Herbstgemüse

Diese Scheune in Worth ist voller Kürbisse

Kürbisscheune Worth: Mitarbeiterin Merle Peters (25) sortiert neue Kürbisse ein.

Kürbisscheune Worth: Mitarbeiterin Merle Peters (25) sortiert neue Kürbisse ein.

Foto: Isabella Sauer

Landwirt Michael Ohle hat im Frühjahr 139 Kürbissorten ausgesät. Die Ernte ist bisher mittelmäßig ausgefallen. Der Juli war zu kalt.

Worth.  Es ist schon längst kein Geheimtipp mehr, dafür aber immer wieder etwas ganz Besonderes: Ein Besuch in der Kürbisscheune Worth (Dorfstraße 6). Jedes Jahr baut Landwirt Michael Ohle neue Kürbissorten auf einer Fläche von rund 3,5 Hektar an. In diesem Frühjahr waren es 139.

Am Eingang der Scheune hängen große Hinweistafeln, die auf die aktuellen Hygienemaßnahmen aufgrund der Corona-Pandemie hinweisen: 1,5 Meter Abstand, Mund-Nasen-Bedeckung und eine Korbpflicht. Maximal 30 Leute dürfen hinein. Dann kommt Michael Ohle um die Ecke, er schiebt gerade eine Schubkarre voller bunter Kürbisse vor sich her. „Nachschub“, sagt er und lacht. Er sei froh, dass er die Kürbisscheune überhaupt öffnen konnte. „Wegen Corona läuft nur alles etwas anders. Wir haben vorn den Eingang, dann einen Rundkurs und hinten den Ausgang“, erklärt er. Geschnitzt werden kann draußen auf dem Hof oder in einem Zelt mit dem nötigen Abstand. „Und wir nehmen die Kontaktdaten auf“, ergänzt er. Dann geht es zum eigentlichen Thema über: die Kürbisernte.

Kürbisscheune Worth hat bis Ende Oktober geöffnet

Wie zufrieden ist der Landwirt in diesem Jahr mit der Ernte? „Es ist auf jeden Fall kein Spitzenjahr. Eher mittelmäßig. Der Juli war einfach viel zu kalt“, sagt er und sortiert einige Hokkaido-Kürbisse ein. Normalerweise wachse der Kürbis im Juli pro Tag zwischen sechs und zehn Zentimeter, dieses Jahr hat sich die Hauptwachstumszeit allerdings zeitlich etwas nach hinten verschoben. „Dadurch waren die Flächen zu lange offen, es konnte sich viel Unkraut verbreiten“, sagt er und seufzt. Letztlich sei ein Kürbis eben ein Naturprodukt, „da weiß man nie, was am Ende dabei herauskommt.“

Und trotzdem: Michael Ohle ist stolz darauf, seinen Kunden so viele verschiedene Speise- und Zierkürbisse anbieten zu können. „Viele sind total überwältigt, wenn sie zum ersten Mal in die Scheune eintreten. Schließlich gibt es Kürbisse zu kaufen, die man aus dem Supermarkt nicht kennt“, sagt er. Und alles werde hier noch per Hand ausgesät.

Weltweit wachsen rund 800 verschiedene Kürbissorten, die alle aus fünf bitter schmeckenden Wildformen gekreuzt und gezüchtet wurden. Etwa 200 davon sind essbar, die anderen ungenießbare Zierfrüchte. Und: Botanisch gesehen sind Kürbisse kein Gemüse, sondern Beerenfrüchte.

Kürbissekt, Kürbiswein und Marmelade im Angebot

Auch die 25-Jährige Merle Peters aus den Vier- und Marschlanden liebt das bunte Herbstgemüse. „Seit 2013 helfe ich hier in der Scheune mit, fülle Kürbisse nach und berate Kunden. Ich habe es aber noch nicht geschafft, alle essbaren Sorten zu probieren“, sagt sie. Einer ihrer Lieblingskürbisse ist in diesem Jahr der „Spaghetti-Kürbis“. Das ist ein Cremefarbener mit grünen Streifen. „Am besten schmeckt er, wenn man ihn halbiert, entkernt und dann in den Ofen schiebt“, erläutert sie. Das Fruchtfleisch sei besonders aromatisch. Für Püree, Gratin oder Suppen eignet sich besonders gut ein „Flat White Boer“. „Diese Sorte zeichnet sich auch dadurch aus, dass sich die Schalenfarbe lange hält und nicht vergilbt“, so die Expertin.

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Wer weniger Lust hat, einen Kürbis zuzubereiten, kann auf andere Produkte zurückgreifen: Kürbissekt, Kürbiswein und verschiedene Marmeladen sind ebenfalls in der Scheune zu finden. Sie ist noch bis Ende Oktober dienstags bis sonntags von 9 bis 18 Uhr geöffnet.

Rezept: Überbackener Spaghettikürbis

Kürbis waschen, halbieren, Kerne auslösen und mit der aufgeschnittenen Seite nach oben bei 170 Grad Umluft etwa 45 Minuten garen. Anschließend mit kleingewürfeltem Speck belegen, wieder 30 Minuten garen, dann mit geriebenem Käse belegen. Nochmals 20 bis 30 Minuten in den Ofen. Der Kürbis ist fertig, wenn das Fruchtfleisch weich ist. (Quelle: Kürbisscheune Worth)