Neues Kiosk

Am Geesthachter ZOB eröffnet der "Pausenraum"

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Dirk Palapies
Der Kiosk am ZOB öffnet wieder unter neuem Pächter. „Pausenraum“ hat Harun Kirac sein Geschäft genannt.

Der Kiosk am ZOB öffnet wieder unter neuem Pächter. „Pausenraum“ hat Harun Kirac sein Geschäft genannt.

Foto: Dirk Palapies

Nach längerem Suchen gibt es einen neuen Pächter. Brötchen, Baguettes und Pizzen im Angebot, Alkohol tabu. Eröffnung am 22. Februar.

Geesthacht. Ein wenig Lampenfieber habe er schon, gibt Harun Kirac zu. Er ist zwar ein gestandener Ladenbauer und richtet viele Läden im Gastronomiebereich ein, aber selbst einen zu betreiben, das ist auch für ihn etwas Neues. Der Geesthachter ist der neue Pächter des Kioskes am Geesthachter ZOB. „Pausenraum“ hat er ihn getauft.

Am Montag, 22. Februar, soll um 5 Uhr Eröffnung sein. Es wird eine harte Woche für Harun Kirac. Er will die ersten Tage vom Start weg mit dabei sein, bis sich die Arbeitsabläufe innerhalb seines Teams eingespielt haben, dann ab 9 Uhr weitermachen in seinem Stammberuf. Die drei Mitarbeiter wurden per Kleinanzeigen gefunden. Zwei Frauen aus Lauenburg und Escheburg sowie ein Geesthachter.

Am Geesthachter ZOB gibt es nun den "Pausenraum"

Nachfrage wird vermutlich da sein. „Viele Passanten, die sahen, dass drinnen gearbeitet wurde, klopften und wollten wissen, wann wir aufmachen“, berichtet Harun Kirac. Der Verkauf erfolgt über ein Fenster zum Busbereich hin sowie im ­Laden. Wegen der Corona-Situation darf er zurzeit nur von einer Person betreten werden. Geöffnet ist von Montag bis Sonnabend von 5 bis 18 Uhr.

Eigentlich hatte Harun Kirac im Sommer nur einem Bekannten aus der Gastronomieszene einen Tipp gegeben wollen. Im August hatte er im Fenster „seines“ neuen Ladens ein Plakat entdeckt. Die Stadt als Vermieter der Immobilie suchte einen neuen Pächter. Harun Kirac machte seinen Bekannten darauf aufmerksam. Der war interessiert, wollte das Geschäft aber nicht allein übernehmen. Kirac sprang ihm kurzentschlossen bei.

Insgesamt gab es elf Bewerbungen, drei Bewerber zogen zurück

Die Lage ist attraktiv, der ZOB ein Verkehrsknotenpunkt. „Um 4 Uhr stehen hier schon 20 bis 30 Leute“, hat Harun Kirac beobachtet. Als der Bekannte dann doch nicht mehr wollte, zog Harun Kirac das Projekt allein durch.

„Es gab elf Bewerbungen. Drei Bewerber zogen zurück, vier kamen in die engere Auswahl“, teilt die Stadt mit. „Das von Herrn Kirac vorgelegte Konzept wirkte stimmig für den Standort ZOB“, erklärt Stadtsprecher Torben Heuer. Wichtig war, dass kein Verkauf von Alkohol und Tabak stattfindet.

Paketannahme entfällt auf 35 Quadratmetern Verkaufsfläche

„Alkohol hätte ich sowieso nicht verkauft“, sagt Harun Kirac. Er ist viel mit dem Bus gefahren, kennt den Kiosk von früher. Er erinnert sich noch gut an die Zeiten, als sich Angetrunkene davor aufhielten. „Als Kind hatte man Angst davor“, sagt er. Auch klassische Imbissgerichte wie Pommes frites oder gegrillte Wurst ist nicht gestattet, für die entstehenden Fettdünste fehlt die Absaugvorrichtung.

Auf einen Paketannahmeservice, wie beim Vorgänger, verzichtet Harun Kirac. Auch wenn der um die 200 Euro zusätzliche Einnahmen bringen würde. Er könne die abgestellten Pakete im Gästeraum nicht beaufsichtigen, sagt er. Und hinter dem Tresen fehlt der Platz. Die Verkaufsfläche beträgt etwa 35 Quadratmeter.

Spezielles Angebot für Busfahrer und Stadtmitarbeiter geplant

Dem Namen „Pausenraum“ entsprechend hat Harun Kirac seinen Laden gemütlich eingerichtet. Es gibt Tische links und rechts mit Stühlen, schwarz glänzen die Kacheln im Tresen und Küchenbereich. Der Boden ist im Eichen-Look. Unter dem Tresen ist auf breiter Front eine Snackfront mit Süßwaren, rechts zum Selbstbedienen ein Kühlschrank für Softdrinks. Für Busfahrer und Stadtmitarbeiter ist ein spezielles Angebot geplant.

Wer Hunger hat, findet belegte Brötchen und Baguettes, die frisch aufgebacken werden, sowie Donuts, Schokocroissants und kleine Pizzen auf die Hand. Im Sommer kommt vielleicht Softeis hinzu, denn das gibt es nicht im Umfeld. Die Eismaschinen würde sich Harun Kirac kaufen. Der Handel hätte solche Utensilien auch gestellt, aber dann wäre er in der Abnahme der Mengen und der Preisgestaltung nicht mehr unabhängig gewesen.

Der Vater von Harun Kirac hatte 1996 einen Kiosk an der Lauenburger Straße betrieben. „Wenn die Supermärkte um 18 Uhr schlossen, sind alle zu meinem Vater zum Einkaufen gekommen“, erinnert sich der Geesthachter. „Das waren goldene Zeiten für Kioske. Ich bin zufrieden, wenn zunächst die Kosten gedeckt werden.“

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