Verkehrsministerium

Geesthacht ist beim Fahrradklima-Test die Nummer eins

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Dirk Schulz
Ekkehard Gertig, Sprecher der Ortsgruppe Geesthacht des ADFC, an der Kreuzung Düneberger Straße und Wärderstraße.

Ekkehard Gertig, Sprecher der Ortsgruppe Geesthacht des ADFC, an der Kreuzung Düneberger Straße und Wärderstraße.

Foto: Dirk Schulz

Bei einer Befragung des ADFC steht die Stadt Geesthacht in Schleswig-Holstein an der Spitze. Dennoch gibt es Verbesserungspotenzial.

Geesthacht. Es tut sich etwas in Sachen Radfahren in Geesthacht. Ob nun die zahlreichen Fahrradschutzstreifen, die in den vergangenen Jahren etwa an Rathausstraße, Schillerstraße oder Sielstraße entstanden sind. Oder das Ausweisen von Routen, um innerhalb der Stadt schnell und sicher zum Ziel zu kommen. Oder aber, dass in einigen Bereichen des Stadtzentrums, wie in der Schillerstraße zwischen Bergedorfer Straße und Mühlenstraße, Einbahnstraßen für den Radverkehr in beide Richtungen geöffnet wurden.

Dass dies auch die Radfahrer begrüßen, hat Geesthacht jetzt schwarz auf weiß. Beim Fahrradklima-Test des ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrradclub) liegt Geesthacht in Schleswig-Holstein unter den Städten mittlerer Größe (20.000 bis 50.000 Einwohner) auf Platz eins. Die Note von 3,3 hat sich zudem im Vergleich zur vergangenen Befragung im Jahr 2018 (Note 3,74) deutlich verbessert.

„Über dieses gute Ergebnis freue ich mich sehr. Wir haben in den vergangenen Jahren in Geesthacht viele Überlegungen und Geld in die Verbesserung der Fahrradinfrastruktur gesteckt“, sagte Bürgermeister Olaf Schulze, der selbst ein leidenschaftlicher Radfahrer ist.

Bundesweit haben 230.000 Menschen mitgemacht

Deutschlandweit haben bei der vom ADFC im Auftrag des Verkehrsministeriums durchgeführten Befragung mehr als 230.000 Personen mitgemacht. Darunter waren über 11.000 aus Schleswig-Holstein. Bewertet wurden anhand von 27 Fragen insgesamt 54 Städte, die aufgrund ihrer Größe in verschiedene Kategorien eingeteilt waren. Bundesweit landete Geesthacht auf Platz 20 unter 415 mittleren Städten.

Gut schneidet Geesthacht bei den Befragten in den folgenden Bereichen ab: Erreichbarkeit des Stadtzentrums (2,0), zügiges Radfahren (2,2), geöffnete Einbahnstraßen in Gegenrichtung (2,4), Infrastruktur des Rad- und Verkehrsnetz (2,7), Radfahren durch Jung und Alt (2,7), Spaß und Stress (2,8) und – das dürfte Bürgermeister Schulze besonders freuen – Fahrradförderung in jüngster Zeit (2,8).

ADFC freut sich über das Ergebnis

„Auch der ADFC Geesthacht ist erfreut über das Ergebnis“, erklärt Hans-Hermann Wulff, der beim Ortsverein für Verkehrsfragen Ansprechpartner ist. Die Stadt hat einen Runden Tisch für den Radverkehr mit Beteiligung der Ortsgruppe eingerichtet. So konnte in diesem Jahr bei der für Radfahrer und insbesondere Schulkinder gefährlichen Kreuzung Richtweg und Keil mittels einer roten Markierung auf der Fahrbahn Abhilfe geschaffen werden.

Zudem hat Geesthacht für 2021 weitere Maßnahmen zur Unterhaltung der Radwege geplant (wir berichteten). Dazu gehören etwa die Instandsetzung des Radwanderweges Am Knollgraben an der Landesgrenze zu Hamburg, ein Radschutzstreifen in Tesperhude an der Grünhofer Straße oder die Behebung der Engstelle vor dem Restaurant „Sebastians“ in Krümmel.

„Es gibt noch Luft nach oben“

Dennoch gibt es weiteres Verbesserungspotenzial. Ekkehard Gertig, Sprecher der ADFC-Ortsgruppe, hat auch kritische Stimmen vernommen. „Die sagen: Ihr habt eine 3-, das ist nichts, worauf man stolz sein könnte. Ich sage: Es ist ein Anfang, aber es gibt noch Luft nach oben“, betont Gertig. Er sieht insbesondere im Kreuzungsbereich von Steinstraße, Wärderstraße und Düneberger Straße Handlungsbedarf. Oder bei den vielen Einmündungen der neuen Stichstraßen in der Hafencity, die für Radfahrer eine Gefahr darstellen.

Auch der Kreis Herzogtum Lauenburg will den Fuß- und Radverkehr in Schleswig-Holstein fördern und ist nun auch Mitglied bei Rad.SH, einer Arbeitsgemeinschaft, in der über 50 Kommunen und Kreise Mitglied sind. Geesthacht ist seit der Gründung von Rad.SH im Jahr 2017 dabei.

Lauenburgs Ergebnis beim Fahrradklima-Test ist derweil katastrophal. Bei den Städten unter 20.000 Einwohnern reichte es mit einer Note von 4,46 nur zum 402. Platz unter 418 Teilnehmern.

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