Forschung

Geesthachter Helmholtz-Zentrum benennt sich um

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Das Schild am Helmholtz-Zentrum verkündet es: „Hereon“ ersetzt „Geesthacht“.

Das Schild am Helmholtz-Zentrum verkündet es: „Hereon“ ersetzt „Geesthacht“.

Foto: Foto: Hereon/Bianca Seth

Der Ortsname wird gegen „Hereon“ ausgetauscht. Der Standort steht nicht in Frage. "Wir bleiben Botschafter für Geesthacht“.

Geesthacht. „Hereon“ statt „Geesthacht“. Das aus Buchstaben der Begriffe Helmholtz, Resilienz und Innovation zusammengesetzte Kunstwort ersetzt die Ortsbezeichnung im Namen. Das Helmholtz-Zentrum Geesthacht nennt sich fortan Helmholtz-Zentrum Hereon (wir berichteten). Auch das Logo ist neu. Die Hinweisschilder auf dem Gelände an der Max-Planck-Straße 1 und an der B 5 bei der Zufahrt sind bereits gewechselt, in der Stadt wird dies in dieser Woche geschehen.

Helmholtz-Zentrum Geesthacht hat einen neuen Namen

Hereon-Sprecher Dr. Torsten Fischer beteuert, dass die Umbenennung nicht bedeutet, dass sich das Helmholtz-Zentrum aus der Region verabschieden wird und schon mal mit der Tilgung des Ortsnamens beginnt. „Wir bleiben Botschafter für Geesthacht. Ein Abwandern ist nicht denkbar, da gibt es keinen Hintergrund. Wir sind hier fest verankert und sehen uns weiterhin als großen Akteur in der Region“, sagt er. Hintergrund sei, die verschiedenen Standorte begrifflich unter einem Namen erfassen zu können, um ihnen gerecht zu werden. Dr. Fischer: „Den einen klassischen Standort gibt es nicht mehr, die anderen Standorte sollten mit einbezogen werden.“

„Die Beschreibung‚ Material- und Küstenforschung‘ in unserem alten Namen umfasste nicht mehr sämtliche unserer Forschungsbereiche“, erläutert Prof. Matthias Rehahn, Wissenschaftlicher Geschäftsführer des Helmholtz-Zentrums Hereon. Über die Jahre hat sich das HZG thematisch weiterentwickelt und seine Standorte ausgebaut. So ist der Sitz des „Gerics – Deutsches Institut für Klimaservices“ des Hereons in Hamburg. Ein weiterer großer Forschungscampus befindet sich in Teltow bei Berlin mit dem Institut für Aktive Polymere. Außerdem gibt es noch Außenstellen in Hamburg am Deutschen Elektronensynchrotron, in Kiel an der Christian-Albrechts-Universität, in Berlin an der Charité und in Garching bei München an der Forschungs-Neutronenquelle Heinz Maier-Leibnitz (FRM II). Das Helmholtz-Zentrum Hereon zählt insgesamt rund 1100 Beschäftigte und verfügt über einen Jahresetat von rund 100 Millionen Euro.

"Wir fühlen uns mit der Region sehr verbunden"

„Der Hauptsitz des Hereons liegt weiterhin in Geesthacht, und wir fühlen uns mit der Region sehr verbunden“, erklärt auch Silke Simon, Kaufmännische Geschäftsführerin des Hereons. Es ist uns jedoch wichtig, sämtliche Orte unseres Handelns in der Außendarstellung zukünftig in einem Namen zu vereinen. Hierdurch wollen wir gemeinsam international noch stärker sichtbarer werden.“ „Wir halten die Flagge für Geesthacht weiter hoch, unsere Mitarbeiter sind in der ganzen Welt unterwegs“, ergänzt Dr. Torsten Fischer.

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Der Löwenanteil an den Kosten für die Neugestaltung – ein fünfstelliger Betrag – geht an die Agentur „Nordsonne Identity“ in Berlin. Das Unternehmen ist auf Wissenschaftskommunikation spezialisiert, wurde über eine Ausschreibung gefunden. „Wir haben ansonsten viel selber gemacht mit Bordmitteln“, sagt Dr. Fischer. Das Helmholtz-Zentrum verfüge über eine Druckerei und eine Grafikerin.

Sich immer wieder neu erfinden, gehöre zum Geschäft

Geschäftsführer Ulf Hahn von der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Herzogtum Lauenburg glaubt nicht, dass die Region für Wirtschaftsunternehmen an Attraktivität verliert, weil nicht mehr sofort durch den Ortsnamen als Attribut ersichtlich ist, dass sich eine so renommierte Einrichtung in der Nachbarschaft befindet. „Auf lange Sicht spielt die Namensänderung als Strahlfaktor für die Region keine Rolle. Wichtig ist, dass so ein Institut hier ist, das muss in den Köpfen sein.“ Und das „Geesthacht“ im Namen war gar nicht so verankert. „Ich habe mich immer wieder gewundert, dass einigen Gesprächspartnern die Existenz des HZG am Standort gar nicht klar war“, sagt er.

Auch Jürgen Wirobski von der Wirtschaftlichen Vereinigung Geesthacht sieht das Verschwinden des „G“ hinter dem „HZ“ entspannt. „Sich immer wieder neu zu erfinden, gehört zum Geschäft dazu“, sagt er. „Wir sind weiter Standort eines weltweit agierenden Forschungsunternehmens, darauf können wir stolz sein.“

( pal )

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