Geesthacht

Das Jubiläumsbrot geht weg wie warme Semmeln

Denis Zimmer zeigt am Montag um 10 Uhr das letzte Jubiläumsbrot, das noch zu haben ist. Aber nicht mehr lange – keine zehn Minuten später ging es für 3,70 Euro über dien Verkaufstresen.

Denis Zimmer zeigt am Montag um 10 Uhr das letzte Jubiläumsbrot, das noch zu haben ist. Aber nicht mehr lange – keine zehn Minuten später ging es für 3,70 Euro über dien Verkaufstresen.

Foto: Dirk Palapies

150 Jahre Lauenburgische Landeszeitung: Zum Verkaufsstart gab es einen Riesen-Ansturm auf das Brot. Aber Nachschub ist in Sicht.

Geesthacht. Seit gestern ist es bei der Bäckerei Zimmer zu haben, das Jubiläumsbrot anlässlich 150 Jahren Lauenburgische Landeszeitung. „Es hat eingeschlagen wie eine Bombe“, berichtet Denis Zimmer. Der Bäckereichef ist angenehm überrascht, dass das Brot bereits um 10 Uhr morgens ausverkauft war. „Normalerweise ist der Ansturm auf Brot am Vormittag noch nicht so groß, es wird eher am Nachmittag gekauft,“ sagt er.

Denis Zimmer hat zum Auftakt 280 Brote backen lassen und auf elf Filialen verteilt. Die kleineren Filialen bekamen fünf bis acht Brote, die größeren wie das Café in der Fußgängerzone in der Bergedorfer Straße oder der Shop im Famila an der Spandauer Straße zehn bis 15.

Nur drei Laibe waren um 8 Uhr noch da

Aber das langte überall nicht lange. „Drei Laibe waren um 8 Uhr noch da“, sagt Filialleiterin Viktoria Lupo vom Geschäft in der Bergedorfer Straße. Eine halbe Stunde später waren sie verkauft. Kurz danach hat es noch weitere fünf Nachfragen gegeben. Aus der Filiale in Düneberg wurden noch die letzten zwei Laibe nachgeordert, aber auch die fanden schnell Abnehmer.

Den letzten Laib kaufte kurz nach 10 Uhr Horst Lindloff. „Meine Tochter ist gerade aus London zu Besuch da“, sagt er. Das Brot soll nun zum Frühstück im Kreise der Familie mit Marmelade verzehrt werden. Da es vermutlich bis zum letzten Krümel aufgegessen wird, will er morgen das nächste kaufen. Der Rentner hatte in der Lauenburgischen Landeszeitung über das Traditionsbrot gelesen. Er findet, die Aktion sei eine „tolle Idee“. Besonders freue ihn, dass es so traditionell gebacken wird. Denis Zimmer hat hierfür ein altes Familienrezept herausgesucht. „Mein Urgroßvater hat schon mit diesem Rezept gebacken“, sagt er.

Zur Zeit ist bäckerfreundliches Wetter – es wird Abendbrot gegessen

Die Chancen stehen gut, dass Horst Lindloff nicht leer ausgeht – wenn er nicht zu spät aufsteht. Denis Zimmer will aufgrund der Erfahrung zum Start der Aktion nun mehr Brote backen, zu Mittwoch sollen es über 300 sein. „Auch das Wetter spielt beim Brotverkauf eine Rolle“, so Zimmer. Zur Zeit sei es bäckerfreundliches Wetter – weil es kühl ist, werde nicht gegrillt, sondern Abendbrot gegessen.

Klassische „Brottage“ sind ansonsten immer Montag, Mittwoch, Freitag und Sonnabend, berichtet Zimmer. Sonntag ist zwar auch geöffnet, aber da gibt es das Brot nicht zu kaufen, da der Sauerteig für die kommende Woche frisch angesetzt wurde.

„Wir sind megastolz, dass Denis Zimmer das mit uns realisiert hat“, sagt Elke Ammerschubert vom Marketing der Lauenburgischen Landeszeitung: „Altbewährtes Handwerk und altbewährte Zeitung, das passt gut zusammen.“