in Der Stadtbücherei

Abstrakte Werke im Treppenhaus

Geesthacht.  Nach seiner Geburt 1945 in Bad Homburg (Hessen) war Christoph Hans Hufnagel oft mit dem Tod konfrontiert. „Mein Vater war Jäger, aber ich habe damit nie etwas anfangen können“, erzählt der 73-Jährige, der heute in Bergedorf lebt. Was blieb, sei aber die Liebe zur Natur gewesen, die auf sein künstlerisches Werk erheblichen Einfluss gehabt habe. Eine Auswahl von 15 abstrakten Bildern und 20 Objekten zeigt der Bergedorfer unter dem Titel „An – Deutungen“ bis zum 2. März in der Treppenhausgalerie der Geesthachter Stadtbücherei (Rathausstraße 58).

Ein prägnantes Beispiel für Hufnagels Malerei ist der „Saukopf“. Die Vorlage zu diesem Bild lieferte ein knorriges Stück Holz, das Hufnagel im Wald gefunden hat und ihn an den Kopf eines Wildschweins erinnerte, den der Vater einst an seiner Hütte im Spessart an der Wand hängen hatte. Mit Tempera-Farben malte Hufnagel schließlich eine abstrakte Version des Kopfes auf eine Leinwand, die mit Seidenpapier und Papiertaschentüchern beklebt war. Durch das filigrane Material entstanden Linien, die an die Maserung von Holz erinnern und damit die naturalistische Vorlage aufgreifen.

Für Hufnagel, der 33 Jahre lang als Kunsterzieher in Hamburg arbeitete, war das Experimentieren stets sehr wichtig. So zeichnete er in den 1970er-Jahren mit Pulver und Tempera-Farben Bilder, die nur für den Moment gedacht waren und fotografisch festgehalten wurden. „Der Prozess war bei diesen Bildern wesentlich wichtiger als das Ergebnis“, betont Hufnagel.

Die Vielfalt seiner Malerei – von der Acrylmalerei bis zur Kreidezeichnung – zeigt er im Treppenhaus. Dazu sind in der Vitrine am Eingang der Bücherei Objekte und Plastiken zu sehen. Bei der Midissage, die für Sonnabend, 26. Januar, von 11 bis 13 Uhr geplant ist, wird der Bergedorfer auch eine Mappe mit naturalistischen Bildern ausstellen. Die Schau ist kostenfrei zu den Öffnungszeiten der Stadtbücherei zugänglich.