Wegen Corona

Auch Friseure haben dicht – Was also tun?

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Herrenfriseur Frank Steffen (58) gibt Tipps, wie der Schnitt in Heimarbeit gelingt.

Herrenfriseur Frank Steffen (58) gibt Tipps, wie der Schnitt in Heimarbeit gelingt.

Foto: Rainer Peeck / Frank Steffen

Friseur Frank Steffen aus Geesthacht gibt Haarscheidetipps in Coronazeiten. Eine Empfehlung: Bloß nicht selbst am Spiegel probieren.

Geesthacht. Besonders Männer spüren es bereits: Die Coronakrise mit ihren vielen staatlich vorgeschriebenen Geschäftsschließungen ist in deren dritten Woche buchstäblich zum wachsenden Problem geworden. Denn auch die Friseure haben dicht – und ein Ende ihrer Schließzeit ist bisher nicht absehbar. Was also tun?

Bloß nicht selbst im Spiegel probieren

„Entweder Mut zur Murmel. Oder großes Vertrauen in die Scherenkunst der Partnerin“, sagt Herrenfriseur Frank Steffen, Meister und seit 32 Jahren mit eigenem Salon an der Rathausstraße ein angesagte Adresse nicht nur für viele Geesthachter. Seine Empfehlung: Bloß nicht selbst am Spiegel probieren. „Und außerdem haben Frauen ein Händchen für Frisuren. Wenn sie nicht gerade zur Bastelschere greifen, dann kann aus jedem Zottel wieder ein halbwegs passabler Kerl werden. Und später kann der Friseur dann ja wieder eingreifen.“

Zum Testen sollte im Nacken begonnen werden: Haare anfeuchten, nach hinten kämmen und den Kopf nach unten halten. „Dann mit der Schere einen geraden Schnitt machen und durch Heben des Kopfes gleich überprüfen, ob das wirklich gerade war“, so Steffen, der dringend davon abrät, statt der Schere den Langhaarschneider des Rasierer einzusetzen: „Der ist ausschließlich für das Entfernen der Nackenhaare gedacht. Wer glaubt, mit dem Rasierer oder anderen Hilfsmitteln einen gestuften Fasson-Schnitt wie beim Friseur hinzukriegen, sollte eine gute Versicherung haben.“

Wahre Frisier-Kunst beginnt beim Pony

Ist der Nacken schließlich mit einem halbwegs passablen Schnitt versehen, geht es an die Haare über den Ohren. „Auch da keine Tricks“, sagt der Meister. „Einfach gerade herumschneiden. Wer den Nacken hingekriegt hat, schafft auch das.“

Die wahre Frisier-Kunst beginnt erst, wenn es an den Pony geht: „Dafür sollte die Frau von hinten über den Kopf des Mannes greifen und parallel zu den Augenbrauen einen etwa einen Zentimeter langes Haarbüschel zwischen Zeige- und Mittelfinger nehmen“, beschriebt Steffen. „Jetzt aber bitte nicht gerade abscheiden. Das wird garantiert schief und wir wollen ja die Partnerschaft nicht gefährden.“ Tatsächlich sei beim Pony viel Gefühl gefragt: „Mit der Schere müssen senkrecht zu den Fingern kleine Zacken in die so gehaltenen Haare geschnitten werden“, sagt der Profi. „Das wird fortgesetzt, bis der Mann wieder aus den Augen gucken kann.“

Die gleiche Prozedur bei der Frau, ausgeführt vom Mann, mag Frank Steffen übrigens nicht empfehlen: „Das geht nur in den seltensten Fällen gut. Und Frauen haben mit Haargummis, Clips und anderen Tricks mehr Möglichkeiten, den Friseurbesuch um einige Wochen zu verschieben. Auch wenn Haare durchschnittlich um einen Zentimeter pro Monat wachsen.“

( upb )

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