Geesthacht

Gewerbetreibende müssen Digitalisierung vorantreiben

Der neue „alte“ Vorstand und sein Team (von links): Jürgen Wirobski (1. Vorsitzender) Veronika Simon (3. Vorsitzende), Thomas Apfel (Schatzmeister), Nicole Hoensch-Hampel (Schriftführerin), Petra Karschnick (Sekretariat), Paul Apel (Versammlungsleiter) und Jörg Zimmer (2. Vorsitzender).

Der neue „alte“ Vorstand und sein Team (von links): Jürgen Wirobski (1. Vorsitzender) Veronika Simon (3. Vorsitzende), Thomas Apfel (Schatzmeister), Nicole Hoensch-Hampel (Schriftführerin), Petra Karschnick (Sekretariat), Paul Apel (Versammlungsleiter) und Jörg Zimmer (2. Vorsitzender).

Foto: Jürgen Karsch / BGZ

Wirtschaftliche Vereinigung Geesthacht hat Jahresversammlung abgehalten. Virus hat für wirtschaftlich schwieriges Jahr gesorgt.

Geesthacht.  Was die Politik schon seit Längerem kennt, war für die Mitglieder der Wirtschaftlichen Vereinigung Geesthacht neu: Die knapp 30 Teilnehmer mussten aufgrund der Corona-Pandemie und der notwendigen Abstandsregelungen ihre Jahresversammlung in den Kinosaal des Kleinen Theaters Schillerstraße verlegen.

Das Virus hat aber nicht nur für einen Ortswechsel gesorgt, sondern für ein wirtschaftlich besonders schwieriges Jahr, wie der erste Vorsitzende, Jürgen Wirobski, berichtete. „Corona hat uns alle erwischt“, sagte er. Die Delle sei spürbar. „Vor allem Kunst- und Kulturschaffende wie auch Solo-Selbstständige aller Branchen haben gelitten und leiden noch immer“, ergänzte Vorstandsmitglied Thomas Apfel.

Große Insolvenzen sind der Stadt nicht bekannt

Das reiche von Handwerksbetrieben über Gastronomen und niedergelassene Ärzte bis hin zu Schaustellern. Bei einigen sei die Lage sehr ernst. Konkrete Namen wollte Apfel verständlicherweise nicht nennen. „Die Hilfen von Bund und Land reichen nicht aus“, kritisierte Wirobski. Da müsse dringend nachgesteuert werden. Solo-Selbst­ständige sollten nicht nur als Arbeitnehmer gesehen werden, sondern gleichzeitig auch als Arbeitgeber, betonte Wirobski.

Große Insolvenzen sind der Stadt nicht bekannt, Betriebsschließungen habe es trotz der wirtschaftlich angespannten Situation in der Stadt nur wenige gegeben, teilte Bürgermeister Olaf Schulze mit. „Auch die Arbeitslosenzahlen sind nicht signifikant angestiegen“, sagte er. Die Bergedorfer Straße sei belebt, Leerstand gebe es nicht. „Dennoch müssen wir gemeinsam überlegen, wie es für die Bergedorfer Straße weitergehen kann“, appellierte Schulze.

Geschäftsmodelle müssen neu ausgerichtet werden

Damit rannte er bei Wirobski offene Türen ein. „Die Zukunft der Stadt ist eines unserer zentralen Themen“, sagte er. Die WVG habe jedoch nicht nur die Fußgängerzone und den Einzelhandel im Blick, sondern alle Wirtschaftszweige und auch ein neues Verkehrskonzept. „Die Krise hat uns auch einiges gelehrt“, sagt Wirobski. Geschäftsmodelle müssten überdacht und neu ausgerichtet werden. „Wir müssen viel innovativer werden“, sagte Jörg Zimmer.

Jeder Gewerbetreibende müsse seine Digitalisierung vorantreiben, um konkurrenzfähig zu bleiben, alle­ Produkte müssten auch online angeboten werden. „Wer jetzt nicht online ist, der hat sich bewusst dagegen entschieden“, sagte Stefan Manzke vom Arbeitskreis Digitalisierung.

In einem neuen Einzelhandelsgutachten soll die Innenstadt genauer betrachtet werden. Daraufhin werden dann Vorschläge erarbeitet, wie man unter anderem die Fußgängerzone zukunftsfähig machen kann. Wirobski: „Wir müssen gemeinsam mit der Politik klären, wie sich unsere Stadt entwickeln soll. Es geht um Geesthacht 2030.“ Schließlich sei die Stadt nicht nur Mittelzentrum in der Metropolregion Hamburg, sondern auch, wenn man es auf der Karte genau betrachtet, der exakte Mittelpunkt, fügte er augenzwinkernd an.

In aller Kürze:

Der Weihnachtszauber findet vom 4. bis 13. Dezember auf dem Menzer Werft Platz statt.

Die Bahnanbindung Geesthachts ist mittlerweile Thema in der Landesregierung in Kiel.

2021 sollen wieder Marktsonntage für die Geesthachter Bürger stattfinden.

Die WVG setzt sich für eine neue Kita in der Oberstadt nahe der Mercatorstraße ein.

Jürgen Wirobski ist als 1. Vorsitzender wiedergewählt worden. In ihrem Amt bestätigt wurden auch Veronika Simon und Nicole Hoensch-Hampel.