Herzogtum Lauenburg

Störche führen wilde Kämpfe um die besten Nistplätze

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Storch auf Suche: In Gülzow ist das Männchen noch solo.

Storch auf Suche: In Gülzow ist das Männchen noch solo.

Foto: Dirk Palapies

Im Südkreis sind die ersten Horste besetzt. Ein Paar bevorzugt den Eigenbau. Weitere Alttiere werden in den nächsten Tagen folgen.

Geesthacht. Im Fokus der Berichterstattung stehen eher die gefiederten Nachbarn aus den Vier- und Marschlanden, aber auch der Südkreis des Lauenburgischen hat seine Störche, teilt der Nabu mit. Die Dörfer Hamwarde, Wiershop, Gülzow, Sahms, Havekost, Kasseburg und Kuddewörde werden vom Nabu Geesthacht betreut.

Hans-Werner Oltmann besucht seine Schützlinge regelmäßig, um zu sehen, was sich auf und in den Nestern tut. So wurde von ihm in diesem Jahr in Gülzow an einem Nest ein Storch registriert, am zweiten Nistplatz sogar schon ein Storchenpaar. Auch in Wiershop saß erst ein Storch auf dem Nest. „Man kann damit rechnen, dass täglich weitere Alttiere eintreffen“, sagt der Storchenexperte des Nabu.

In Havekost stritten sieben Altvögel um das vorhandene Nest

Um die vorhandenen Nester zu besetzen, kommt zuerst der männliche Storch, das Weibchen folgt einige Tage später. Das Paar beginnt dann in der Regel bald mit dem Brutgeschäft gegen Anfang April, hat Oltmann über die Jahre festgestellt.

Wie erfolgreich das Storchenjahr letztendlich war, könne man erst sagen, wenn die Jungvögel im Herbst ihre Reise in die Überwinterungsgebiete antreten. Zuvor könne zu viel passieren, erklärt Hans-Werner Oltmann. Manchmal werde es im Storchenleben richtig dramatisch: „Das Frühjahr im vergangenen Jahr war sehr turbulent, in Wiershop kam es zu Kämpfen um das Nest. Dabei ging ein Ei verloren und ein Storchenküken erlitt tödliche Verletzungen“, hatte Hans-Werner Oltmann beobachtet. In Havekost stritten gleich sieben Altvögel im Frühjahr um das vorhandene Nest

2019 wurden im Herzogtum Lauenburg 61 Nester besetzt

2019 wurden im Kreis Herzogtum Lauenburg 61 Storchennester besetzt, 103 Jungstörche geboren und aufgezogen. Seltenes Ereignis in Gülzow: Anstatt eine Nisthilfe zu nutzen, baute ein Storchenpaar selbst auf einem abgestorbenen Baum und begann eine erfolgreiche Brut. Ein Jungvogel wurde hier aufgezogen, weitere zwei in einem zweiten Nest in Gülzow. Insgesamt traten fünfzehn Jungstörche ihre Reise ins Winterquartier an. „Das war für den Südkreis ein gutes Storchenjahr“, sagt Hans-Werner Oltmann und setzt damit eine Marke für dieses Jahr.

( pal )

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