An der Elbe

Mögliche Standorte für neue Forschungsplattform untersucht

Luftaufnahme per Drohne des künftigen Standorts der Forschungsplattform an der "Seebrücke" in Tesperhude.

Luftaufnahme per Drohne des künftigen Standorts der Forschungsplattform an der "Seebrücke" in Tesperhude.

Foto: Michael Streßer/HZG

Mitarbeiter des Forschungszentrums haben nach möglichen Standorten gesucht. Gestaltung der schwimmenden Plattform wird noch vorgestellt

Geesthacht.  Im August haben Mitarbeiter des Helmholtz-Forschungszentrums (HZG) per Drohne und mit Messbooten die Elbe bei Tesperhude nach den besten Standorten für eine Forschungsplattform und eine Wasserentnahmestelle untersucht. „Dafür muss eine Vielzahl an Faktoren berücksichtigt werden. Zum Beispiel: Wie sieht das Flussbett in diesem Bereich aus? Wie verhalten sich die Strömungen, insbesondere in den Randbereichen? Wie beeinflusst dies gegebenenfalls die Verteilung von verschiedenen Stoffen, wie zum Beispiel Schwebstoffen, Nährstoffen und Schadstoffen“, erläutert Projektleiterin Sina Bold.

Standort für neue Forschungsplattform noch ungewiss

Die Forscher wollen im Rahmen des Projekts eine Forschungsplattform am Ende des Anlegestegs im Geesthachter Ortsteil Tesperhude installieren. Mit den beiden Messbooten „Storch“ und „Zwergseeschwalbe“ sowie einer Drohne wurden die Querprofile der Elbe vor Artlenburg, Tesperhude und dem Zentrum von Geesthacht erfasst. Mithilfe der Drohne konnten Oberflächenströmungen aufgenommen werden, die dann mit den schiffsbasierten Messungen verglichen werden. „Außerdem interessiert uns, ob und wie sich die Verteilung der verschiedenen Stoffe von der Flussmitte und den beiden Ufern und von der Oberfläche bis zum Boden verändert“, so Bold. Zwischen Artlenburg und dem Geesthachter Stauwehr wurde zudem geschaut, wie sich die Stoffe im Längsprofil verändern.

Auf beiden Messbooten war jeweils eine „FerryBox“ installiert, die auch ein wesentlicher Bestandteil der Forschungsplattform Tesperhude sein wird. Das automatisierte Messsystem besteht aus einem Wassereinlass, durch den Flusswasser kontinuierlich in den Messkreislauf mit mehreren Sensoren gepumpt wird. Das Messsystem beinhaltet normalerweise Sensoren für Temperatur, Salzgehalt, Trübung und Chlorophyll-a-Fluoreszenz als Indikator für Mikroalgen.

Strömungsprofile mit Messbooten und Drohne erfasst

Darüber hinaus können zusätzliche Sensoren eingebaut werden, zum Beispiel für Sauerstoff und Nährstoffe. Die Auswertungen sind noch nicht vollständig abgeschlossen, deshalb kann auch noch nicht festgelegt werden, wo genau die Forschungsplattform um den bereits vorhandenen Steg verankert wird und wo das Wasser für die verschiedenen Messungen im Container angepumpt wird.

Aktuell läuft jedoch bereits die Ausschreibung für den Bau der Plattform. Nachdem der Ausschuss für Stadt- und Verkehrsplanung im Februar dem Bau der Forschungsplattform zugestimmt hatte, ist mittlerweile auch eine strom- und schifffahrtspolizeiliche Genehmigung des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Lauenburg (WSA) sowie eine wasserrechtliche Genehmigung der unteren Wasserbehörde des Kreises Lauenburg im Helmholtz-Zentrum eingegangen.

Dafür wurden bereits Bauzeichnungen angefertigt. „Am Dienstag, 10. November, werden wir die optische Gestaltung der Forschungsplattform Tesperhude in der nächsten Sitzung des Ausschusses für Stadt- und Verkehrsplanung im Geesthachter Rathaus vorstellen“, berichtet HZG-Pressesprecher Dr. Torsten Fischer.

Plattform eingebettet in zwei große Forschungsprojekte

Eingebettet ist die Forschungsplattform in die Projekte MOSES (Modular Observation Solutions for Earth Systems), für das sich neun Helmholtz-Forschungszentren zusammengeschlossen haben, um ein Messsystem für hochdynamische Ereignisse wie Starkregen, Hochwasser oder Hitzewellen zu entwickeln, und DANUBIUS-RI, mit dem europaweit Fluss-Meer-Systeme erforscht werden. Ab Herbst 2021 soll die Forschungsplattform dann kontinuierlich Daten zur Wasserqualität in der Elbe liefern, die öffentlich zur Verfügung gestellt werden. Außerdem kann die Plattform von Interessierten aus Wissenschaft und Wirtschaft auf Nachfrage genutzt werden.