Johanniter Krankenhaus

In Geesthacht können kranke Babys bei ihren Eltern bleiben

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Ilse Timm (2. v. l.) vom Verein „Hilfe für das schwerkranke Kind“ hat dem Johanniter Krankenhaus ein neues Überwachungsgerät für Säuglinge gesponsert. Darüber freuen sich Kinderkrankenschwester Angelika Tabat (von links), die Leitende Hebamme Miriam Jens und Chefarzt Dr. med. Klaus von Oertzen..

Ilse Timm (2. v. l.) vom Verein „Hilfe für das schwerkranke Kind“ hat dem Johanniter Krankenhaus ein neues Überwachungsgerät für Säuglinge gesponsert. Darüber freuen sich Kinderkrankenschwester Angelika Tabat (von links), die Leitende Hebamme Miriam Jens und Chefarzt Dr. med. Klaus von Oertzen..

Foto: Isabella Sauer

Verein „Hilfe für das schwerkranke Kind“ spendet der Johanniter Krankenhaus in Geesthacht ein neues Überwachungsgerät für Säuglinge.

Geesthacht. Die Babystation des Geesthachter Johanniter Krankenhauses freut sich über eine neue Spende: Seit Dienstag gibt es nun ein weiteres, hochmodernes Überwachungsgerät für Neugeborene. Der Verein „Hilfe für das schwerkranke Kind“ hat der Klinik das moderne Monitoringgerät spendiert, damit die Säuglinge bei Bedarf noch intensiver medizinisch überwacht werden können. Der Geldwert der Spende: rund 4000 Euro. Vereinsvorsitzende Ilse Timm hatte den Preis für das Gerät heruntergehandelt, um weiteres Geld in weitere soziale Projekte investieren zu können.

Den Vorteil des neuen Geräts namens Vismo PVM-4000 Series erklärt die leitende Hebamme Miriam Jens so: „Mit Hilfe des Geräts können die Babys bei den Eltern bleiben, wenn beispielsweise der Verdacht auf eine Infektion besteht.“ Mit dem Monitoring lassen sich die Herzfrequenz, die Sauerstoffsättigung im Blut und die Atmung überwachen. Falls die Werte des Babys nicht stimmen, schlägt das Gerät Alarm. Kinderkrankenschwester Angelika Tabat erklärt: „Das wird zum einen auf dem Monitor sichtbar, und zum anderen gibt es dann einen Alarm zu hören.“

Spendengeld ist beim Silvester-Umtrunk zusammengekommen

Bereits vor drei Jahren spendete Ilse Timm der Geesthachter Klinik schon einmal ein Überwachungsgerät für Säuglinge. Nun gibt es ein weiteres Monitoring, um noch mehr Säuglinge überwachen zu können. Das Geld für den Vismo PVM-4000 Series ist beim traditionellen Silvester-Sekt von Zigarren-Fries in Geesthachts Fußgängerzone zusammengekommen. Dieses Mal hatte es eine Rekordsumme von 8314 Euro gegeben. Ein Teil des Erlöses ging wie gewohnt an Ilse Timm und ihren Verein. Timm: „Eigentlich wollten wir von dem Geld von Zigarren-Fries auch die gewohnte, einwöchige Reise der Familien mit behinderten Kindern in einen Ferienpark in Niedersachsen bezahlen. Aufgrund der Corona-Krise können wir da aber dieses Jahr nicht hinfahren.“ Somit habe sich Timm entschieden einen Teil der Geldspende in ein neues Überwachungsgerät für Babys zu investieren. Eine Ferienfreizeit gibt es aber trotzdem: Im Juli fahren die Familien von Sonntag bis Dienstag in ein Hotel in die Nordheide. Ilse Timm hat dafür ein buntes Programm zusammengestellt.

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Die Spendenübergabe im Johanniter Krankenhaus ist für Ilse Timm die erste nach dem Corona-Lockdown. „Ich freue mich sehr darüber, endlich wieder sichtbar aktiv zu sein“, sagt sie. Die Geesthachterin gründete 1987 zusammen mir ihrer Freundin, einer Kinderärztin, ihrem Ehemann, einem Architekten, zwei Juristen und einem weiteren Mitglied den Verein „Hilfe für das schwerkranke Kind“. Seitdem arbeitet sie immer wieder eng mit der Klinik zusammen.

Schlafsäcke sollen vor plötzlichem Kindstod schützen

So gibt es auch eine Babyschlafsackaktion. Insgesamt 4540 Stück hat der Verein bisher geliefert (Stand 2019). Zum Aktionspreis von 15 Euro können Eltern für ihre Neugeborenen die Schlafsäcke kaufen. Im Gegensatz zu einer Bettdecke können sich die Babys den Schlafsack nicht über das Gesicht ziehen und sich somit nicht ihre Atemwege blockieren. Die Schlafsäcke sollen vor dem plötzlichen Kindstod schützen. Mehr als 95.000 Euro hat der Verein aufgebracht, um für die Eltern die günstige Anschaffung des ersten Schlafsacks zu ermöglichen. Die Krankenhäuser in Bergedorf und Lüneburg haben es mittlerweile dem Geesthachter Krankenhaus nachgemacht.

( isa )

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