Pandemie

Monteurunterkunft in Geesthacht steht unter Quarantäne

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In einer Unterkunft für Monteure in Geesthacht sind zwei Bewohner positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das Gesundheitsamt setzte am frühen Freitagmorgen mit Hilfe der Polizei eine Quarantäne-Verfügung durch.

In einer Unterkunft für Monteure in Geesthacht sind zwei Bewohner positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das Gesundheitsamt setzte am frühen Freitagmorgen mit Hilfe der Polizei eine Quarantäne-Verfügung durch.

Foto: Dirk Schulz

Das Gesundheitsamt des Kreises holte sich am Freitagmorgen Unterstützung vom Ordnungsamt, der Polizei sowie Sprachmittlern.

Geesthacht. Mit drastischen Mitteln hat das Kreis-Gesundheitsamt 37 Bewohner (28 Erwachsene, acht Kinder) eines Hauses in der Charlottenburger Straße in Geesthacht unter Corona-Quarantäne gestellt. Als die Mitarbeiter sowie ihre Kollegen vom Ordnungsamt Geesthacht am Freitagmorgen auf dem Hof vorfuhren, umstellte eine Hundertschaft der Polizei das Objekt im Düneberger Indus­triegebiet, in dem auch eine unbeteiligte Tanzschule Räume gemietet hat.

Es war befürchtet worden, dass einige der überwiegend ausländischen Bewohner sich der Anordnung durch Flucht widersetzen könnten. Um zudem möglichst vielen Personen anzutreffen, bevor sie sich auf den Weg zur Arbeit machen,begann die Aktion bereits um 6 Uhr.

Geesthacht: Unterkunft für Monteure steht unter Quarantäne

Anlass für den Einsatz waren zwei Bewohner, die zuvor positiv auf das Coronavirus getestet worden waren. Im Zuge der Kontaktermittlungen kam heraus, dass alle auf engstem Raum an der Charlottenburger Straße lebten. Das machte die Quarantäne unumgänglich.

Als die Mitarbeiter des Gesundheitsamts mit der Hilfe eines Übersetzers für Rumänisch die Bewohner über ihre Situation aufklärten, nahmen diese es sehr ruhig auf. Zwei weitere Bewohner, die bereits zur Arbeit aufgebrochen waren, wurden später erreicht.

Bewohner dürfen das Grundstück nicht verlassen

Noch am Vormittag fuhr das Corona-Testmobil der Kassenärztlichen Vereinigung vor, um zu überprüfen, ob weitere Ansteckungen gegeben hat. Die Ergebnisse lagen bis Redaktionsschluss nicht vor.

Damit gewährleistet ist, dass die Bewohner das Grundstück dauerhaft nicht verlassen, hat der Kreis einen Ordnungsdienst beauftragt, das Haus zu überwachen. Zusätzlich wird die Aufstellung eines Bauzauns geprüft. Die Versorgung mit Lebensmitteln hat das DRK-Schwarzenbek übernommen.

Weitere positive Fälle hätten keinen Einfluss auf Verordnung

Sollten weitere positive Fälle festgestellt werden, die die Inzidenz im Kreis signifikant ansteigen ließen, hätte dies keine Auswirkungen auf die Corona-Verordnung. „Es wäre bekannt, wo es herkommt und kein diffuses Ausbruchsgeschehen“, sagte Kreissprecher Tobias Frohnert.

Am Freitag wurden im Kreis zwei Neuinfektionen registriert, die Inzidenz bleibt bei 11,1. Die Fälle aus der Charlottenburger Straße, die den Einsatz ausgelösten, sind älteren Datums.

Die Stadt Geesthacht hatte in den vergangenen Wochen zeitweise eine Corona-Inzidenz von mehr als 200. Die größte Stadt des Kreises (rund 30.600 Einwohner) lag meist über den Werten der anderen Städte und größeren Gemeinden im Lauenburgischen.

( dpa/isa )

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