Bauprojekt

Straßennamen für neues Wohnviertel stehen fest

Schwere Geburt: Der Ausschuss für Bildung und Sport hatte noch einigen Diskussionsbedarf, bis die Straßennamen für das Neubauprojekt Finkenweg-Nord (Planskizze oben, die Straßen sind farblich hervorgehoben) festgelegt waren.

Schwere Geburt: Der Ausschuss für Bildung und Sport hatte noch einigen Diskussionsbedarf, bis die Straßennamen für das Neubauprojekt Finkenweg-Nord (Planskizze oben, die Straßen sind farblich hervorgehoben) festgelegt waren.

Foto: Dirk Palapies

Wie sollen die Straßen im neuen Wohngebiet Finkenweg-Nord in Geesthacht heißen? Politiker hatten noch einigen Diskussionsbedarf.

Geesthacht. Das Bauprojekt Finkenweg-Nord gilt als Geesthachts letztes großes Wohnungsbauprojekt am Stadtrand. Dort sollen 300 Wohnungen entstehen mit Doppel-, Reihen-, Mehrfamilien- und auch Einzelhäusern auf 11,9 Hektar. Künftig soll dann eher auf Nachverdichtung in der Stadt gesetzt werden. Einen Termin für den ersten Spatenstich auf dem Areal gibt es zwar noch nicht, aber wie die Straßen in der künftigen Siedlung heißen werden, steht jetzt fest. Der Ausschuss für Bildung und Sport hat sich auf eine Benennung geeinigt.

Diskussion über Straßennamen in Geesthachts neuem Wohnquartier

Die Straßennamen werden von der Stadt an die Erschließungsgesellschaft weitergereicht. Sie lauten: „Weinring“, „Dinkelstieg“, „Kornquerung“, „Roggenring“ und „Hirseweg“. Die Vorschläge kamen aus der Verwaltung sowie von Geesthachtern im Rahmen einer Bürgerbeteiligung. Die Namenswahl war allerdings nicht frei, die Ideen sollten sich an dem „historisch ländlichen Charakter“ der Umgebung orientieren und Namen von Getreidesorten enthalten, zudem waren Zusätze wie Ring, Weg, Stieg und Querung gefordert. Immerhin lagen dann nach Ablauf der Frist 91 eingereichte Straßennamen von 16 Bürgern auf dem Tisch.

Es war im Ausschuss eine schwere Geburt mit einigem Diskussionsbedarf, um sich die Namen letztlich herauszupicken. Zwischendurch wurde die Sitzung von der Vorsitzenden Hicran Hayik-Koller (SPD) sogar für fünf Minuten unterbrochen, um die Entscheidungsfindung zu erleichtern. Die Ausschussmitglieder diskutierten im Ratssaal lebhaft mit Mundschutz in kleineren und größeren Gruppen zusammenstehend. Alles mit dem Getreide „Hafer“ war dabei ein Ausschlusskriterium, das stand vorher bereits fest.

Arne Ertelt, Fraktionsvorsitzender der CDU, hatte im Vorwege befunden, dass es mit Am Haferberg und Haferkoppel bereits genug Straßennamen in der Stadt gäbe, ein weiterer „Hafer“ könnte bei Ortsunkundigen für Irritationen sorgen, gab er zu Bedenken. Die Einschätzung setzte sich durch.

Namensgebung mit„historisch ländlichem Charakter“

Unterschiedliche Meinungen gab es darüber, ob es eine Benennung auch auf Plattdeutsch geben sollte. Denn da gab es einige Einsendungen: Bookwetentrift, Dröger Acker, Groten-Koorn-Umlöper, Haver Stieg, In’n Roggenring, Korngarv, Meihdöschen Redder sowie Wetenkoppel, -straat und -twiete.

Lesen Sie auch:

Christine Backs (SPD) fand die plattdeutschen Namen interessant. „Es werden ja auch Familien in die Siedlung ziehen, ich glaube nicht, dass Kinder die aussprechen können“, meinte Christina Minge. Die Aussprache sei kein Argument, meinte Renate Lefeldt (Grüne): „Warum nicht eine Mischung?“

Favoriten in zwei Abstimmungspakete geteilt

Schließlich wurden favorisierte Straßen in zwei Abstimmungspakete geteilt. Gleich das erste – ohne plattdeutsche Namen – erhielt acht Stimmen bei einer Gegenstimme und zwei Enthaltungen.

Versöhnliche Worte gab es von Hicran Hayik-Koller zum Ende der Debatte. „Dann wünschen wir den neuen Einwohnern viel Spaß mit den Namen und mögen sie dort glücklich sein.“