Kampf gegen Virus

Johanniter-Krankenhaus baut „Corona-Zelt“ auf

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Dr. Timo Rath, Ärztlicher Direktor des Johanniter Krankenhauses vor dem Zelt für Patienten mit Corona-Verdacht

Dr. Timo Rath, Ärztlicher Direktor des Johanniter Krankenhauses vor dem Zelt für Patienten mit Corona-Verdacht

Foto: Dirk Palapies

Vor dem Geesthachter Johanniter-Krankenhaus steht nun ein Zelt. Darin sollen möglicherweise ansteckende Patienten abgefangen werden.

Geesthacht. Das rot-weiß gestreifte Zeit vor dem Geesthachter Johanniter-Krankenhaus fällt sofort ins Auge. Typ Gartenpavillon, zwei orangefarbene Stühle stehen darin. Aber wer sich hier niederlässt, sucht keinen Plausch. Wer hier sitzt, befürchtet, sich mit dem Coronavirus angesteckt zu haben. Freitag wurde das Zelt vor dem Eingang der Klinik Am Runden Berge aufgestellt, seitdem wurde bei acht Menschen mit Erkältungssymptomen ein Abstrich gemacht. Ein Corona-Kranker war nicht darunter.

„Das Zelt soll verhindern, dass Menschen unkoordiniert zu uns hineinlaufen“, sagt Dr. Timo Rath, der Ärztliche Direktor des Krankenhauses. Der Kontakt mit möglicherweise Infizierten soll so gering wie möglich gehalten werden. Im Falle einer Ansteckung könnte sonst eine komplette Abteilung geschlossen werden müssen. Daher sollte auch niemand selbst entscheiden, für einen Corona-Test die Klinik aufzusuchen: „Das ist ja genau das, was Corona verbreitet. Wir haben einen klar definierten Weg“, erklärt Dr. Rath.

So sollte bei einem Verdacht zunächst der Hausarzt oder die Hotline der Kassenärztlichen Vereinigung 116 117 angerufen werden. Da die Nummer zurzeit stark frequentiert wird, sollte man Geduld haben und nicht aufgeben, sagt Dr. Rath. Dort wird abgeklärt, ob die Sorgen begründet sein könnten. Sind sie es – etwa nach Aufenthalt in einem Risikogebiet – wird das Gesundheitsamt informiert. Das wiederum meldet sich beim Krankenhaus, das einen Termin mit dem Patienten vereinbart. In dem Zelt wird dann von einem Arzt – zur Sicherheit in Schutzkleidung – ein Abstrich gemacht und zum Testen ins Labor geschickt.

Das scheint umständlich, doch der Aufwand ist hoch: Schutzkleidung und benutztes Material werden vernichtet, das Zelt muss gereinigt werden und danach eine Stunde abtrocknen. Viele nicht notwendige Tests würden den Prozess verlangsamen, warnt Dr. Rath, zudem würden Mitarbeiter gebunden: „Es gibt ja schließlich immer noch andere Kranke.“

Geesthachter negativ getestet

Bei dem Geesthachter, der sich in Norditalien aufgehalten hatte und nach der Rückkehr über Krankheitssymptome klagte (wir berichteten), verlief ein Test übrigens negativ. Ebenso bei seinem Vater, mit dem er sich eine Wohnung teilt. Weil die Inkubationszeit aber zwei Wochen beträgt, bleiben sie zunächst weiter in häuslicher Isolierung.

( pal )

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