefährlichkeit des Angeklagten für die Allgemeinheit hat die Staatsanwältin nach Haftende Sicherungsverwahrung für den Rendsburger beantragt.

Lange Haft nach Rendsburger Frauenmorden?

Das Verfahren wurde in Teilen unter Ausschluss der Öffentlichkeit geführt. Nach Aussagen von Verfahrensbeteiligten und einem Gerichtssprecher ist die Staatsanwältin mit ihrem Plädoyer dem Gutachten einer psychiatrischen Sachverständigen gefolgt. Diese hat den Angeklagten nicht nur als voll schuldfähig eingestuft, sie sieht demnach eine Rückfallgefahr des Deutschen. Die Gutachterin hat daher Sicherungsverwahrung gegen den mutmaßlichen Sexualtriebtäters befürwortet.

Der Angeklagte soll die beiden Frauen im August 2018 beziehungsweise September 2020 zunächst überwältigt und dann mit Klebeband gefesselt haben. Anschließend habe er sie geschlagen und ihnen dann Plastiktüten über den Kopf gezogen haben. Nach Anklageschrift sei dies „zur Befriedigung des Geschlechtstriebes“ passiert.

Gefesselt, geschlagen und dann mit Plastiktüten erstickt?

Die Ermordung der jungen Geesthachterin geschah in der gemeinsamen Wohnung des Angeklagten mit seiner Partnerin, so die Anklageschrift. Die Frau, die er im September 2020 ermordet haben soll, wurde in deren Wohnung getötet. Die 40-Jährige soll als Prostituierte tätig gewesen sein.

Das Urteil soll am 16. September verkündet werden.

( dpa/he )

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