Herzogtum Lauenburg

Escheburger ärgert sich über Pferdeäpfel vorm Haus

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Die braunen Corpora Delicti: Immer wieder lassen Reiter Pferdeäpfel an der Landstraße in Escheburg auch im Vorgarten liegen.

Die braunen Corpora Delicti: Immer wieder lassen Reiter Pferdeäpfel an der Landstraße in Escheburg auch im Vorgarten liegen.

Foto: Privat

Reimut Kanitz beklagt den Mist auf dem Rasen seines Vorgartens. Reiter sind zum Einsammeln der Hinterlassenschaften verpflichtet.

Escheburg. Viele Menschen ärgern sich über Hundekot auf dem Bürgersteig. Die Hinterlassenschaften, mit denen Reimut Kanitz hadert, sind deutlich größer. Er beklagt Pferdeäpfel auf dem Rasen des Vorgartens. Reimut Kanitz wohnt an der Landstraße in Escheburg. Südlich davon, im ländlichen Teil, wird viel geritten. Doch immer wieder stoßen Reiter auch zur B 5 vor, auch um die Pferde an Autos und Straßengeräusche zu gewöhnen. Dann geht es zurück zu den Feldwegen. Einige Rösser sind nun ein wenig leichter als zuvor. Das fehlende Gewicht liegt als braune Masse vorm Mehrfamilienhaus.

Anwohner aus Escheburg ärgert sich über Pferdeäpfel im Vorgarten

„Der Hauswart betreut mehrere Objekte, der kann sich auch nicht kümmern“, sagt Reimut Kanitz. Die Pferdebesitzer ritten zudem in Richtung Voßmoor über die Brücke über die Autobahn, und auch da sei es ziemlich „vollgeäppelt“. Reimut Kanitz beobachtet einen Verfall der Sitten. „Ich bin 20 Jahre lang selbst geritten, wir wussten, worauf es ankommt. Mein Reitstall in Kuddewörde hat jeden zur Sauberkeit angehalten.“

Früher, an seinem alten Wohnsitz, hat Reimut Kanitz den Mist auch mal aufgesammelt, der war gut als Dünger für Erdbeer- und andere Beete. Aber nun wohnt er in einem Mietshaus. Und da gibt es nur den gepflegten Rasen vor der Tür.

In einem Ordnungswidrigkeitsverfahren drohen sogar bis zu 5000 Euro

Das Problem der Pferdeäpfel existiert in vielen ländlichen Gemeinden. Eine Extrawurst für Pferde gebe es nicht, sagt Tobias Frohnert, Sprecher der Kreisverwaltung Herzogtum Lauenburg. Reiter sind wie Hundebesitzer verpflichtet, die Hinterlassenschaften ihrer Tiere zu entfernen, „zumal Pferdeäpfel auf dem Rad- oder Gehweg ja nicht ungefährlich sind, da man auf ihnen ausrutschen könnte“.

Es gilt die Straßenverkehrsordnung (§ 32 StVO), und demnach ist es verboten, „die Straße zu beschmutzen oder Gegenstände auf Straßen zu bringen oder dort liegen zu lassen, wenn dadurch der Verkehr gefährdet oder erschwert werden kann. Wer für solche verkehrswidrigen Zustände verantwortlich ist, hat diese unverzüglich zu beseitigen.“ Das Oberlandesgericht Köln hat auch Kuhmist als unter diesen Paragrafen fallend eingestuft. Als Bußgeld bei Verstößen können zehn Euro, in einem Ordnungswidrigkeitenverfahren sogar bis zu 5000 Euro fällig werden.

Auf die Spitze treiben will Reimut Kanitz den Ärger gar nicht. Er hofft, dass die Reiter für das Thema sensibilisiert werden und künftig Hinterlassenschaften wegräumen.

( pal )

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