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Potenzial: Riftec will weiter wachsen

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Timo Jann
Dr. Axel Meyer, Rob C. van Gils und Alexander Freiherr von Strombeck (von links) während der Riftec-Einweihung.

Dr. Axel Meyer, Rob C. van Gils und Alexander Freiherr von Strombeck (von links) während der Riftec-Einweihung.

Foto: Timo Jann

Geesthacht. Die Automobilbranche hat Riftec bereits aufgemischt – und dort sieht das Geesthachter Unternehmen noch weiteres Wachstumspotenzial.

Geesthacht.  In einem Zimmer mit 32,75 Quadratmetern waren sie einst im Geesthachter Innovations- und Technologie-Zentrum (GITZ) gestartet – jetzt haben sie ihren Neubau mit 700 Quadratmetern Büro- und 2500 Quadratmetern Produktionsfläche an der Mercatorstraße eingeweiht: die Gründer der Riftec GmbH, Alexander Freiherr von Strombeck und Dr. Axel Meyer. 2003 hatten sie den Sprung in die Selbstständigkeit gewagt, 2012 folgte eine Insolvenz, aus der das Unternehmen nach dem Einstieg der österreichischen HAI-Gruppe gestärkt hervorging.

Medizintechnik nutzt „Friction Stir Weldung“

„Wir sind in den letzten Jahren zusammen einen schönen Weg gegangen“, freute sich Rob C. van Gils, Geschäftsführer der Hammerer Aluminium Industries Holding GmbH (HAI), während der Einweihung. Für die HAI-Gruppe war der Einstieg bei Riftec ein Glücksgriff. „Dank der für uns verfügbaren Technologie haben wir einen Auftrag über 170 Millionen von Daimler bekommen“, berichtete van Gils. Das Reibrührschweißen, das Meyer und Strombeck einst als Wissenschaftler im GKSS-Forschungszentrum entwickelt hatten, verbindet unterschiedliche Metalle miteinander. „Friction Stir Weldung“ ist dafür der Fachbegriff. Diese Spezialtechnik wird genutzt, um unter anderem Aluminium-Teile zu verbinden, die dabei unter hohen Druck gesetzt werden. Das Werkzeug, das die Schweißnaht zieht, wird während des Vorgangs kreisförmig bewegt – die Werkstoffe werden dabei miteinander „verrührt“. „Wir sehen vor allem in der Automobiltechnologie große Perspektiven“, sagt Strombeck. Aber auch im Bereich Medizintechnik gibt es viele Anwendungsmöglichkeiten.

Platz wäre für weitere Halle

Und so sagte van Gils zu, dass man auch für weitere Investitionen bereitstehe. Das freute Bürgermeister Olaf Schulze, der unter den Gästen der Einweihung war. Er sagte seine Unterstützung zu, wenn mögliche Erweiterungen umsetzt werden sollen. Das Firmengrundstück an der Mercatorstraße bietet beispielsweise für eine weitere Produktionshalle Platz. „Es ist toll, was hier entstanden ist und wie schnell das umgesetzt wurde“, so Schulze. „Wir sind von der Stadt auch großartig unterstützt worden“, ließ Strombeck Schulze ein Lob an die Rathausmitarbeiter ausrichten. „Alle Genehmigungen waren deutlich schneller da als es die Fristen erlaubt hätten“, so Strombeck. Der Zeitplan war aber auch ehrgeizig: Nur sechs Monate Zeit gab es für den sechs Millionen Euro teuren Neubau.

Potenzial für Riftec in Elektromobilität

„Riftec ist ein wunderbares Beispiel für den erfolgreichen Transfer aus der Wissenschaft in die Wirtschaft“, ordnete Dr. Rainer Döhl-Oelze, der Geschäftsführer des GITZ, ein. Er überreichte Meyer und Strombeck deren Businessplan von 2003, den er im Tresor verwahrt hatte. Das Duo beschäftigt heute 40 Mitarbeiter und will weiter wachsen. „Das GITZ hat auch an diesem Beispiel gezeigt, dass es in guten wie in schlechten Zeiten für die Gründer da ist“, sagte Döhl-Oelze. Er hofft, dass weitere Forscher solche Ausgründungen wagen.

Viele große Automobilunternehmen wie Audi, BMW und Mercedes setzen auf reib-rührgeschweißte Leichtmetallbauteile. „In der Elektromobilität werden solche Bauteile noch verstärkt benötigt“, ist Strombeck überzeugt. Dafür stehe man bereit.

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