Förderprogramm

Lieferverkehr per Lastenrad: Welche Unternehmen steigen um?

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André Herbst
Hamburgs Umweltsenator Anjes Tjarks (Grüne) testet ein Elektro-Lastenrad der Deutschen Post.

Hamburgs Umweltsenator Anjes Tjarks (Grüne) testet ein Elektro-Lastenrad der Deutschen Post.

Foto: Christian Charisius / dpa

Mit vorerst gut 1,1 Milliarden Euro sollen E-Mobile und Mikro-Depots gefördert werden. Für wen sich der Umstieg lohen könnte.

Geesthacht. Mit einem neuen Förderprogramm will das Bundesumweltministerium den Kohlendioxid-Ausstoß weiter reduzieren. Paket- und Lieferverkehre, genauer die „letzte Meile“ bis zu den Empfängern, sollen auf E-Antrieb umgestellt werden.

Für die Fahrzeuge, etwa E-Lastenfahrräder und die neu zu schaffenden „Mikro-Depots“, können Fördermittel beantragt werden: zwischen maximal 25 und 40 Prozent der Investitionskosten. Dr. Nina Scheer, SPD-Bundestagsabgeordnete aus dem Wahlkreis Herzogtum Lauenburg/Süd-Stormarn, will Unternehmen, Vereine wie auch Kommunen aus der Region ermuntern, sich zu beteiligen.

Lastenfahrräder und E-Anhänger für den Lieferverkehr der Zukunft

Die Antragsfrist beginnt am 1. März. Den Rahmen bildet die 2008 gegründete Nationale Klimaschutzinitiative. Die Förderung ist auf 2500 Euro je Lasten-Pedelec und elektrisch unterstützte Lasten-Anhänger begrenzt. Auf 40 Prozent Förderung darf hoffen, wer ein dezentrales Mikro-Depot schafft.

Der Plan: Bis zu den neuen dezentralen Depots schaffen Logistik-Unternehmen, Paket- und Lieferdienste die Güter mit herkömmlichen Mitteln heran. In den Mikro-Depots werden Lkw oder Transporter dann entladen, ihre Fracht für die letzte Meile auf elektrisch betriebene Lastenräder oder auch E-Autos verteilt. So könne die Emission deutlich reduziert werden.

In den Mikro-Depots werden Lkw und Transporter entladen

Sie begrüße die Ausweitung der „Förderung von klimafreundlicher Mobilität“, sagt Nina Scheer, Mitglied im Bundestagsausschuss für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit. Doch: „Es wird hierbei auf die Vielfalt ankommen, um nachhaltige Transportmöglichkeiten bedarfsgerecht mit den unterschiedlichen regionalen Gegebenheiten weiterzuentwickeln“, stellt die stellvertretende Vorsitzende des Parlamentarischen Beirats für nachhaltige Entwicklung klar.

„Selbst wenn Lastenfahrräder nur eine Ergänzung zur Reduktion des CO2-Ausstoßes im Lieferverkehr – zumal im ländlichen Raum – sein können, gilt es im Lichte der Mobilitätswende die Notwendigkeit und Chancen von Kombinationsmöglichkeiten zu erkennen und diese zu nutzen“, fordert Nina Scheer.

Steigenden Lieferverkehr in den Innenstädten umweltfreundlicher gestalten

Bis 2023 stünden für die Förderung von „Nutzfahrzeugen mit alternativen Antrieben“ etwa 1,16 Milliarden Euro zur Verfügung, für den Ausbau von Tank-, Lade- und Oberleitungsinfrastruktur gut vier Milliarden Euro: „Davon sollen allerdings auch Ladestationen für Pkw gefördert werden.“

Mit dieser Richtlinie werde beabsichtigt, den steigenden Lieferverkehr in den Innenstädten umwelt- und verkehrsfreundlicher zu gestalten. Von der Förderung können Unternehmen mit kommunaler Beteiligung, Kommunen, Körperschaften beziehungsweise Anstalten des öffentlichen Rechtes sowie rechtsfähige Vereine und Verbände und private Unternehmen profitieren, führt Nina Scheer aus.

Förderprogramm richtet sich an Logistik-Unternehmen ebenso wie Baumärkte

Diese Richtlinie wendet sich somit an mittelständische Unternehmen, große Logistik-Unternehmen, Baumärkte, Möbelhäuser und Lieferdienste. Oder auch „an Handwerker oder Unternehmen, wie Elektromärkte, die ihre Ware auf den letzten Metern an den Kunden liefern“.

Lastenräder seien dabei nicht in jedem Fall das Mittel der Wahl, bestätigt die Bundestagsabgeordnete. „Aber warum sollte der Sack Blumenerde oder die neue Kaffeemaschine nicht mit dem Lastenrad transportiert werden?“

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