Geesthacht blüht auf

Blumenzwiebeln: Sie machen die 500.000 voll

Dr. Roland Doerffer, Friedhelm Ringe, Hartmut Haberlandt, Harald Schneider und Franko Stein (von links) ziehen gemeinsam Bilanz: Schneeglanz, wie an der St. Salvatoris-Kirche gepflanzt, gedeiht an vielen Standorten im Geesthachter Stadtgebiet gut.

Dr. Roland Doerffer, Friedhelm Ringe, Hartmut Haberlandt, Harald Schneider und Franko Stein (von links) ziehen gemeinsam Bilanz: Schneeglanz, wie an der St. Salvatoris-Kirche gepflanzt, gedeiht an vielen Standorten im Geesthachter Stadtgebiet gut.

Foto: Wiebke Jürgensen

Geesthacht. 350.000 Blumenzwiebeln wurden seit 2015 gesetzt. Im Herbst kommen 150.000 dazu – dann ist erstmal Schluss mit „Geesthacht blüht auf“.

Geesthacht. Sie starten in ihre Abschlussrunde: Im fünften Jahr „Geesthacht blüht auf“ setzen Dr. Friedhelm Ringe, Dr. Roland Doerffer, Hartmut Haberlandt sowie Harald Schneider vom Geesthachter Naturschutzbund (Nabu) und Franko Stein vom städtischen Umweltamt vorerst ihre letzten Blumenzwiebeln. 150.000 wollen sie dieses Jahr noch stecken, dann haben die Organisatoren der durch Spenden finanzierten Aktion mit ihren mehr als 300 freiwilligen Helfern insgesamt 500.000 Zwiebeln in die Erde gebracht. „Vorgenommen hatten wir uns zu Beginn eine Million. Aber das ist nicht zu schaffen – und aus Sicht des Nabu auch nicht nötig“, sagt Ringe.

Für Optik und Wissensschatz

Denn seit Aktionsbeginn 2015 habe sich nicht nur das Stadtbild positiv verändert, sondern auch der Wissensschatz der Teilnehmenden. „Es ging uns zum einen darum, die graue Zeit, in der wenig blüht, aufzuhellen“, erinnert Ringe. Zugleich wollten die Initiatoren aber auch testen, welche Pflanzenarten in welchem Stadtgebiet besonders gut Fuß fassen können. Denn neben Bodenbeschaffenheit und Sonneneinstrahlung, die den Fachleuten von Nabu und Umweltamt natürlich bekannt sind, spielen für das Gedeihen von Saat und Zwiebeln unter anderem auch Wetter, Verkehrsaufkommen und das Verhalten von Einwohnern eine Rolle.

Schneeglanz kommt besonders gut

„Man kann sich den Standort wunderbar aussuchen, aber Baumaßnahmen finden zum Beispiel immer wieder unvorhergesehen statt“, nennt Franko Stein einen Grund, warum erhoffte Blühzeiten teils ausblieben. Auch auf Grünstreifen geparkte Fahrzeuge oder unvorsichtige Spaziergänger hätten manch Blüte verhindert.

Besonders schön hätten beispielsweise Blausterne und Schneeglanz in der Oberstadt geblüht. In Grünhof-Tesperhude hätten die Bereiche am Hudehuf und am Teich, die Mitglieder des Bürgervereins bepflanzt haben, viele Blicke auf sich gezogen. „Der Hang am Steinberg sieht immer noch sehr schon aus“, berichtet Roland Doerffer. Und Hartmut Haberlandt fasst zusammen: „Das Blühfenster hat sich insgesamt erweitert.“

Vier Sorten sind empfehlenswert

Insgesamt seien nur Arten gesetzt worden, die sich selbstständig weitervermehren. Von 25 über die Jahre gepflanzten Sorten bleiben nach fünf Jahren vier übrig, die für Geesthachter Flächen besonders empfehlenswert seien: Blausterne, Sternhyazinthen (Schneeglanz), „Tête à Tête“-Narzissen und botanische Krokusse. „Diese Arten sind besonders schön gewachsen“, sagt Ringe, der Gartenbesitzern „als Geheimtipp“ – weil wenig bekannt – auch Herbstkrokusse ans Herz legt.

Ihr Wissen halten Ringe, Doerffer, Haberlandt, Schneider und Stein in Listen und Karten fest. „Wir sind ja alle nicht mehr die Jüngsten. Was wir jetzt machen, soll Grundlage für die sein, die das nach uns weitermachen“, begründet Ringe das Vorgehen.

Unterstützer können sich melden

Wer die Aktion „Geesthacht blüht auf“ unterstützen möchte, kann Geld für Blumenzwiebeln spenden oder sich ehrenamtlich im Herbst beim Pflanzen engagieren. Weitere Informationen dazu gibt es beim Umweltamt des Rathauses. In den vergangenen Jahren haben unter anderem Vertreter Geesthachter Unternehmen, Vereine, Kindertagesstätten, Schulen und Parteien das Projekt unterstützt.