Geesthacht

Kommunen reagieren auf Finanznot des Geesthachter Tierheims

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Dirk Palapies
Leiterin Julia Madloch (l.) und Mitarbeiterin Linnéa Karstan vor dem Geesthachter Tierheim.

Leiterin Julia Madloch (l.) und Mitarbeiterin Linnéa Karstan vor dem Geesthachter Tierheim.

Foto: Dirk Palapies

Die Verwaltungen kündigen zeitnahes Krisengespräch an. Das Tierheim kann die Kosten nicht stemmen. Gab es Versäumnisse?

Geesthacht. Die Klage von Sarah Kubisch blieb nicht ungehört. Die Vorsitzende des Vereins Tierschutz Geesthacht und Umgebung hatte am Donnerstag in unserer Zeitung angemahnt, dass die Kommunen für die Betreuung von Fundtieren nicht genügend Geld bereitstellen würden. Das vom Tierschutzverein betriebene Geesthachter Tierheim nimmt Fundtiere aus Geesthacht, Lauenburg und dem Amt Hohe Elbgeest auf.

Deren Verwaltungen reagierten nur einen Tag später mit einer gemeinsamen Erklärung, in der zur aktuellen Situation ein zeitnahes Gespräch mit dem Tierschutzverein angekündigt wird: „Der Tierschutzverein übernimmt mit einem hohen ehrenamtlichen Engagement eine wichtige Aufgabe in den Kommunen und wir möchten gemeinsam Lösungen ausloten.“

So reagieren die Kommunen auf die öffentliche Finanznot-Klage des Tierschutzvereins

Für die Betreuung aufgefundener Tiere auch über den rechtlichen Status als Fundtier hinaus bis zu einer Weitervermittlung bekomme das Tierheim zu wenig Geld, findet Sarah Kubisch. Die Kosten des Tierheimes lägen Jahr für Jahr bei bis zu 250.000 Euro, insgesamt 91.000 Euro gebe es von den Kommunen. 98 Prozent der betreuten Tiere seien aber als Fundtiere ins Tierheim gekommen, erklärt sie. Demzufolge sollte die Kostenerstattung auch bei 100 Prozent liegen, so ihre Argumentation. Schließlich gehe es um eine kommunale Pflichterfüllung.

Die Stadt Geesthacht zahlt 51.000 Euro, Lauenburg 25.000 Euro und das Amt Hohe Elbgeest 15.000 Euro. Die Gesamtsumme mache etwa 36 bis 41 Prozent der Jahresunkosten aus. „Viel zu wenig“, sagt Sarah Kubisch. „Wir müssen permanent ums Überleben kämpfen.“

Im vergangenen Jahr konnten 117 Tiere an neue Besitzer vermittelt werden

Die Gelder, die durch eine Vermittlung zurück in die Kassen fließen, sind nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. 2020 wurden im Tierheim Geesthacht 117 Tiere vermittelt, 155 neu aufgenommen. Für Hunde zahlt der neue Halter 300 Euro, für Katzen 110 Euro.

Die Verwaltungen machen nun ihren Standpunkt deutlich. So kämen die Kommunen ihrer Verpflichtung nach, für die Unterbringung und Versorgung von Fundtieren zu zahlen. Der Tierschutzverein erhalte dafür jährlich die jeweils vertraglich ausgemachten Pauschalbeträge. „Für die Versorgung der jährlich auflaufenden Fundtiere sollte das ausreichen. Ob das für die Gesamtzahl der im Tierheim versorgten Tiere auskömmlich ist, gilt es zu diskutieren“, heißt es aus dem zuständigen Fachdienst Öffentliche Sicherheit des Geesthachter Rathauses. „Über die Pauschalbeträge hinaus waren wir immer kooperativ. Bei Mehrkosten, die vom Verein erklärt werden konnten, wurden in der Vergangenheit auch Zuschüsse über den vertraglichen Rahmen hinaus gewährt“, erklären die Kommunen.

Versäumte der Tierschutzverein die Mehrkosten rechtzeitig aufzuzeigen?

Auch über die Erhöhung der jährlichen Beiträge sei mit dem Verein gesprochen worden, allerdings wurden Angaben über aktuelle Unterbringungs- und Mehrkosten bisher nicht eingereicht. Die Kommunen planten jeweils zum Jahresende den Haushalt für das Folgejahr. Ausgaben müssten gegenüber politischen Gremien erklärt werden, dafür brauche es rechtzeitige und konkrete Informationen.

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