Fußball-Rivalen

HSV gegen St. Pauli: Derby-Stimmung am Gartenzaun

Abgesehen von ihrer Leidenschaft für einen anderen Verein verstehen sich Malte Sorgenfrei (links) und Danny Ribens glänzend.

Abgesehen von ihrer Leidenschaft für einen anderen Verein verstehen sich Malte Sorgenfrei (links) und Danny Ribens glänzend.

Foto: Dirk Schulz

Im Alltag sind Malte Sorgenfrei und Danny Ribens Nachbarn – beim Spiel HSV gegen St. Pauli aber Rivalen. Das sind ihre Spieltipps.

Geesthacht. Auch wenn sich Malte Sorgenfrei und Danny Ribens blendend verstehen, gehören vor dem Hamburger Derby zwischen dem HSV und dem FC St. Pauli am heutigen Freitag (18.30 Uhr, live bei Sky) ein paar Frotzeleien dazu.

Beispiel gefällig? Als Ribens betont, dass er seit seiner Jugend St.-Pauli-Fan ist („Man geht einmal hin und bleibt dann dabei“), entgegnet Sorgenfrei: „Ich war früher auch am Millerntor. Aber dann habe ich erkannt, dass es in Hamburg noch einen besseren Verein gibt.“ Daraufhin kommt von Ribens ein dezenter Hinweis auf die beiden mit 2:0 gewonnenen Partien der vergangenen Saison. Woraufhin Sorgenfrei wiederum einen Pierre-Michel-Lasogga-Gesang anstimmt, um das Thema auf das – je nach Perspektive – glorreiche oder schmachvollen 4:0 der Rothosen aus dem Frühjahr 2019 zu erinnern. Und so weiter und so fort.

HSV gegen St. Pauli gemeinsam vom Sofa aus anschauen

So wie den beiden Geesthachtern geht es vor dem Zweitliga-Derby vielen Menschen überall in der Region. Die Fußball-Fans der Hansestadt und im Umland sind über persönliche Freundschaften hinweg in zwei Lager geteilt. Doch abgesehen von ein paar Idioten belässt es die Mehrheit davon bei ein paar Sprüchen. „Aber so richtig fies sind wir nicht zueinander“, betont Sorgenfrei und ergänzt fast philosophisch: „Wir sind in der Sache getrennt, aber im Herzen vereint.“

Schon bevor die beiden Familien im Finkenweg-Ost Zaun an Zaun gebaut haben, wohnten sie in der Reimerstwiete zusammen in der Nachbarschaft. Und da ein Besuch im Stadion wegen der Corona-Pandemie diesmal nicht möglich ist, gucken die beiden Fußball-Fans das Spiel gemeinsam im Fernsehen bei ein paar Kaltgetränken und viel mit Leidenschaft.

Beide Rivalen tippen auf ihren Klub

Beide sind zuversichtlich, dass sie eine schöne Partie geboten bekommen. „Der HSV hat einen Lauf, und endlich ist auch mal Ruhe im Verein“, sagt Sorgenfrei. Und auch Ribens, der die letzten drei Derbys im Stadion gesehen hat, machen die Braun-Weißen ob ihrer attraktiven Spielweise unter Neu-Trainer Timo Schultz derzeit Spaß.

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Beide tippen – natürlich – auf ihren Klub. Sorgenfrei auf ein 2:0 für den ungeschlagenen Tabellenführer, Ribens sagt ein knappen 3:2-Erfolg für den amtierenden Stadtmeister voraus.

Und obwohl bei beiden wegen Corona noch nicht so richtig Derbystimmung aufgekommen ist, kommen sie, je länger der Pressetermin dauert, immer mehr in Fahrt. „Doofe Sprüche gehören halt dazu“, sagt Sorgenfrei und summt schon wieder was von Pierre-Michel Lasogga.