Lauenburg-Süd

Wer wird Nachfolgerin von Kathrin Bockey?

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Dirk Schulz
Anika Pahlke (l., 34) und Katrin Fischer (38) wollen SPD-Direktkandidatinnen im Wahlkreis 35 (Lauenburg-Süd) werden.

Anika Pahlke (l., 34) und Katrin Fischer (38) wollen SPD-Direktkandidatinnen im Wahlkreis 35 (Lauenburg-Süd) werden.

Foto: Kai Treffan/Dirk Schulz

Katrin Fischer aus Geesthacht und Anika Pahlke (Aumühle) bewerben sich um das Landtagsmandat und somit als SPD-Direktkandidatin.

Geesthacht. Am 12. September will Kathrin Bockey Bürgermeisterin der Samtgemeinde Elbmarsch werden. Dafür hat die SPD-Politikerin bereits ihre langjährigen Ämter in der Geesthachter Kommunalpolitik aufgegeben (wir berichteten). Unabhängig vom Ausgang der Bürgermeisterwahl scheidet Bockey nach dieser Legislaturperiode auch aus dem schleswig-holsteinischen Landtag aus, in dem sie als Direktkandidatin für den Wahlkreis Lauenburg-Süd sitzt.

Als Nachfolgerin für dieses Mandat und somit als SPD-Direktkandidatin für die Landtagswahl am 8. Mai 2022 bewerben sich zwei Frauen: die Geesthachterin Katrin Fischer (38) und Anika Pahlke (34) aus Aumühle. Beide eint, dass sie wie ihre direkten Vorgänger Kathrin Bockey und Olaf Schulze (inzwischen Bürgermeister) aus dem Geesthachter Ortsverein stammen.

Trotz jungen Alters bereits eine erfahrene Politikerin

Ihr politischer Werdegang ist dagegen sehr unterschiedlich. Pahlke ist trotz ihres jungen Alters eine erfahrene Politikerin und bereits seit ihrer Jugend kommunalpolitisch aktiv. Fischer dagegen ist Quereinsteigerin. Die Betriebswirtin engagiert sich erst seit 2018 in der Geesthachter Lokalpolitik. Wir stellen beide Kandidatinnen vor.

Seit 2013 lebt Katrin Fischer mit ihrem Mann und den beiden kleinen Kindern in Geesthacht. Sie trat erst 2009 in die SPD ein. „Ich komme zwar aus einer Hamburger Arbeiterfamilie, bin aber erst Mitglied geworden, als es nach den beginnenden Wahlverlusten darum ging, Farbe zu bekennen“, sagt sie.

Für finanzielle Erleichterung von Familien eingesetzt

Nach einem Besuch auf einem kommunalpolitischen Abend, auf dem sie den im Vergleich zu Hamburg unterschiedlichen Verwaltungsaufbau verstehen wollte, wurde sie sofort aktiv. „In der Kommunalpolitik hat man so viel Einfluss und kann ganz viel bewegen“, schwärmt Fischer, die seit 2019 dem Geesthachter Sozialausschuss angehört und am 1. August für Jörg Zimmer in die Ratsversammlung rückte.

Sie setzte sich für eine finanzielle Erleichterung von Familien (Stichwort: Geschwisterermäßigung) ein und befürwortet den Kita-Neubau in Geesthacht. „Ich stehe für eine gerechte Familienpolitik und dafür, dass alle Kinder die gleichen Chancen haben. Bei diesen Themen kann man auch im Landtag viel bewegen“, erklärt Fischer, warum sie in die große Politik will.

Im Fall einer Wahl Rollentausch mit ihrem Mann

Sollte sie gewählt werden, würden sie und ihr Mann die Rollen tauschen. Dann würde sie Vollzeit und ihr Mann nur noch in Teilzeit arbeiten. Fischers Arbeitgeber, eine Bank, ist eingeweiht. „In der Politik ist es wichtig, dass es nicht nur Menschen gibt, die das seit Jahren machen, sondern auch solche, die aus dem Leben kommen“, sagt Katrin Fischer.

Bis zur Kür der Kandidatin durch Delegierte aus den Ortsverbänden in diesem Herbst – weitere Bewerbungen sind noch möglich – will sie jetzt Kontakte zu den anderen SPD-Ortsverbänden knüpfen, um auch über die Stadtgrenzen hinaus bekannt zu werden.

Durch langjährige politische Arbeit zahlreiche Kontakte

Diese Kontakte besitzt Anika Pahlke durch ihre langjährige politische Arbeit bereits. Die Schwester des Reinbeker SPD-Landtagsabgeordneten Martin Habersaat und Büroleiterin der Bundestagsabgeordneten Nina Scheer hat schon Finanzminister Olaf Scholz in seinem ersten Wahlkampf um das Amt des Hamburger Bürgermeisters unterstützt.

Pahlke, die nach der Geburt ihres ersten Kindes in Elternzeit ist und sich schon als Jugendliche in der SPD Barsbüttel engagierte, gehörte von 2008 bis 2013 dem Kreistag in Stormarn an und ist seit 2018 Mitglied des Kreistags im Herzogtum Lauenburg. Die Politikwissenschaftlerin ist auch stellvertretende Vorsitzende der Geesthachter SPD und will „mit meiner Erfahrung und großer Motivation“ sich vor allem um den sozialen Zusammenhalt, Klimaschutz und Familienfreundlichkeit kümmern.

Niedriglöhne und steigende Mieten als Brandbeschleuniger

„Hamburg macht bei den konkreten Angeboten für die Bürgerinnen und Bürger manches besser: Der ÖPNV-Takt, die kostenfreie Kita und die Wohnungsbauoffensive können Vorbild für uns in Schleswig-Holstein sein.“ Es gelte zudem, der wachsenden wirtschaftlichen Ungleichheit und sozialen Spaltung entgegenzuwirken. Als „Brandbeschleuniger“ identifiziert Pahlke neben Niedriglöhnen die seit Jahren steigenden Mieten.

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