Brandstiftung vermutet

Verwirrte Frau zündet Wohnung in Geesthacht an

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Timo Jann
Einsatz am Bandrieterweg: Eine Wohnung stand in der Nacht zum Montag in Flammen.

Einsatz am Bandrieterweg: Eine Wohnung stand in der Nacht zum Montag in Flammen.

Foto: Timo Jann

Großeinsatz in der Nacht zu Montag am Bandrieterweg. Eine Bewohnerin soll das Feuer in dem Mehrfamilienhaus gelegt haben.

Geesthacht. Eine vermutlich verwirrte Frau hat in der Nacht zum Montag in Geesthacht die Bewohner eines Mehrfamilienhauses in Lebensgefahr gebracht und der Feuerwehr einen Großeinsatz beschert.

Gegen 0.30 Uhr hatte die Frau den ersten Erkenntnissen nach mutwillig ihre Wohnung im Hochparterre eines Mehrfamilienhauses am Bandrieterweg in Brand gesetzt. Beim Eintreffen der ersten Feuerwehrleute schlugen meterhohe Flammen aus zwei Fenstern der Wohnung.

Enge Anfahrt für die Großfahrzeuge der Feuerwehr

Um 0.34 Uhr lösten die Melder von Feuerwehr und Rettungsdienst aus. Auch die Polizei machte sich auf den Weg zum Einsatzort. Das betroffene Mehrfamilienhaus steht ausgerechnet am Ende der Sackgasse des Bandrieterwegs, der von der Johannes-Ritter-Straße aus zu erreichen ist. Eine enge Anfahrt für die Großfahrzeuge der Feuerwehr.

„Als wir am Einsatzort waren, gaben zumindest die Nachbarn an, dass sie alle in Sicherheit seien. Über die Frau in der betroffenen Wohnung gab es zunächst unterschiedliche Angaben“, berichtete Ingo Schwarz. Der Zugführer der Feuerwehr leitete die Löscharbeiten. Schwarz: „Wir sind im Innenangriff durch das Treppenhaus und von außen parallel mit zwei Strahlrohren zur Brandbekämpfung vorgegangen.“ Ein in der Türzarge aufgespannter Rauchverschluss verhinderte, dass sich nach dem Öffnen der Wohnungstür durch einen beherzten Fußtritt giftiger Rauch in die oberen Etagen des Hauses ausbreiten konnte.

Frau vorläufig in Gewahrsam genommen

In der Zwischenzeit meldete sich die Bewohnerin auf dem Polizeirevier am Markt. Die Beamten nahmen die ihnen wegen früherer Einsätze bekannte Frau vorläufig in Gewahrsam. Weil die Frau möglicherweise als infiziert mit dem Coronavirus gilt, musste sie – bewacht von Polizisten – vor dem Revier ausharren. Zunächst mussten Schutzmaßnahmen vor einer möglichen Ansteckung getroffen werden.

Derweil löschten die Feuerwehrleute den Brand. Schwarz: „Wir mussten reichlich Brandschutt aus der Wohnung räumen, um alle Glutnester ablöschen zu können.“ Die Arbeiten zogen sich einige Zeit hin. Erst gegen 2.30 Uhr konnten die Retter wieder einrücken. „So einen ausgedehnten Wohnungsbrand mit Flammenüberschlag ins erste Obergeschoss hatten wir lange nicht mehr“, sagte der Einsatzleiter. Die Kriminalpolizei kümmert sich jetzt um die weiteren Ermittlungen.

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