Wohnen am Westhafen

In Geesthachts Hafencity geht es hoch hinaus

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Dirk Palapies
Das Projekt „Wohnen am Westhafen“ (weiße Gebäude) in Geesthacht auf dem Grabau-Gelände  in einer frühen Studie. Die Gestaltung der Fassaden wird erst noch erarbeitet. Die sechs- und siebengeschossigen Gebäude an der Wasserkante sollen ihre Plätze tauschen, das niedrigere Gebäude (jetzt hinten) läge dann in Nachbarschaft zum Seniorenzentrum und Seglerheim (grau, Vordergrund).

Das Projekt „Wohnen am Westhafen“ (weiße Gebäude) in Geesthacht auf dem Grabau-Gelände in einer frühen Studie. Die Gestaltung der Fassaden wird erst noch erarbeitet. Die sechs- und siebengeschossigen Gebäude an der Wasserkante sollen ihre Plätze tauschen, das niedrigere Gebäude (jetzt hinten) läge dann in Nachbarschaft zum Seniorenzentrum und Seglerheim (grau, Vordergrund).

Foto: Johannes Bunte Bauunternehmung

Der Investor darf hoch hinaus bauen. Politiker machen den Weg frei für bis zu siebenstöckige Bebauung in der Hafencity Geesthacht.

Geesthacht. Der Ausschuss für Stadt- und Verkehrsplanung machte jetzt mehrheitlich den Weg frei für eine höhere, bis zu siebengeschossige Bebauung des Geländes der ehemalige Tischlerei Grabau an der Steinstraße in der Geesthachter Hafencity. Nur die Linken stimmten gegen den Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan.

Als das die Fläche entwickelnde Bauunternehmen Johann Bunte aus Papenburg dem Ausschuss die Pläne für den Geschossbau im Juni das erste Mal vorgestellt hatte, war das Stirnrunzeln groß gewesen. Ein sechsstöckiges und ein weiteres siebenstöckiges Gebäude direkt an der Elbpromenade? Bisher hatte nur das Unternehmen Züblin in den Elbterrassen III diese Geschossigkeit einmalig für Eigentumswohnungen der Eigenmarke „Waterkant“ in Angriff genommen.

Beratung in den Fraktionen ließ die Stimmung zugunsten des Investors kippen

Die Mitglieder des Ausschusses hatten im Juni für eine Beratung in den Fraktionen gestimmt, bevor sie einer weiteren Entwicklung in die Höhe ihren Segen geben wollten. Nun war Projektmanager Fabian Möbus erneut im Stadtplanungsausschuss.

Erkenntnis für ihn: Seine Besuche bei den Fraktionen zur Erläuterung des Projektes hatten sich gelohnt. Die Höhe der Gebäude war kein Problem mehr, wurde von der CDU sogar begrüßt.

198 Wohnungen sollen im Areal Westhafen II in Geesthacht entstehen

„Die Hafencity entwickelt sich bisschen langweilig“, befand etwa Andreas Schwandt. Er wünscht sich mehr maritimen Pfiff und markante Gebäude, die noch höher ausfallen dürften. „Es könnte auch eine ,Zehn’ drinstehen“, meinte er. Dem widersprach Peter Junge, Fachbereichsleiter Umwelt und Bauen: „Nicht alles ist offen“, erklärte er bezüglich des Projektes. Mehr Bewohner würden zum Beispiel auch eine neue Planung der Tiefgarage nötig machen.

Insgesamt 198 Wohnungen werden auf dem 19.828 Quadratmeter großen Areal „Westhafen II“ entstehen. Schlicht mit „Wohnen im Westhafen“ betitelt Bunte sein Vorhaben. Die Hochgeschosser und ein anschließendes fünfstöckiges Gebäude sind Eigentumswohnungen vorbehalten.

25 Prozent werden geförderte Wohnungen sein, wie von Geesthacht gefordert

Im Gebäude zur Steinstraße befinden sich auch 52 geförderte Wohnungen. Mit ihnen wird der 25-Prozent-Anteil, wie in Geesthacht verlangt, erfüllt. Die Tiefgarage weist 175 Stellplätze auf.

Die Stadtverwaltung äußerte ebenfalls Änderungswünsche. So sollen das sechs- und das siebenstöckige Haus die Lage tauschen. Hildegard Adamofski (Fachdienstleitung Stadtplanung) führte zwei Gründe an. Zum einen würde dieser „Leuchtturm“ von der Steinstraße aus besser zu sehen sein, zum anderen würde das geplante Seniorenheim (dreistöckig) sonst optisch eingezwängt zwischen Züblins „Siebener“ im Westen und dem neuen Bunte-Haus im Osten.

Anfangs skeptisch, sehen die Politiker aus Geesthacht jetzt die vielen Stockwerke positiv

Die Ausschussmitglieder konnten sich damit anfreunden. „Ich bin auf der anderen Elbseite gewesen, um mir das von dort anzusehen“, erzählte Gerhard Boll (Grüne), der Ausschussvorsitzende. „Man kann anhand der Züblin-Kräne sehen, wie hoch es wird. Das kann man durchaus vertreten.“ Auch Rüdiger Tonn (FDP) war auf der gegenüberliegenden Hafenseite, um sich einen Überblick zu verschaffen. „Der Tausch ist keine Verschlechterung der Situation, es sieht aufgelockerter aus“, befand er.

Auch Fabian Möbus war nicht dagegen: „Das ist auch für uns eine Variante, die gangbar ist bei gleicher Ausgestaltung der Baukörper.“ Sorgen gab es wegen möglicher Verschattung. Eine Studie liegt noch nicht vor. Nicht ungewöhnlich, erläuterte Hildegard Adamofski. „Über Details wird noch gesprochen. Es geht darum, die Grundzielrichtung festzulegen, damit Bunte weiterplanen kann.“

Der Verkauf der Wohnungen soll Mitte 2022 starten

Fabian Möbus wird also regelmäßig Gast im Ausschuss sein, um die Entwicklung vorzustellen. „Vielleicht können im Oktober Entwürfe für die Fassaden präsentiert werden“, sagte er unserer Zeitung. Der Start des Verkaufs ist für Mitte kommenden Jahres geplant.

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