OHG

Schulleiterin setzt „Männerherrschaft“ ein Ende

Die neue OHG-Leiterin Kirsa Siegemund mit ihren Vorgängern Frank Schwerdtfeger (2013-2019, v.li.), Karl-Heinz Nieder (2012-2013) und Jens-Peter Pankow (1985-2012).

Die neue OHG-Leiterin Kirsa Siegemund mit ihren Vorgängern Frank Schwerdtfeger (2013-2019, v.li.), Karl-Heinz Nieder (2012-2013) und Jens-Peter Pankow (1985-2012).

Foto: Gerrit Pfennig / BGZ

Geesthacht. Das Otto-Hahn-Gymnasium hat erstmals in seiner 79-jährigen Geschichte eine Schulleiterin. Sie setzt auf Demokratie und EU.

Geesthacht.  Der Wahlausschuss hatte seine Entscheidung bereits im Dezember gefällt, doch seit Montag, 14.29 Uhr, ist es offiziell. Kirsa Siegemund erhielt aus den Händen von Oliver Claussen (Schulaufsicht des Bildungsministeriums) in der Agora des Otto-Hahn-Gymnasiums die Ernennungsurkunde zur Oberstudiendirektorin. Die 49-Jährige ist damit der erste weibliche Direktor in der 79-jährigen Geschichte des OHG.

Vielfältige Erfahrungen, auch als DaZ-Lehrerin

Siegemund, die zuvor die Orientierungsstufe (5. und 6. Klasse) am Gymnasium Wentorf leitete, bringt viele Kenntnisse mit. Nach ihrem Studium der Germanistik und Anglistik in Newcastle, Düsseldorf und Kiel absolvierte sie ihr Referendariat in Glinde, was sie 2003 mit dem Zweiten Staatsexamen abschloss. Seither arbeitete sie in Wentorf, wo sie 2009 in die Schulleitung aufstieg. Siegemund ist zudem ausgebildete Lehrerin für Darstellendes Spiel sowie Deutsch als Zweitsprache (DaZ).

Gerade die letzte Qualifikation hob Oliver Claussen in seiner Ansprache hervor, verfügt doch das OHG seit 2016 über ein DaZ-Zentrum, in dem Schüler mit Migrationshintergrund 20 Stunden pro Woche Deutsch lernen und auch in den Regelunterricht integriert werden. „Ihre Kooperationsbereitschaft hat das Gymnasium in Wentorf nachhaltig geprägt“, sagte Claussen. Als Schulleiterin müsse sie nun „Interessen abwägen, moderieren und entscheiden“, wofür er viel Erfolg wünsche.

Siegemund: OHG soll von Partizipation geprägt sein

Kirsa Siegemund spielte vor dem Hintergrund, dass das OHG auch den Titel „Europaschule“ trägt, auf die Europawahl am 26. Mai an: „Bei keinem anderen Thema ist die EU so uneins wie bei der Migration.“ Dabei lohne es, sich für alles einzusetzen, was Europa stärker mache und sich immer wieder bewusst zu machen, dass es nur eine Menschheit gebe. Die Aufgabe der Schule sei es, die Demokratie voranzubringen und sie hoffe, dass das OHG von Partizipation und Demokratie geprägt sein werde.

Schüler freuen sich auf „produktive Zusammenarbeit“

Diesen Wunsch äußerten auch Julia Engelbrecht und Helene Reuter im Namen der Schülervertretung: „Wir freuen uns auf eine produktive Zusammenarbeit und hoffen, dass Sie diese Schule genauso ins Herz schließen werden, wie wir es getan haben.“ Andrea Wicknus vom Schulelternbeirat sagte: „Wir übergeben Ihnen das Wertvollste, was wir haben – unsere Kinder.“ Sie wünsche der neuen OHG-Leiterin deshalb Fingerspitzengefühl, Gelassenheit und Humor. „Sie

finden hier eine Schüler- und Elternschaft, die sehr engagiert ist“, betonte Bürgermeister Olaf Schulze im Namen der Stadt Geesthacht als Schulträger. „Ich hoffe, dass Sie diese Aufgabe lange wahrnehmen können.“