Vattenfall

Zauneidechse verzögert Baustart der neuen Solaranlage

Auf einer rund 3,2 Hektar großen Freifläche am Oberbecken des Pumpspeicherkraftwerks soll die Fotovoltaik-Anlage entstehen.

Auf einer rund 3,2 Hektar großen Freifläche am Oberbecken des Pumpspeicherkraftwerks soll die Fotovoltaik-Anlage entstehen.

Foto: Vattenvall / BGZ

Vattenfall kann erst 2021 mit den Arbeiten am Pumpspeicherkraftwerk anfangen. Die Untere Naturschutzbehörde hat noch Einwände.

Geesthacht. Eigentlich sollten die Arbeiten für die neue Fotovoltaik-Anlage am Pumpspeicherkraftwerk Geesthacht bereits begonnen haben. Ursprünglich geplant waren das zweite oder dritte Quartal dieses Jahres. Aber noch konnte die Stadt Geesthacht keine Baugenehmigung erteilen, weil das Bauvorhaben noch bei der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises Herzogtum Lauenburg liegt. Schuld daran ist die Zauneidechse.

„Für die Baugenehmigung müssen noch artenschutzrechtliche Vorgaben erfüllt werden“, erläutert Kreissprecher Tobias Frohnert den Zeitverzug. Die Zauneidechse sei als besonders geschützte Art betroffen. Vattenfall muss neue Habitate für die Tiere anlegen und diese aus den derzeitigen Habitaten vergrämen, sie also zum „Umziehen“ bewegen. Das kann zum Teil auf eigenem Gelände erfolgen, zum Teil werden dazu kreiseigene Flächen vorgesehen, wie Frohnert berichtet.

Neue Solaranlagen am Pumpspeicherkraftwerk erst 2021

Die neuen Habitate müssen im Herbst oder Winter angelegt werden, damit die Tiere im darauffolgenden Frühjahr umsiedeln können. Frohnert: „Wenn also Ende dieses Jahres die Voraussetzungen geschaffen werden, kann frühestens im Frühjahr 2021 mit Bauarbeiten begonnen werden.“ Der Kreis steht dazu im Austausch mit Vattenfall, der entsprechende Vertragsentwurf zur Nutzung der kreiseigenen Flächen sollte Vattenfall demnächst zugehen.

Die Fotovoltaik-Anlage in Geesthacht ist neben einer Anlage in Markersbach (Sachsen) eines der zentralen Projekte, mit denen Vattenfall die solare Stromerzeugung in Deutschland weiter ausbauen will. Geplant ist, wie berichtet, auf einer Fläche von 3,2 Hektar einen Solarpark zu errichten, der 2,4 Megawatt Strom erzeugen soll und damit rund 600 Haushalten versorgen kann. Als Standort ist die freie Fläche am Oberbecken vorgesehen. Waldflächen müssen dafür nicht weichen. Für einen ökologischen Ausgleich werden rund 140.000 Euro aufgebracht.

Vattenfall will solare Stromerzeugung weiter ausbauen

Die Anlage wird auf einem Teil des Damms errichtet. „Wir werden 300 Modultische installieren mit insgesamt 6000 Solarpaneelen“, sagt Vattenfall-Sprecher Lutz Wiese. Das Investitionsvolumen beläuft sich auf einen siebenstelligen Betrag. Sobald die Genehmigung erteilt wurde, kann der Konzern mit den ersten Arbeiten starten. Wiese: „Im Normalfall ist es dann nur eine Frage von wenigen Wochen, bis die Fotovoltaik-Anlage in Betrieb gehen kann.“

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Infos zum Projekt pv@hydro

Vattenfall hat sich zum Ziel gesetzt, innerhalb einer Generation ein Leben ohne fossile Brennstoffe zu ermöglichen. Das Projekt pv@hydro soll exemplarisch zeigen, wie sich die existierende und die neue Energiewelt im Rahmen der Energiewende verbinden lassen. Die Ergänzung bestehender Standorte mit Fotovoltaik setzt das Unternehmen insbesondere in Deutschland und den Niederlanden um. Geesthacht ist einer der Standorte.