Digitalisierung

Gefahren im Internet: Was Kinder wissen müssen

| Lesedauer: 3 Minuten
Dirk Schulz
Referent Maik Peyko erklärte den Sechstklässlern des Otto-Hahn-Gymnasiums, wie man ein Mobiltelefon richtig nutzt, welche Gefahren im Netz lauern und wie man sich davor schützen kann.

Referent Maik Peyko erklärte den Sechstklässlern des Otto-Hahn-Gymnasiums, wie man ein Mobiltelefon richtig nutzt, welche Gefahren im Netz lauern und wie man sich davor schützen kann.

Foto: Dirk Schulz

Sechstklässler des Otto-Hahn-Gymnasiums in Geesthacht lernen über die Gefahren im Netz. Das ist auch für Eltern interessant.

Geesthacht. Jungs kommen mitunter auf blöde Ideen. Maik Peyko kann ein Lied davon singen. „Nehmen wir etwa die Mutprobe, seinen Pullermann zu fotografieren und in die Klassen-Whatsapp-Gruppe zu stellen“, nennt der Diplom-Sozialpädagoge (temp-projekte.de) nur ein Beispiel. „Mein Lieblingsspruch ist immer: ,Stell’ dir vor, an deiner Schule gibt es eine Pinnwand, an der dieses Bild hängt und alle können es sehen.’ Das will dann keiner.“

Im Rahmen eines Projekttages besuchte Peyko in der vergangenen Woche jeden Tag eine andere sechste Klasse des Otto-Hahn-Gymnasiums Geesthacht, um auf die Gefahren im Internet und bei der Handynutzung hinzuweisen. Dabei behandelte er Themen wie: Was ist Cybermobbing? Auf was muss ich bei der Handynutzung achten? Wie kann ich mich schützen? Fragen, die sich alle Eltern eines Teenagers mal gestellt haben dürften.

Projekttage: Welche Gefahren im Internet gibt es?

Dass diese Thematik wichtig ist, hat auch Orientierungsstufen-Leiterin Kirsten Hielscher festgestellt: „Ein einziger Schüler hatte kein Handy und die anderen sind teilweise so unbedarft.“ Unbedarft, aber wissbegierig. Die Kinder waren von dem Tag regelrecht begeistert und saugten die Informationen auf wie ein Schwamm. „Beleidigung ist eine Straftat, dafür haften meine Eltern, weil ich noch zu jung bin. Und man hat das Recht am eigenen Bild“, berichtete Tjark aus der Quinta A. Und sein Freund Hannes ergänzte: „Man darf nicht auf irgendwelche Links klicken, die einem geschickt werden.“

Dabei sei wichtig gewesen, so Hielscher, dass es sich um einen externen Referenten gehandelt habe und keine Gefahr bestand, dass das Erlernte in die Noten einfließt. Peyko besprach mit den Elf- und Zwölfjährigen, dass es wichtig ist, das eigene Gerät mit einem Passwort zu schützen oder über den Verhaltenskodex im Internet. „Ich hätte zehn Stunden lang nur Fragen beantworten können“, sagt er.

Sozialpädagoge hat auch Ratschläge für die Eltern

Doch auch für Eltern hat der Sozialpädagoge Ratschläge parat. Zunächst müssten Eltern als Vorbild agieren und zu Hause das Handy auch mal weglegen. Zudem müssten die Erziehungsberechtigten erkennen, dass für den Nachwuchs ihre Bezugsgruppe eine immer wichtigere Rolle einnimmt. „Ein typischer Satz von Kindern lautet: ,Alle haben das. Ich will das auch.‘ Aber als Eltern kann man auch Nein sagen und darf spießig sein. Man muss nicht mit elf Jahren ,Call of Duty’ spielen, weil es ab 18 ist. Ein Kind muss auch nicht immer unbedingt das allerneueste Handy haben“, betont der Referent.

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Andererseits seien Sätze wie „Früher haben wir immer draußen gespielt“ auch nicht zielführend. „Früher gab es auch noch keine Handys“, antwortet Peyko. Er wünscht sich, dass Eltern mit ihren Kinder einen offenen Umgang über deren Handynutzung pflegen. Dass sich Erwachsene Zeit dafür nehmen, welche Apps oder Spiele die Kinder nutzen.

„Family Link“ kontrolliert das Mobiltelefon der Kinder

Vertrauen sei besser als Kontrolle. Daher ist er auch kein Freund von „Family Link“. Diese App kontrolliert das Mobiltelefon der Kinder. Eltern können sehen, wo sich das Kind aufhält, welche Anwendungen es nutzt und wie lange, können Zeitlimits festlegen und bestimmen, welche Spiele heruntergeladen
werden. „Aber man gibt Google damit Daten seines Kindes preis“, erklärt Peyko, dessen größter Wunsch es wäre, wenn Medienpädagogik ein festes Fach an der Schule werden würde.

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