Kreis Herzogtum Lauenburg

Ein Schild-Bürgerstreich – es führt kein Weg nach Fahrendorf

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Von der Außenwelt abgeschnitten? Eigentlich nicht, aber die Gäste rätseln trotzdem, wie sie Zum Fahrenkrug nach Fahrendorf kommen. Inhaberin Maike Wolf (r.) und Tochter Marie sind sauer über die fehlerhafte Ausschilderung.

Von der Außenwelt abgeschnitten? Eigentlich nicht, aber die Gäste rätseln trotzdem, wie sie Zum Fahrenkrug nach Fahrendorf kommen. Inhaberin Maike Wolf (r.) und Tochter Marie sind sauer über die fehlerhafte Ausschilderung.

Foto: Dirk Palapies

Wer derzeit im Fahrenkrug einkehren will, braucht eine Abneigung gegen Verkehrsschilder. Denn wer denen folgt, kommt nicht an.

Fahrendorf. Wie bitte geht es nach Fahrendorf? Von Escheburg aus jedenfalls nicht. Dort saniert die Gemeinde gerade ihren Teil der Dorfstraße, die sonst über Fahrendorf zur Bundestraße B 404 nach oben auf den Geesthang führt. Also vielleicht aus der anderen Richtung: Wer derzeit nach Fahrendorf will, nimmt eine Umleitung durch Geesthacht auf die B404 und könnte dann links in die Dorfstraße abbiegen.

Dumm nur, dass kurz vor der Zufahrt ein großes Verkehrsschild anzeigt, dass der Reisende angeblich nicht zum Ziel seiner Fahrt kommt: der Gaststätte Zum Fahrenkrug etwa. Der Ortsname Fahrendorf ist mit einem Kreuz durchgestrichen. Absperrbaken neben der Zufahrt zur Dorfstraße suggerieren zusätzlich, dass es nicht weitergeht.

Wo geht's denn jetzt nach Fahrendorf? Das Kreuz mit dem falschen Kreuz

Geht es aber doch. Das Kreuz ist schlichtweg falsch. Die Sperrungen wurden Mitte September aufgestellt, als die Hohenhorner auf der einen und die Escheburger auf der anderen Seite damit begannen, ihren jeweiligen Part der Dorfstraße zu sanieren.

Der Mittelteil, den Fahrendorf-Kröppelshagen verantwortet, war schon im April fertig geworden. Die Dorfstraße führt durch das Gebiet dieser drei Gemeinden.

Inhaberin des Fahrenkrugs: "Die Gäste sind im Kreis gefahren"

Maike Wolf, die Inhaberin des Fahrenkruges, ist verärgert. „Die Gäste fragen, ob wir total abgesperrt sind“, sagt sie. „Ich werde schon in Geesthacht und auf dem Markt angesprochen. Unten ist gesperrt, über Geesthacht wird umgeleitet, und oben ist kein Schild, dass man reinfahren kann."

"Die Gäste sind im Kreis gefahren. Einige rufen dann verzweifelt über Handy an: ,Wie kommen wir zu euch?’“ Viele, die es geschafft haben, würden mit einem Stoßseufzer zur Tür hereinkommen: „Das ist ja schwierig, zu euch zu kommen.“ Die Folge: Verspätungen. Ärgerlich, wenn es sich um Gesellschaften handelt, bei denen die Speisenfolge vorher geplant ist.

Falsche Schilder: Bauunternehmer informiert Subunternehmer

Maike Wolf hat sich an das Bauunternehmen, die KLT Verkehrswegebau aus Dassendorf, gewandt, das die Arbeiten durchführt, und um eine richtige Beschilderung gebeten. Geschäftsführer Christopher Buhk hätte gern persönlich geholfen, darf er aber nicht. „Die Aufstellung ist eine verkehrsrechtliche Anordnung. Wir sind nicht frei, Schilder einfach zu ändern“, erklärt er die Sachlage.

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Er habe aber seinen Subunternehmer angerufen und die Änderungswünsche weitergegeben. Trotzdem passierte nichts in Sachen rotem Kreuz. Da es sich bei der Dorfstraße um eine Gemeindestraße handelt, ist das Amt Hohe Elbgeest zuständig. Dort war am Montag bis Redaktionsschluss kein Verantwortlicher für den Vorgang zu erreichen.

Ein Lichtblick: Bald sind die Bauarbeiten beendet

Escheburgs Bürgermeister Frank Krause (Grüne) erklärt das Vorgehen, wann bei Straßensanierungen Umleitungen nötig werden: Im Vorfeld gäbe es Besprechungen mit Polizei und Verkehrsbetrieb, geklärt werden müsse auch, wo der Bus umgeleitet wird. Das alles werde gemeinsam abgesprochen. Die Beschilderung sei dann eine verkehrsrechtliche Anordnung, die Baufirma stellt die Schilder auf. Warum die Straße nicht in einem Rutsch zusammen mit dem Kröppelshagener Teil saniert werden konnte, erklärt er aus Sicht der Escheburger mit der unterschiedlichen Terminierung von Fördermitteln.

Das Problem solle sich nun zum Ende der Woche lösen: Die Bauarbeiten in Escheburg sind dann fertig. Christopher Buhk verspricht auf Nachfrage: „Spätestens Freitag kommt man auf der Dorfstraße wieder durch.“ Maike Wolf ist noch skeptisch: „Mir fehlen die Worte, ich glaube da noch nicht dran“, sagt sie. Und dann ist da ja immer noch das Kreuz mit dem Kreuz ...

( pal )

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