Winterausrüstung

Hundemäntel – mehr als Accessoires für Vierbeiner

Pudel-Terrier-Mix „Söckchen“ (8) hat wenig Unterwolle. Frauchen Margitta Braun zieht ihr darum bei Minustemperaturen und bei nasskaltem Wetter einen Kälteschutz an.

Pudel-Terrier-Mix „Söckchen“ (8) hat wenig Unterwolle. Frauchen Margitta Braun zieht ihr darum bei Minustemperaturen und bei nasskaltem Wetter einen Kälteschutz an.

Foto: Denise A. Funke

Geesthacht. Kaltes Wetter macht Hunden ohne Unterfell zu schaffen – das ist nicht nur unangenehm, sondern kann krank machen.

Geesthacht.  Ohne ihren Mantel geht „Kiwi“ nicht aus dem Haus. Denn Temperaturen im einstelligen Bereich, wie derzeit in Geesthacht und Umgebung, machen der elf Monate alten Podenco-Hündin von Julia Knudsen zu schaffen: Der jungen Hündin fehlt das wärmende Unterfell – so wie vielen anderen Rassen auch. Streifen sie ungeschützt durch winterliches Wetter, kann das für die Tiere nicht nur unangenehm werden, sondern sie auch krank machen.

Muskelverspannungen und Blasenentzündungen

„Ein unterkühlter Rücken kann zu Muskelverspannungen und damit zu Schmerzen führen. Um dem Frieren und drohenden Blasenentzündungen vorzubeugen, sind wärmende Hundemäntel eine gute Möglichkeit“, sagt Susen Willer. Die Tierphysiotherapeutin und Inhaberin der Tierwohlpraxis in der Oberstadt behandelt seit Jahren Vierbeiner und weiß: Besonders stark leiden unter niedrigen Temperaturen kurzhaarige Rassen (wie Mops und einige Terrier). Auch Rassen, die an einzelnen Körperstellen nur sehr dünn behaart sind, spüren die Kälte dort schnell. Podenco-Hündin „Kiwi“ fühlt sich darum jetzt draußen in ihrem Fleece-Mantel am wohlsten. Für nasskalte Tage hält Frauchen einen gefütterten, wasserabweisenden Mantel bereit.

Rasse, Charakter und Alter sind entscheidend

Wie sensibel ein Tier auf Temperaturen reagiert, hängt jedoch nicht nur von der Rasse, sondern auch von Alter, Charakter und Gesundheitszustand ab: „Alten Hunden kriecht die Kälte eher in die Glieder“, sagt Susen Willer, was Jana Elfreich vom Geesthachter Tierheim bestätigt: Bei alten und kranken Tieren greifen sie und ihr Team früher zum wärmenden Mantel. „Agile Hunde brauchen den Mantel meist erst bei fünf Grad abwärts – das ist aber von Tier zu Tier sehr unterschiedlich“, sagt Elfreich, die bei feuchtem Winterwetter zu besonderer Vorsicht rät: „Die Tiere müssen immer gut abgetrocknet werden, wenn sie wieder rein kommen. Sonst kann sich die Feuchtigkeit in die Decken ziehen, und die Tiere werden wieder kalt.“ Folgen könnten bei schwachem Immunsystem auch Gelenkschmerzen sein.

Bei der Auswahl von Cape, Mantel und Pullover rät Willer nicht nur auf die Optik, sondern auch die Funktionalität zu schauen. Die Hundebekleidung sollte im Rücken wärmen, allerdings ohne die Bewegung einzuschränken. „Ein Rüde muss sein Bein heben können, physiologisch korrektes Laufen sollte natürlich möglich sein“, betont sie.

Weitere Tipps für Winterzeit

Hunde sind in der kalten Jahreszeit anfälliger für Erkältungen. Die Schleimhäute der Tiere leiden unter der trockenen Heizungsluft in den Wohnungen. Raumbefeuchter können die Lage entspannen.

Auch den Pfoten macht der Temperaturwechsel zwischen drinnen und draußen zu schaffen. Sie werden schnell rissig, was für die Tiere schmerzhaft werden kann – besonders, wenn noch Streusalz eindringt. Willer empfiehlt zur Pflege zum Beispiel Creme. „Man kann die Pfoten schützen, indem man sie vor dem Gassigang mit Vaseline einreibt. Erst vor der Haustür einreiben, das vermeidet unschöne Fettflecken auf dem Wohnungsflur“, sagt sie. Wer Sorge hat, dass die Ballen durch das Einreiben zu weich und damit empfindlich werden, kann die Pflege auf nach dem Spaziergang verschieben. Die Pfoten sollten im Vorfeld gut abgetrocknet werden. Eine weitere Alternative sind Pfotenschoner. Willer: „Sie dürfen nichts abschnüren und dem Tier den guten Tritt nicht nehmen, den es ohne Schuhe mit den durchbluteten – und dadurch erwärmten Fußsohlen – hat.“