ADFC

Geesthachts Radfahrer feiern kleinen Erfolg

Mitglieder des ADFC Geesthacht bei den neuen Piktogrammen, die über den Deich auf den Treidelweg zur Schleuse führen: Ludger Frielingsdorf (v.l.), Ewald Bäcker, Dieter Dietze und Hans-Hermann Wulff.

Mitglieder des ADFC Geesthacht bei den neuen Piktogrammen, die über den Deich auf den Treidelweg zur Schleuse führen: Ludger Frielingsdorf (v.l.), Ewald Bäcker, Dieter Dietze und Hans-Hermann Wulff.

Foto: Frauke Maaß/FMG / BGZ

Einsatz der ADFC-Mitglieder zahlt sich aus: Neue Kennzeichnungen auf dem Elberadweg verhindern unnötige Querung der Kreisstraße 63.

Geesthacht. Es hat ein wenig gedauert, aber die Hartnäckigkeit der Geest­hachter Fahrrad-Lobbyisten vom Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC) hat sich gelohnt: Eine der aus ihrer Sicht gefährlichesten Straßenquerungen Am Schleusenkanal ist entschärft worden – zumindest für diejenigen, die den Elberadweg­ in Richtung Geesthacht befahren.

Pfeile auf dem Asphalt weisen Radlern die Richtung

Durch deutlich sichtbare Kennzeichnungen auf dem Radweg wird nun auch Ortsfremden angezeigt, dass dort die nicht gequert werden muss. Der jetzt markierte Weg in Richtung Geesthacht führt zunächst den Deich hinauf und dann runter zum Wasser auf den Treidelweg an der Elbe, der dort bis zur Schleuse entlangläuft. Wer in Richtung Hamburg fährt, findet ebenfalls vom Treidelweg kommend Hinweise auf dem Radweg vor.

Hans-Hermann Wulff, Mitglied des Umweltbeirats und des ADFC, hat sich schon lange für diese Art der Markierung eingesetzt und sie auch auf der jüngsten Sitzung des Rundes Tisches zum Radverkehr in Geesthacht erneut eingebracht. „Zuerst war die Zustimmung nicht so groß, aber im Nachhinein wurde dann doch beschlossen, dass die Kennzeichnungen sinnvoll sind“, sagt er. Er ist froh, dass sich an diesem für Radfahrer neuralgischem Punkt etwas getan hat.

Schwerer Fahrradunfall am 4. Oktober

Wofür es aber noch keine Lösung gebe, sei der Übergang für Radfahrer von dem neu gestalteten kombinierten Geh- und Radweg auf der nördlichen Straßenseite hin zum Elberadweg auf der Deichseite, monieren die Kritiker einen weiteren Gefahrenpunkt, den es dringend zu lösen gilt.

Eine neue Dynamik hat die Diskussion durch den schweren Fahrradunfall am Sonntagmorgen, 4. Oktober, bekommen. Ein 37-Jähriger war mit einem 58 Jahre alten Rennradfahrer kollidiert, als er vom Radweg auf die K 63 wechseln wollte. Der 37-Jährige war mit seinem Hollandrad auf dem Weg von Geesthacht in Richtung Altengamme und Voßmoor. Dabei benutzte der Radfahrer den rot gepflasterten kombinierten Rad- und Fußweg auf der Straßennordseite.

ADFC fordert Kennzeichnung und Tempolimit für Autofahrer

Als er etwa in Höhe des Mischwerks die Straßenseite wechseln wollte, um auf der südlichen Seite weiterzufahren, übersah er den Rennradfahrer (58) aus Seeve­tal, der auf der Straße in Richtung Altengamme unterwegs war. Der Rennradfahrer konnte nach eigenen Angaben nicht mehr bremsen, kollidierte mit dem Holland­radfahrer und stürzte schwer. Während der 37-Jährige keine Blessuren davontrug, musste der 58-Jährige mit schweren Verletzungen im Bereich der Rippen und eines Lendenwirbels ins Krankenhaus eingeliefert werden.

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„Im Grunde müsste dort auf der Fahrbahn ein Übergang des Radwegs gekennzeichnet werden, und gleichzeitig sollte es zumindest an dieser Stelle ein Tempolimit von 30 Stundenkilometern geben“, fordert Hans-Hermann Wulff. Da es aber um eine Kreisstraße handelt und dort das aktuelle Tempolimit von 70 km/h erlaubt ist, ist die Umsetzung nicht so einfach. Wulff: „Wir bleiben auf jeden Fall an dem Thema dran und hoffen, dass nicht noch weitere Unfälle dort passieren!“