Geesthacht

Visualisierung der neuen HZ-Forschungsplattform

| Lesedauer: 3 Minuten
Elke Richel
Wie soll die Forschungsplattform des HZG aussehen? In der Diskussion ist eine Variante aus Holz und eine aus Spiegelelementen.

Wie soll die Forschungsplattform des HZG aussehen? In der Diskussion ist eine Variante aus Holz und eine aus Spiegelelementen.

Foto: HZG

Am Dienstag soll im Ausschuss das mögliche Aussehen des Messcontainers und des tragenden Pontons vorgestellt werden. Alle Infos.

Geesthacht.  Ein schlichter Holzcontainer oder ein futuristisch anmutender Kasten aus spiegelnden Glaselementen? Am Anleger in Tesperhude wird die Forschungsplattform des Helmholtz-Zentums Geesthacht (HZG) sicherlich für Aufmerksamkeit sorgen.

Wie berichtet, wollen die Wissenschaftler hier eine neue Messstation errichten, um die Wasserqualität des Flusses dauerhaft zu analysieren. Aber es wird nicht nur um wissenschaftlich auswertbare Datenerfassung gehen, auch die Öffentlichkeit wird sich hier über den Einfluss der Elbe auf die Schadstoffeinspülung in die Nordsee informieren können. Der Slogan auf dem Container „Das Meer beginnt hier“ soll das verdeutlichen. Mit 850.000 Euro Kosten rechnen die Wissenschaftler. Der Standort am Tesperhuder Anleger gilt als ideal, weil er weit in die Flussmitte ragt, von wo die Wasserproben entnommen werden.

Container könnte aus Holz oder Acrylglas sein

Im November vergangenen Jahres stellten Vertreter des HZG das Projekt im Stadt- und Verkehrsplanungsausschuss vor – die Resonanz von Politik und Verwaltung war durchweg positiv.

In der Ausschusssitzung am Dienstag, 11. Februar, soll es jetzt um das mögliche Aussehen des Messcontainers und des tragenden Pontons gehen. Dieser wird mit zwei Pfählen in unmittelbarer Nähe des Anlegers so fixiert, dass er bei Hochwasser der Wasserlinie folgen kann.

Der Container selbst könnte nach den Vorstellungen der Planer entweder aus Holz oder aus Acrylglas mit hinterlegter Spiegelfolie errichtet werden. Letztere Variante würde die Umgebung im jeweiligen Jahreszeitenwechsel spiegeln. Eine weitere Variante sieht vor, den Container mit Folie zu verkleiden und darauf eventuell das Satellitenbild der Elbe abzubilden.

Infotafeln sollen am Elberadweg angebracht werden

Der mit moderner Technik ausgestattete Messcontainer soll die gesammelten Daten nicht unter Verschluss halten. Vorgesehen ist ein Bildschirm am Container, der die Messdaten der Forschungsplattform live überträgt.

Außerdem sollen Informationstafeln entlang des Elberadweges über das Forschungsprojekt informieren. Ebenso sei eine Datenübertragung in das Rathaus sowie in das geplante Hochwasserhaus denkbar.

Die Sitzung des Stadt- und Verkehrsplanungsausschusses beginnt um 18 Uhr im Rathaus am Markt 15.

Wasserqualität der Elbe seit 1990

Besonders markant ist die Abnahme der Nährstoffeinträge über die Elbe in die Nordsee. Das waren im Zeitraum 1990 bis 2011 beim Stickstoff etwa 60 Prozent, beim Phosphor mittlerweile sogar 70 Prozent weniger. Dennoch hat die Elbe von allen Zuflüssen immer noch den größten Anteil am gesamten Nährstoffeintrag in die Nordsee aus dem Binnenland, der heute überwiegend aus der Landwirtschaft stammt. Bei den Schadstoffen sind vor allem die Quecksilber- und Cadmium-Einträge seit Jahren rückläufig. Sie betrugen 2010 nur noch 12 Prozent (Quecksilber) bzw. 38 Prozent (Cadmium) der Einträge im Bezugsjahr 1990. Dabei ist besonders, dass die Elbe die größten Schadstoffmengen bei Hochwasser führt, indem belastete Flusssedimente aufgewirbelt und transportiert werden, während sich bei Niedrigwasser der Trend zu immer besserer Wasserqualität fortsetzt. Quelle: Prof. Dr. Dietrich Borchardt, Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung in Magdeburg

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