Neuer Verbund

So wollen die Kinos in Schleswig-Holstein überleben

Robin Meyer (oben) mit dem frisch gedruckten Aktionsplakat.

Robin Meyer (oben) mit dem frisch gedruckten Aktionsplakat.

Foto: KTS / BGZ

Kinobetreiber schließen sich zusammen. Der erste Aktionstag ist am 16. Oktober. Kino Geesthacht und Schwarzenbek machen mit.

Geesthacht/Schwarzenbek. „Es läuft, aber nicht gut.“ Dieser Satz von Frank Grimm, Inhaber des Kinos in Schwarzenbek, gilt für alle Lichtspielhäuser in Schleswig-Hostein. Durch die Corona-Pandemie und die damit verbundenen Schließungen sind viele Kinos in finanzielle Schieflage geraten. Inzwischen sind zwar die meisten wieder in Betrieb, darunter auch die beiden in Geesthacht und Schwarzenbek – aber noch weit davon entfernt, kostendeckend zu arbeiten, wie Meike Peemöller, Geschäftsführerin des Kleinen Theaters Schillerstraße in Geesthacht, berichtet: „Die ganze Branche rechnet mit einem Umsatzverlust von 65 Prozent für das laufende Jahr.“

Kinoverbundgründung ist in Deutschland eine einmalige Aktion

Um auf die Situation der Lichtspielhäuser aufmerksam zu machen, hat sich in der vergangenen Woche der Kinoverbund Schleswig-Holstein e.V. gegründet, was einmalig in Deutschland ist. Meike Peemöller, Mitglied im Gründungsvorstand: „Wir haben aktuell 48 Kinostandorte mit 175 Leinwänden im Land und tragen zur kulturellen Grundversorgung bei.“ Nicht nur für die Betriebe, sondern auch für die Gäste sei es wichtig, die Kinos wieder wirtschaftlich zum Laufen zu bekommen. Das würde sich aber unter den gegebenen Umständen schwierig gestalten. „Wir sind noch immer massiv von den Corona-Schutzmaßnahmen betroffen“, beklagt Maike Peemöller. Neben der Zurückhaltung mancher Besucher aus Angst vor einer Infektion leiden die Kinos unter einer geringen Auswahl an aktuellen Filmen und den bestehenden Abstandsregelungen von 1,5 Metern zwischen den erlaubten Personengruppen.

„Wir können nur einen Teil der Plätze besetzen, das rechnet sich einfach nicht“, sagt die Geesthachterin. Dabei würde es in Bezug auf die Hygiene ausreichen, wenn nur jeweils ein Platz links und rechts von den Personengruppen frei bliebe. Mediziner der Berliner Charité sollen das bestätigt haben. Auch eine Maske sei in dem Fall nicht erforderlich, weil der Luftaustausch durch die Lüftungsanlagen gewährleistet wäre und im Kino nicht gesprochen wird.

Verbund von Martin Turowski vom Burgtheater Ratzeburg

Initiiert worden ist der Verbund von Martin Turowski vom Burgtheater Ratzeburg. „Wir haben uns in einer Zoom-Konferenz getroffen, um uns auszutauschen“, sagt Peemöller. Der Konkurrenzgedanke sei angesichts der Lage aller in den Hintergrund gerückt. „Wir sitzen alle im selben Boot.“ Da es öffentliche Fördermittel aber nur für einen Verein gebe, entstand die Idee, sich zusammenzuschließen.

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Eine erste gemeinsame Aktion ist ein landesweiter Aktionstag am Freitag, 16. Oktober, unter der Schirmherrschaft von Ministerpräsident Daniel Günther. Auch die beiden Kinos in Geesthacht und Schwarzenbek präsentieren sich mit Verlosungen und Sonderevents. Peemöller: „Die Verleiher haben uns großartige Merchandise-Artikel geschenkt, die wir als ein Dankeschön an unsere treuen Gäste weitergeben wollen.“