Kriminalität

Weniger Einbrüche im Herzogtum in der Corona-Krise

Die Zahl der Wohnungseinbrüche im Herzogtum ist gesunken.

Die Zahl der Wohnungseinbrüche im Herzogtum ist gesunken.

Foto: Frank Rumpenhorst / picture alliance/dpa

Polizeidirektion Ratzeburg hat vorläufige Ergebnisse vorgelegt. Landtagsabgeordnete Kathrin Bockey mahnt, weiter nachzubessern.

Geesthacht. Die Corona-Pandemie sorgt für Entspannung bei einer anderen Bedrohung: Die Einbruchszahlen im Kreis Herzogtum-Lauenburg sind gesunken. Im Januar hat die Polizei nur 22 Einbrüche registriert (2019 waren es noch 34), im Februar 15 (41), März 11 (33) und im April gerade mal fünf (27). In den Monaten der hellen Jahreszeit liegen die Zahlen nicht so weit auseinander: Mai 10 (16), Juni 11 (16), Juli 20 (17), August 18 (15) und September 21 (17).

Im Oktober gab es bisher 10 (23) Einbrüche. Bei diesen Zahlen handelt es sich um Eingangszahlen zum Zeitpunkt der Anzeigenerstattung, teilte die Polizeidirektion Ratzeburg mit. Sie könnten sich noch verändern.

Zahl der Einbrüche im Herzogtum in Corona-Zeiten sinkt

Das Sinken der Einbruchszahlen wird mittelfristig nicht so bleiben, meint Kathrin Bockey, die Landtagsabgeordnete aus Geesthacht. Sie ist Polizistin und polizeipolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion. Sie fordert, gestrichene Mittel wieder in den Haushalt aufzunehmen. „Es ist wichtig, weiter wachsam zu bleiben. Das gilt für die nachbarschaftliche Aufmerksamkeit im Wohngebiet, aber auch für die Maßnahmen der Landesregierung.“

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Bockey führt an, dass zu Zeiten der Küstenkoalition aus SPD, Grünen und SSW ein Programm aufgelegt wurde, das Eigenheimbesitzer und Mieter durch finanzielle Zuschüsse zu baulichen Sicherungsmaßnahmen ermutigen sollte. Bis zu 15 Prozent der Investitionskosten für derartige Umbauten habe das Land über die Investitionsbank SH bisher dazugegeben, wenn in Einbruchschutz investiert wurde.

Keine weiteren Mittel für Einbruchschutz vorgesehen

„Dass die Landesregierung in ihrem aktuellen Haushaltsentwurf die Mittel für den Einbruchschutz in Höhe von 1,8 Millionen Euro nicht wieder eingeplant hat, ist das falsche Signal“, so Kathrin Bockey. Die Devise müsse lauten: „Nachbessern, nicht nachlassen beim Einbruchschutz!“