Pandemie

Notbremse: Diese Corona-Regeln gelten im Herzogtum Lauenburg

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Der Kreis Herzogtum Lauenburg liegt über der 100er-Marke. Nun greift die Corona-Notbremse. (Symbolbild)

Der Kreis Herzogtum Lauenburg liegt über der 100er-Marke. Nun greift die Corona-Notbremse. (Symbolbild)

Foto: Lars Heidrich / FUNKE Foto Services

Die Zahl der Infizierten ist so hoch, dass der Kreis nun reagiert: Notbetreuung in Kitas, "Click & Collect" im Einzelhandel.

Geesthacht. Jetzt ist es amtlich, der Kreis Herzogtum Lauenburg zieht die Corona-Notbremse. Bereits in der vergangenen Woche hatte sich angedeutet, dass das Kreisgesundheitsamt weitere Schritte zur Eindämmung der Corona-Pandemie unternehmen muss. So überschritt der Sieben-Tage-Inzidenzwert am vergangenen Freitag wieder die kritische Grenze von 100 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner. Bis Sonntag stieg dieser weiter auf 131,3 an.

Herzogtum Lauenburg hat höchste Corona-Inzidenz seit Pandemie-Beginn

Kreissprecher Tobias Frohnert sagt dazu: "Das Ergebnis der heutigen Lagebesprechung zwischen dem Kreisgesundheitsamt und dem Sozialministerium war zu erwarten. Ab Mittwoch setzt der Kreis weitere Maßnahmen im Wege einer neuen Allgemeinverfügung um." Die neuen Corona-Regeln gelten zunächst bis Sonntag, 25. April, und können je nach Lage angepasst, verlängert oder früher aufgehoben werden.

Die neuen Corona-Regeln für das Herzogtum Lauenburg:

  • Zusammenkünfte sowohl im öffentlichen als auch im privaten Raum werden beschränkt auf Personen des eigenen Haushalts plus eine zusätzliche Person, Kinder bis 14 Jahre zählen dabei nicht mit.
  • In Kitas wird nur noch eine Notbetreuung angeboten.
  • Schulen wechseln in den Distanzunterricht. Ausgenommen sind Notbetreuungsangebote für die Klassenstufen eins bis sechs sowie Präsenzunterricht für Abschlussklassen zur Prüfungsvorbereitung und zur Durchführung von Prüfungen und für Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf.
  • Ausschank und Verzehr alkoholhaltiger Getränke im öffentlichen Raum sind untersagt.
  • Die Außengastronomie bleibt mit Ausnahme von der Abholung von Speisen geschlossen.
  • Der Einzelhandel, mit Ausnahme von Lebens- und Futtermittelangeboten, Wochenmärkten, Getränkemärkten, Apotheken, Sanitätshäusern, Drogerien, Tankstellen, Poststellen, Reformhäusern, Babyfachmärkten, Zeitungsverkauf, Tierbedarfsmärkten, Buchhandel, Blumenläden, Gärtnereien, Gartenbaucentern, Baumärkten sowie Lebensmittelausgabestellen (Tafeln), ist zu schließen. Angebote im Rahmen von „click & collect“ sind gestattet, sofern Kunden nur einzeln die Verkaufsräume betreten oder die Abholung draußen erfolgt.
  • Verkaufsstellen dürfen nur noch von einer Person je Haushalt betreten werden, ausgenommen sind Kinder unter 14 Jahren sowie eventuell erforderliche Assistenzpersonen.
  • Mit Ausnahme von Haupthaar- und Nagelpflege sowie medizinisch oder pflegerisch notwendige Dienstleistungen, sind Dienstleistungen mit Körperkontakt nur mit negativem, höchstens einen Tag altem Corona-Schnelltestergebnis der Kunden zulässig.
  • Innenbereiche von Freizeit- und Kultureinrichtungen sind zu schließen.
  • Sport kann entweder allein, mit Personen aus dem eigenem Haushalt oder einer anderen Person durchgeführt werden. Kinder bis 14 Jahre können draußen in Gruppen von maximal 5 Personen ohne Körperkontakt in festen Gruppen unter Anleitung eines Übungsleiters Sport treiben.
  • Der theoretische Fahrschulunterricht ist als Fernunterricht zu gestalten, ausgenommen ist der Unterricht zum Erwerb der Grundqualifikation und Weiterbildung nach §§ 2 und 5 des Berufskraftfahrerqualifikationsgesetzes.
  • Die Gruppengröße bei der Hundeausbildung ist auf fünf Personen begrenzt.

Das Kreisgesundheitsamt zählt aktuell insgesamt 4164 bestätigte Corona-Infektionen und somit 13 mehr als am Vortag (Stand: Montag, 16.30 Uhr) 3400 Personen gelten zwischenzeitlich wieder als genesen, 102 Personen verstarben aufgrund ihrer Covid-19-Erkrankung. Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt zu Dienstag voraussichtlich auf 132,8 Neuinfektionen je 100.000 Einwohnern und damit auf den höchsten Wert seit Beginn der Pandemie.

Besonders hoch ist aktuell der Wert in Schwarzenbek mit 373,6. Auch Geesthacht liegt mit 179,2 noch über dem Kreis-Durchschnitt. In Lauenburg liegt die Inzidenz bei 96,8. Die britische Mutante wurde insgesamt 645 Mal nachgewiesen, in den vergangenen 14 Tagen in 45,2 Prozent der Fälle. Allerdings werden nicht in jedem Labor alle Fälle auf B.1.1.7 überprüft.

( PM/isa )

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