Kinder und Jugend

Gibt es bald wieder Spielplatzpaten in Geesthacht?

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Isabella Sauer
Christine Backs (SPD) ärgert sich über die Beschmierungen auf den Geesthachter Spielplätzen. Sie fordert mit ihren Parteigenossen das Projekt Spielplatzpaten aufleben zu lassen.

Christine Backs (SPD) ärgert sich über die Beschmierungen auf den Geesthachter Spielplätzen. Sie fordert mit ihren Parteigenossen das Projekt Spielplatzpaten aufleben zu lassen.

Foto: SPD Geesthacht

Die Geesthachter SPD will das Spielplatzpaten-Projekt wieder aufleben lassen. Somit sollen Vandalismusschäden reduziert werden.

Geesthacht . Geesthachts Politiker setzen sich regelmäßig für Kinder und Jugendliche in der Stadt ein. So gibt es nun einen neuen Antrag der SPD, bei dem es um sogenannte Spielplatzpatenschaften geht. Erst Mitte Februar hatten sich die Politiker mit dem Thema inklusive Spielplätze in Geesthacht auseinandergesetzt.

Im Antrag der SPD heißt es, dass zur Betreuung der Geesthachter Spielplätze und zur Vermeidung von Vandalismus Spielplatzpatenschaften ins Leben gerufen werden sollen. Dazu sagt Ratsmitglied Christine Backs: „Wir haben aktuell 42 liebevoll gestaltete Spielplätze in der Stadt. Davon 31 öffentliche, die nicht auf dem Gelände von Schulen oder Kindertagesstätten stehen.“ Fast jede Woche seien Vandalismusschäden zu verzeichnen, die bei den turnusmäßigen Kontrollen von Bauhofmitarbeitern entdeckt werden würden. „Leider scheint die Tendenz dieser Zerstörungswut zuzunehmen“, so Backs.

Der Finanzbedarf für die Unterhaltung der Spielplätze werde im aktuellen Jahr voraussichtlich erstmals auf 100.000 Euro ansteigen. Um dieses Problem einzudämmen, wollen sich die Sozialdemokraten für Spielplatzpaten stark machen. „Bereits vor einigen Jahren gab es in Geesthacht schon einmal solche Patenschaften, initiiert durch die Stadtjugendpflege“, sagt Backs. Leider sei diese Initiative zwischenzeitlich eingeschlafen. „Ein neuer Versuch lohne sich aber auf jeden Fall“, sagt die Politikerin.

Paten sollen Schäden auf Spielplätzen melden

Doch was genau steckt hinter solch einer Patenschaft? Wer sich als Pate für einen Spielplatz meldet, soll ein Auge auf ihn haben. Das heißt: Es sollten kleinere Schäden direkt bei der Verwaltung gemeldet werden, bevor daraus größere werden. Im Idealfall stellt sich die SPD vor, dass die Paten mit Veranstaltungen oder Kreativnachmittagen immer wieder dazu beitragen, dass junge und ältere Bürger zusammenkommen. Backs sagt: „Dadurch, dass Paten regelmäßig ein Auge auf den entsprechenden Spielplatz werfen, können sie die Verantwortlichen schnell informieren, wenn der Platz übermäßig verdreckt ist oder wenn es wiederholt Probleme mit bestimmten Besuchergruppen gibt oder akute Gefahren drohen, wie zum Beispiel Glasscherben oder defekte Spielgeräte.

Die Verwaltung kann die Annahme der SPD zu den regelmäßigen Beschädigungen auf Spielplätzen bestätigen. Immer wieder gibt es Schmierereien, Verunreinigungen und gefährliche Beschädigungen auf den Spielplätzen. So seien beispielsweise schon Seile und Pfosten von Spielgeräten angesägt worden.

Geesthachter Spielgeräte sind handgefertigt

Ärgerlich sind diese mutwilligen Beschädigungen in mehrfacher Hinsicht: Kinder könnten sich verletzten und es stehen langwierige Reparaturen oder sogar der Abbau von Spielgeräten bevor. Der Grund: Die meisten der in Geesthacht aufgestellten Klettergerüste, Federtiere und anderen Spielgeräte wurden nicht im Katalog bestellt, sondern handgefertigt. Auch Ersatzteile kommen nicht von der Stange, sondern aus der Werkstatt von Tischler Michael Meyer und Zimmermann Martin Jenß vom städtischen Betriebshof.

Aktuell ist die Verwaltung auch damit beschäftigt, drei potenzielle Standorte für einen inklusiven Spielplatz zu benennen. Das hatten die Politiker in der vergangenen Sitzung gefordert. Geplant ist es, dass ein erster Spielplatz in der Stadt errichtet wird, der sich sowohl für Menschen mit, als auch ohne Behinderung zum Spielen eignet. Die Initiative dazu ergriff die CDU.

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