Johanniter-Krankenhaus

Psychosomatische Störungen: Klinik setzt neue Schwerpunkte

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Dirk Palapies
Dr. Katrin Breitbach (l.) ist die Leiterin der Psychosomatischen Tagesklinik. Chefärztin Dr. Christine Hilper freut sich über die neue Führung.

Dr. Katrin Breitbach (l.) ist die Leiterin der Psychosomatischen Tagesklinik. Chefärztin Dr. Christine Hilper freut sich über die neue Führung.

Foto: Dirk Palapies

Geesthachter Klinik erweitert Angebot in Tagesklinik. Neue Abteilungsleiterin bringt Erfahrung aus Japan mit und hilft mit Hypnose.

Geesthacht. Das Johanniter-Krankenhaus in Geesthacht setzt im Bereich Psychiatrie neue Schwerpunkte bei der Behandlung von psychosomatischen Störungen. Leiterin der Tagesklinik in der Einrichtung am Runden Berge ist nun Dr. Katrin Breitbach.

„Mit ihr haben wir das erste Mal eine psychosomatisch-fachärztliche Leitung“, freut sich Dr. Christine Hilper. Die psychiatrische Klinikabteilung bietet seit 1996 stationäre, tagesklinische und auch ambulante Behandlungen an.

Johanniter-Krankenhaus weitet psychiatrisches Angebot in Tagesklinik aus

Dr. Katrin Breitbach ist Fachärztin für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie und unter anderem zertifizierte Hypnosetherapeutin (DGH). Sie lebte mehrere Jahre in Japan. Die Facharztausbildung hat sie an der renommierten Schön Klinik in Bad Bramstedt absolviert. Am Behandlungskonzept sind weitere Kollegen wie Psychologen, Ergotherapeuten, Sozialpädagogen, Ärzte und Pflegekräfte als Co-Therapeuten beteiligt.

20 Plätze stehen in der Tagesklinik zur Verfügung. „Das ist in Ordnung, im Kreis kommen wir ganz gut hin mit diesen Plätzen“, sagt Dr. Christine Hilper. Ein Patient beansprucht seinen Platz etwa für sechs Wochen.

In Corona-Krise kommt täglich ein Patient mit psychischen Problemen

Wie viele Patienten mehr wegen der belastenden Corona-Situation mit Depressionen oder Panikattacken über die Zentrale Notaufnahme zur Behandlung in die psychiatrische Abteilung gekommen seien, ließe sich nicht genau auswerten, teilt das Krankenhaus mit. Nach Schätzungen sei es in den vergangenen drei Monaten etwa ein Patient pro Tag gewesen.

„Viele Patienten kommen mit Symptomen wie zum Beispiel Atemnot zu uns, haben ansonsten keinen Befund. Sie fragten sich ,Bin ich normal?’“, erklärt Dr. Breitbach. Die meisten hätten eine Odyssee durch Praxen hinter sich. „Das sind schwierige Patienten für den Hausarzt, weil sie keine Ruhe geben, solange sie nicht wissen, was sie haben. Spätestens nach dem fünften Besuch macht er eine Überweisung“, meint Dr. Hilper. Patienten können sich auch selber vorstellen, Unterstützung wird in der Tagesklinik von 8 bis 16 Uhr angeboten.

Konzept beruht auf Gruppentherapien, Hypnose als Einzeltermin

Häufige Symptome sind Atemnot, Panikattacken, Depressionen, Übelkeit oder Kopfschmerzen. „Anhaltend über viele Wochen“, erläutert Dr. Breitbach. „Bei vielen gibt es einen auslösenden Moment wie den Tod eines nahen Menschen oder auch einen Arbeitsplatzverlust.“ Psychosomatisch heißt: Eine organische Ursache ist ausgeschlossen. Das wird im Johanniter zunächst genau abgeklärt.

Dr. Breitbach: „Unser Konzept beruht auf Gruppentherapie. Die Behandlung beginnt mit einem Aufnahmegespräch. Was genau sind die Beschwerden? Welche Ziele hat der Patient? Dann wird geguckt, welche Therapiegruppen sinnvoll sind. In Einzelsitzungen wird auch mit Hypnose gearbeitet.“ Diese könne helfen, Blockaden zu lösen, Prozesse auf einer unbewussten Ebene anzustoßen. „Der Denkapparat wird heruntergefahren, die Gefühlsebene stärker.“

Auch das ambulante Angebot soll 2021 weiter ausgebaut werden

Mit der Berufung von Dr. Katrin Breitbach ist das Ende der Optimierungen in diesem Bereich noch nicht erreicht, verrät Dr. Christine Hilper. „Das ambulante Angebot soll ab der zweiten Jahreshälfte weiter ausgebaut werden. Ich habe eine Menge Ideen, das Team stellt sich immer breiter auf.“

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