Aus der Tierwelt

Überraschender Uhu-Nachwuchs im Revier Hamwarde

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Flauschig sehen sie aus, die kleinen Uhus, die sich hier aneinander kuscheln.

Flauschig sehen sie aus, die kleinen Uhus, die sich hier aneinander kuscheln.

Foto: Kreisforsten

Gute Nachrichten: Bei einer routinemäßigen Begehung entdeckte Kreisförster André Guiard per Zufall die Nachzügler.

Geesthacht. Es war ein Zufallsfund bei einer Wald-Begehung, aber ein glücklicher, freut sich Kreisförster André Guiard. Gemeinsam mit dem ehrenamtlichen Naturschutzbeauftragten Andreas Koop und Ornithologen Dr. Hans Wirth war er im Revier Hamwarde der Kreisforsten unterwegs, um routinemäßig den Baumbefall durch den Borkenkäfer zu kontrollieren, als einer von ihnen plötzlich Federn auf dem Waldboden entdeckte. Die Neugier war geweckt. Die anschließende aufmerksame Suche führte sie zu drei fluffigen Uhu-Kindern, die zusammengekuschelt auf dem Boden am Fuße einer Fichte saßen.

Kaum hatten Guiard und Begleiter die Mini-Eulen gesichtet, hörten sie schon die Warnungen des Altvogels. „Er macht die Kleinen mit Schreien auf mögliche Bedrohungen aufmerksam“, sagt Guiard.

Uhu-Nachwuchs ist etwas absolut Besonderes

Aber in diesem Fall drohte dem Nachwuchs keinerlei Gefahr. Im Gegenteil. „Der Uhu-Nachwuchs ist etwas absolut Besonderes“, berichtet Guiard. Vor allem jetzt, da die Brutzeit eigentlich schon vorbei ist. Als er 2001 die Försterei übernahm, gab es ein Uhu-Pärchen. Mittlerweile sind es mehr: „Aktuell wissen wir von drei bestätigten Uhuvorkommen im Einzugsbereich der Försterei Hamwarde“. Das spricht für das Ökosystem Wald und zeigt, dass das Revier ein interessanter und gesunder Lebensraum ist. Der im Übrigen auch in keinster Weise durch den Borkenkäfer gestört wird. „Der Befall der Fichten durch den Käfer ist eine ganz andere Thematik“, klärt Guiard auf.

Uhus sind Nestflüchter, sogenannte Ästlinge

Wichtig ist, die Uhus nicht zu stören und die empfindlichen Brutpaare zu schützen. Aus dem Grund werden alle Brutorte geheim gehalten. Nur um die jungen Uhus zu beringen, hat der Landesverband für Eulenschutz sie noch einmal aufgesucht. Dadurch können sie mit einem sehr guten Fernglas bis auf 200 Meter Entfernung identifiziert werden.

Uhus sind Nestflüchter, sogenannte Ästlinge. Wie fast alle Eulenarten verlassen sie nach gewisser Zeit das Nest oder den Brutplatz und wandern dann ab. Sie suchen in der Nähe Deckung und werden dort bis sie dann flugfähig sind, von den Elternvögeln weiter mit Nahrung versorgt.

( fram )

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