Gegenüber von „Pier 3“

Segelvereinigung Geesthacht hat neues Winterquartier

Das provisorische Winterquartier der Seglervereinigung Geesthacht auf dem Parkplatz gegenüber von „Pier 3“ (ehemaliges Kalksandsteinwerk).

Das provisorische Winterquartier der Seglervereinigung Geesthacht auf dem Parkplatz gegenüber von „Pier 3“ (ehemaliges Kalksandsteinwerk).

Foto: Dirk Schulz

Gegenüber vom „Pier 3“ hat die Segelvereinigung eine Übergangslösung gefunden. Dort lagern bald rund 25 Boote. SVG ist bald heimatlos.

Geesthacht. Vielen Autofahrern, Radfahrern und Spaziergängern wird es aufgefallen sein: Seit ein paar Tagen stehen in Geesthacht an der Steinstraße diverse alte Anhänger hinter einem Bauzaun auf der Fläche des ehemaligen Kalksandsteinwerks (gegenüber vom Fischrestaurant „Pier 3“). Dabei handelt es sich nicht um einen Abstellplatz für Schausteller, sondern um das provisorische Winterquartier der Seglervereinigung Geesthacht (SVG). Die Stadt hat der bald heimatlosen SVG die Ausweichfläche bis Mai 2021 zur Verfügung gestellt.

Ein Boot namens „Klaas Kimming“, das in diesem Jahr gar nicht zu Wasser gelassen war, haben die Segler dort bereits in der hintersten Ecke platziert. Die übrigen rund 25 Boote folgen am 17. Oktober. Vorher flacht die Stadt noch die Auffahrt ab, damit den schweren Booten die Zufahrt erleichtert wird.

Vereinsheim der Segelvereinigung Geesthacht wird abgerissen

„Wie immer haben wir einen großen Kran bestellt, und alle packen mit an“, sagt der Vorsitzende Hauke Haberlandt. „Ansonsten müssen wir diesmal aber ziemlichen Aufwand betreiben. Wir mussten die Trailer für die Straße zulassen, zwei Trecker anmieten und für 2000 Euro den Zaun kaufen“, ergänzt Haberlandt.

Normalerweise überholen die Segler ihre Boote in den Wintermonaten in direkter Nähe des Vereinsheims an der Hallenstraße. Doch das ist entrümpelt und wird in wenigen Tagen abgerissen. Das Gebäude weicht der Geesthachter Hafencity, in der auch die SVG einen Neubau beziehen soll. Das Ausweichquartier ist 800 Metern vom eigentlichen Winterlager entfernt.

Segelvereinigung wollte selbst bauen, bekam keinen Kredit

„Wir schweben alle in der Luft. Uns wurde gesagt, dass wir den Neubau im Frühjahr nutzen können. Sonst haben wir auch ein Problem für unser Jugendtraining“, sagt Haberlandt. Ob der ungewissen Zukunft ist sein Verein schon um zehn auf derzeit rund 180 Mitglieder geschrumpft.

Ursprünglich hatte die SVG selbst bauen wollen, aber keinen ausreichenden Kredit bekommen. Die Lösung sieht so aus, dass die Vorwerker Diakonie, die in der Hafencity ein Seniorenwohnheim und eine Kita errichtet, für die Segler baut, die dann zur Miete einziehen. „Meine Idealvorstellung war, dass wir abreißen, die Stadt dann die Uferpromenade baut, damit die Diakonie anfangen kann“, sagt Haberlandt.

Doch derzeit müssen sich Stadt und Bauträger noch absprechen – etwa in puncto Hochwasserschutz. „Wir sind da noch nicht am Ende des Weges angelangt“, sagt Geesthachts Erster Stadtrat Georg Miebach. Und Stadtsprecher Torben Heuer ergänzt: „Wir können leider aktuell noch nicht sagen, wann das neue SVG-Heim fertig sein wird.“

Bemühungen seitens der Stadt gehen langsam voran

Für Haberlandt und seine Mitglieder eine missliche Lage. Zumal er von der Stadt auch noch keine Genehmigung für eine von den Seglern angeregte Übergangslösung in der Nähe der Hafenbrücke hat. Dort möchte die SVG Container aufstellen, in der die Optimisten, also die kleinen Boote für das Jugendtraining, gelagert werden könnten.

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„Ich möchte ausdrücklich das Bemühen der Stadt hervorheben, die für uns etwas tut. Allerdings geht es leider ein bisschen langsam voran. Die nächste Saison steht schon vor der Tür“, sagt Haberlandt, dem nichts anderes übrig bleibt, als den nächsten Termin mit der Stadt abzuwarten.

Platz gegenüber dem „Pier 3“ ist keine Dauerlösung

Derweil haben die Segler auch noch keine dauerhafte Lösung bezüglich ihres künftigen Winterquartiers gefunden. „Wir brauchen rund 1500 Quadratmeter in Wassernähe. Wenn die Boote zu weit transportiert werden müssen, wandern meine Mitglieder auch ab“, betont Haberlandt. Das könne nicht im Interesse der Stadt sein, denn: „Eine Hafencity ohne Hafen will doch niemand haben.“

Der Platz gegenüber dem „Pier 3“ sei jedoch keine Dauerlösung. „Die Stadt hat ganz klar gesagt, dass es sich dabei um ein einmaliges Angebot handelt“, sagt Haberlandt.