Radschnellweg

Auf der Fahrrad-Autobahn nach Hamburg

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Thomas Voigt
So stellt sich die Metropolregion Hamburg den Nahverkehr der Zukunft vor: Der Radschnellweg verläuft direkt neben dem Bahngleis.

So stellt sich die Metropolregion Hamburg den Nahverkehr der Zukunft vor: Der Radschnellweg verläuft direkt neben dem Bahngleis.

Foto: Metropolregion Hamburg

Bergedorf. Deutschlands größtes Radschnellwege-Planungsprojekt nimmt Form an: ein Netz von Rad-Autobahnen mit Zentrum in Hamburg.

Bergedorf.  Ähnlich dem mehr als 100 Kilometer langen Ruhrschnellweg zwischen Duisburg und Hamm plant die Metropolregion Hamburg (MRH) rund um die Hansestadt ein Netz von Radschnellwegen, um ein Angebot insbesondere für Radpendler zu schaffen und größere Entfernungen für den Radverkehr zu erschließen. Sieben Radschnellwege – je einer durch jeden Bezirk – sollen in das Stadtgebiet hineingeführt und an geeigneten Stellen mit den Velorouten verknüpft werden.

Vier Meter breit und von Autos getrennt

Das Vorhaben ist ehrgeizig. Nach den Vorgaben der Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen in Köln sollen Radschnellwege in beide Richtungen befahrbar und vier Meter breit sein. Außerdem gelten hohe Anforderungen an eine möglichst unterbrechungsfreie Führung und eine Trennung von anderen Verkehrsarten. Knifflige Aufgaben sind das etwa bei dem Radschnellweg, der von Geesthacht über Bergedorf und das geplante Quartier Oberbillwerder nach Rothenburgsort führen und dort Anschluss an die Veloroute 9 und den Oberhafenradweg Richtung Hafencity haben soll. „Im dicht bebauten Bergedorfer Zentrum sowie bei der Querung der Bahnlinie bestehen Herausforderungen für die Umsetzung eines Radschnellwegstandards“, heißt es in einem Positionspapier der MRH.

Eine Million Euro für „Machbarkeitsstudien“

Nach einer europaweiten Ausschreibung verfassen jetzt fünf Planungskonsortien aus Deutschland, Dänemark und den Niederlanden sogenannte „Machbarkeitsstudien“ für den Hamburger Rand. Allein für diesen ersten Planungsschritt steht eine Million Euro bereit. „Wie teuer am Ende die Realisierung des Vorhabens werden könnte, darüber verliert vorher niemand ein Wort“, sagt Dominic Völz, Sprecher der federführenden Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation. Für die Bergedorf-Route soll aber noch in diesem Monat ein Online-Portal freigeschaltet werden, auf dem Bürger Vorschläge für Trassenführungen machen können. Im Sommer folgt ein öffentlicher Info-Abend in Bergedorf.

In 45 Minuten mit dem Rad nach Hamburg

„Derzeit braucht man mit dem Fahrrad länger als eine Stunde von Bergedorf in die Hamburger City“, sagt Reinhold Reumann vom Allgemeinden Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) in Bergedorf. „Ein nahezu kreuzungsfreier Radschnellweg könnte das auf 45 Minuten verkürzen. Das funktioniert in Bergedorf aber nicht ohne Brücken oder Tunnel, und das wird teuer.“

„Hauptsache, Oberbillwerder wird angebunden“

Grünen-Politiker Norbert Fleige findet eine Trasse entlang der Bahnlinie Geesthacht-Bergedorf ideal, auch wenn am Sander Damm die erste Auto-Kreuzung käme: „Hauptsache ist für uns die Anbindung an Oberbillwerder, dort kann ja jetzt noch frei gestaltet werden.“ Am Montag wird das Thema im Bergedorfer Verkehrsausschuss (18 Uhr, Rathaus,Wentorfer Straße 38) vorgestellt.

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