Corona-Krise

Selbsttests an Schulen: Nur die Hälfte der Schüler macht mit

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Dirk Schulz und Dirk Palapies
Kirsten Hansen ist Rektorin der Silberbergschule in Geesthacht.

Kirsten Hansen ist Rektorin der Silberbergschule in Geesthacht.

Foto: Dirk Schulz

Resonanz an Geesthachter Schulen in erster Woche ausbaufähig. Die Bedenken sind groß. Ältere Schüler fürchten um Abschlussarbeiten.

Geesthacht. Nach der ersten Woche, in der für Schüler in Schleswig-Holstein Corona-Selbsttests während des Unterrichts auf freiwilliger Basis möglich waren, fällt das Fazit an den Geesthachter Schulen gemischt aus. Teilweise lag die Beteiligung höher als erwartet, teilweise ist sie stark ausbaufähig.

„Es ist noch viel Aufklärungsbedarf vorhanden“, hat Kirsten Hansen, Rektorin der Grundschule Silberberg, festgestellt. Als Bedenken, die ihr zugetragen wurden, nennt sie die psychische Belastung für das Kind, sollte ein positives Ergebnis vorliegen, oder die Angst vor Verletzungen in der Nase.

Nicht mal jeder zweite Schüler beteiligt sich in Geesthacht an den Selbsttests

„Wir haben die Tests wie eine Sachunterrichtstunde angelegt. Danach wollten einige Kinder das nächste Mal auch mitmachen“, sagt Hansen. Das geht aber nur, wenn eine Einverständniserklärung der Eltern vorliegt.

An der Silberbergschule lag die Beteiligung bei rund 50 Prozent, an der Grundschule in der Oberstadt zwischen 40 und 45 Prozent. Das ist jeweils mehr, als die Schulen erwartet hatten. Als „ausbaufähig“ bezifferte derweil Leiterin Kirsa Siegemund, die Zahlen am Otto-Hahn-Gymnasium. Hier beteiligten sich nur rund 30 Prozent der Fünft- und Sechstklässler. Siegemund setzt darauf, dass die Quote nach den Osterferien steigt.

Zehntklässler sorgen sich bei positivem Ergebnis um ihren Abschluss

Zudem scheinen Schüler in Abschlussklassen genau abzuwägen, ob sie einen positiven Test vor den entscheidenden Arbeiten riskieren wollen. An der Alfred-Nobel-Schule beteiligten sich etwa nur zehn Prozent der Neunt- und Zehntklässler an den freiwilligen Selbsttests.

Übrigens: Alle Tests an allen Schulen waren negativ.

45 Neuinfektionen im Kreis – zweithöchster Tageswert seit Pandemiebeginn

Der Sieben-Tage-Inzidenzwert im Kreis Herzogtum Lauenburg ist dagegen erneut auf 86,4 gestiegen. Grund ist die zweithöchste Anzahl an Corona-Neuinfektionen seit Beginn der Pandemie. Am Freitag wurden 45 Menschen positiv im Kreis getestet, nur am 3. Februar dieses Jahres waren es mit 49 noch mehr.

Ein Hotspot sei dabei aber nicht zu erkennen, teilt Kreissprecher Tobias Frohnert mit. Aktuell befinden sich 481 Menschen in Quarantäne. Die britische Corona-Mutante wurde bisher in 307 Fällen festgestellt, in den vergangenen 14 Tagen entspricht ihr Anteil 31,4 Prozent. Die Inzidenz für Geesthacht beträgt 123,8, für Lauenburg 52,8 und für Schwarzenbek 156,7.

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