Wahl entschieden

Olaf Schulze bleibt Bürgermeister von Geesthacht

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Dirk Schulz und Dirk Palapies
Amtsinhaber Olaf Schulze gibt im Wahlbezirk 17, der Waldschule in Grünhof, seine Stimme ab.

Amtsinhaber Olaf Schulze gibt im Wahlbezirk 17, der Waldschule in Grünhof, seine Stimme ab.

Foto: Dirk Schulz

Ergebnis stand um 18.50 Uhr fest: Amtsinhaber ist der alte und neue Verwaltungschef. Wahlbeteiligung nur 18,9 Prozent.

Geesthacht. Das Wahllokal im Seniorenclub am Keil war als erstes fertig. Schon um 18.18 Uhr wurde das Ergebnis der Auszählung der Stimmen zur Wahl des Geesthachter Bürgermeisters an die Zentrale im Rathaus gemeldet. Es hinterließ beim Amtsinhaber und einzigen Kandidaten um die neue, sechsjährige Dienstzeit gemischte Gefühle. Die übermittelten rund 90 Prozent Zustimmung „sind ein tolles Ergebnis“, meinte Olaf Schulze, „aber in Sachen Wahlbeteiligung hätte ich mir mehr gewünscht.“ Die hatte dort nur bei 17 Prozent gelegen.

Die Wiederwahl von Olaf Schulze war zu keinem Zeitpunkt gefährdet. Denn das erste Ergebnis gab exakt den Trend vor: Zustimmung top, Quote mau. So wurde es mit geringen Variationen auch aus den anderen 16 Wahllokalen mitgeteilt. Um 18.50 Uhr stand das vorläufige amtliche Endergebnis fest: 90,2 Prozent stimmten mit „Ja“, also für Schulze, das waren 4139 Stimmen, 450 mit „Nein“. Die Wahlbeteiligung lag letztlich bei 18,9 Prozent.

Viele Bürger hätten bemängelt, dass es keine Wahlmöglichkeit gab

Anwesend im Rathaus war auch der Fraktionsvorsitzende der CDU, Arne Ertelt. „Dass ist die Wahlbeteiligung, die ich erwartet hatte“, meinte er. Ertelt hatte selbst mit einer Kandidatur geliebäugelt, letztlich verzichtete die CDU aber auf einen eigenen Kandidaten. Ertelt gab an, dass ihm gegenüber viele Bürger bemängelt hätten, dass es letztlich keine Wahlmöglichkeit gegeben habe. Er gratulierte Schulze, wünschte eine gute neue Amtszeit und eine gute Zusammenarbeit. Petra Burmeister, die SPD-Fraktionsvorsitzende, und der Ortsverein-Vorsitzende Julian Peemöller waren zum Scherzen aufgelegt. „Nächstes Mal stellen wir zwei SPD-Kandidaten auf, damit es ein bisschen spannender wird“, flachsten sie.

Der neue und alte Amtsinhaber hatte seine Stimme um 14.10 Uhr im Wahlbezirk 17, der Waldschule in Grünhof, abgegeben. Zu diesem Zeitpunkt waren gerade einmal 121 von 1364 Wahlberechtigten an die Urne getreten. Hier gab es am Ende für Olaf Schulze 264 Mal „Ja“, das entspricht 92,7 Prozent.

Amtsinhaber muss erklären, warum überhaupt gewählt wird

Eine möglichst hohe Wählerzahl, also eine große Legitimation für seine zweite Amtszeit, war Schulze wichtig. Deshalb hatte sich der SPD-Politiker, unterstützt von seiner eigenen Partei sowie den Grünen und der FDP, in einen aufwendigen Wahlkampf gestürzt. Ausgegeben wurde eine fünfstellige Summe.

Immer wieder musste der Amtsinhaber erklären, warum überhaupt gewählt wird. Die Wahl sei ja sowieso schon gelaufen. „Es ist in der Gemeindewahlordnung nun mal vorgesehen, dass der Bürgermeister direkt gewählt wird. Eine Wahl zu haben ist auch keine Selbstverständlichkeit. Und natürlich geht es auch um Legitimation“, sagt Schulze.

Bei der letzten Wahl gaben 36,1 Prozent ihre Stimme ab

25 Prozent wären angesichts der Tatsache, dass mit Olaf Schulze nur ein Bewerber um das Amt antrat, für den Ersten Stadtrat und Gemeindewahlleiter Dr. Georg Miebach eine gute Quote gewesen, das hatte er sich am Freitag gewünscht (wir berichteten).

Bei der Bürgermeisterwahl im Jahr 2015 konnten die Bürger noch zwischen Schulze und Karsten Steffen (CDU, heute Kreisverwaltung) entscheiden. Damals betrug die Wahlbeteiligung 36,1 Prozent. Auf Schulze entfielen 5232 Stimmen, das entsprach 60 Prozent. Nun war Dr. Miebach der erste, der Olaf Schulze zur Wiederwahl gratulierte. „Es ist gut, wenn man zu seinem Chef ein gutes Verhältnis hat“, meinte er gut gelaunt. Am Donnerstag wird er auf dem Gemeindewahlausschuss (18 Uhr, Ratssaal) das amtliche Endergebnis verkünden.

Die Wiederwahl feierten Olaf Schulze und die Unterstützer im kleinen Rahmen im Restaurant „Lindenhof“.

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